Samstag, Mai 26, 2007

Eine