Sonntag, Juni 10, 2007

Eine Seefahrt Teil 2

Bei wunderbarem Wetter, 30C° strahlendblauem Himmel, kein Wölkchen weit und breit, beschlossen wir gestern eine Runde mit unserem Boot zu machen. Es sollte wieder der Sämsjö nahe Annelund sein. Wir nahmen Rembrandt mit um ihn einmal auf Seetauglichkeit zu testen. Gegen halb 10 morgens setzten wir 4 uns dann auf dem Wasser in Bewegung. Bei spiegelglattem See und absoluter Windstille glitten wir über das Gewässer.



So herrlich hatten wir es bisher noch nie auf unserem Boot. Wir steuerten die Insel an, die ich bereits kannte. Rembrandt sprang vor lauter Freude erstmal ins kühle Nass um sich zu erfrischen.



Maeva probierte ihre neue Angel aus und Miriam legte sich zum entspannen auf einen großen Felsen.


Diese absolute Ruhe und die Schönheit der Natur sind überwältigend.



Gut das es hier in der Nähe unzählige Gewässer gibt und sich das Volk dementsprechend verteilen kann. Dazu kommt, dass die Schweden nicht so ein Freizeitvolk wie die Deutschen sind. Zumindest nicht außerhalb der Ferien Wir drehten noch einige Ehrenrunden um die Insel und Maeva fand gefallen daran mit abgeschaltetem Motor das Boot paddelnd fortzubewegen. Nach einigen Stunden in der Sonne und auf der kleinen gemütlichen Insel, die trotz einigen Verkehrs auf dem See ausschließlich für uns blieb tuckerten wir zurück in Richtung Auto.

An einem Strandbad, das am Sämsjö liegt, war auch mehr Volk als am Rest des Sees. Zum Glück haben wir unser Boot, ermöglicht es uns doch etwas mehr Abgeschiedenheit.
In den Ferien werden Maeva und ich dann auch einige weitere Tagestouren machen. Dann soll der Götakanal zwischen den beiden großen Seen erobert werden.

Freitag, Juni 08, 2007

Martinas Abitur

Der Schulabschluss ist sicher ein wichtiges Ereignis für Jedermann. Die Art diesen zu feiern variiert aber stark. Hier in Schweden ist es ein großes Fest an dem Freunde und Familien geschlossen teilnehmen. Am letzten Tag der Schulzeit machen sich die Schüler in festlichen Kleidern und den typischen schwedischen Studentenmützen auf um ein letztes mal zusammen zu sein und ihre Lehrer gebührend für die Qualen der letzten Jahre in unbequeme Kostüme zu zwängen und sie dann quasi an den Pranger zu stellen.

Wir waren eingeladen zu Kenneths jüngster Tochter Martina zu kommen, um gemeinsam mit der Familie zu feiern. 2 Tage vor der Veranstaltung trafen wir uns bei Kenneth zuhause um dort ein wenig den Garten für die Feier vorzubereiten. Wir bauten einen Fallschirm als Sonnenschutz auf.



Und da an dem Tag zufällig Nationaltag war, aßen wir anschließend etwas Kuchen und tranken Kaffee. Wir schmückten die anwesenden mit kleinen Schwedenfähnchen um unsere Verbundenheit zu dem Land zu zeigen.



Eltern und Schüler versammelten sich am Tag des Schulabschlusses zuerst in der Odenhalle in Falköping um dort ein Abschiedszeremoniell zu feiern, bei dem verschiedene Personen vorsprachen und die Schüler verabschiedeten. Danach setzten sich alle in Richtung Marktplatz in Bewegung um dort von Freunden und Familienmitgliedern empfangen zu werden.



Für jeden Schüler wird ein Schild angefertigt auf dem ein Bild aus Kindheit der des Studenten zu sehen ist.



Versehen mit Namen und Klassenbezeichnung finden so alle Freunde schnell ihren Studenten. In einer Art Karnevalszug schreiten die Schüler einmal komplett um den Marktplatz um sich unter lautem Gesang und Rufen ihrer erlernten Lasten zu befreien. Einige Lehrer mussten ziemlich herbe herhalten und sich zur Schau stellen lassen in teilweise äußert heftigen Kostümen. Bei Temperaturen um die 30 C° sicherlich kein nettes Unterfangen. Dann lösten sich die Schüler aus dem Torso und gingen zu ihren Familien. Dort angekommen wurden sie beglückwünscht und mit den unterschiedlichsten Sachen dekoriert.
Üblicherweise, habe ich erfahren, hängt man „seinem“ Schüler ein Blumenkranz um den Hals. Die heutigen Freunde machen sich aber einen Scherz daraus die unmöglichsten Dinge anzubringen.




Und so war es nicht verwunderlich wenn mal schnell 10-15Kg Gewicht zusammenkamen. Martina bekam so viele Dinge, dass sie sich zum Schutz ein Handtuch unter die Bänder
legen musste.






Mehrere Tausend Personen feierten mit den Abschlussklassen und begleiteten diese dann auch vom Marktplatz zu einem Autokorso, der sich vom Markt einmal durch die Straßen Falköpings bewegte. Auf LKW`s, in Cabriolets oder sonstigen Fahrzeugen fuhren die Schüler auf und ab unter lautem Gehupe, Gesängen und Glückwunschrufen aus der Bevölkerung.

Anschließend trafen alle Familienmitglieder bei Martina zuhause ein. Dort gab es ein leckeres Buffet und alle saßen bei Sonnenschein und kühlen Getränken oder Kaffee zusammen und feierten ihr bestandenes Abitur. Gegen Abend ging die Feier zu Ende und Martina machte sich auf um mit den anderen Studenten anständig Party zu machen.

Für uns war dies eine weitere, sehr nette Erfahrung, hatten wir ein solches Ereignis in Schweden doch höchstens mal in einem Reisebericht gelesen selbst aber nicht miterlebt.Von Uns noch einmal ein "GRATTIS TILL EXAMEN"

Mittwoch, Juni 06, 2007

Blumenwanderung

Blomstervandring konnte man auf der Anschlagtafel des Dorfes lesen.
6 Juni 19°° Uhr. Das ist ja mal eine angenehme Zeit. So fuhren wir zum Heljesgarden direkt in der Nähe vom Dorf um das, von der Straße aus sehr unscheinbar wirkende, alte Haus in Augenschein zu nehmen. Langsam trafen die Besucher die an der Wanderung teilnehmen wollten ein. Der Guide war Mats Rosengren. Er arbeitet beim Naturverein Hornborgasee und ist ein absoluter Fachmann in Sachen Natur. Mit den Schulkindern hatte er vergangene Woche ein Seminar zum Thema überleben in der Natur ohne Strom, fließend Wasser oder Supermarkt veranstaltet.

Als alle Gäste zusammen waren, erzählte er etwas zur Geschichte des Hauses und des dazugehörigen Grundes der sich über einige Hektar erschloss.



Hier arbeitet der Heimatverein seit Jahrzehnten daran, alte beinahe vergessene Sorten Getreide, Obst, Gemüse und wilde Blumen und Gräser zurück zu gewinnen. Auf einer großen Wiese die sich völlig selbst überlassen scheint fanden wir unzählige seltene Blumen die von den Teilnehmern bewundert und bestimmt wurden.





Zur Krönung sang dann noch eine Nachtigall ihr Lied.
Es gab für mich unzählige Fotomotive und für Miriam ebenso viele Möglichkeiten sich mit der hiesigen Blumenkultur auseinander zu setzten.




Nach ca. 2 Stunden gemütlichen Wanderns waren wir dann zurück am Ausgangspunkt.
Eine sehr löbliche Einrichtung, die sich mit fast vergessenen Techniken und Sorten beschäftigt. Schade eigentlich ist nur das so viel Erfahrung und Fertigkeiten trotz sorgfältiger Dokumentationen und Publikationen verschwinden. Denn wie man zum Beispiel eine Sense richtig dengelt ist den heutigen Schmieden nicht mehr bekannt.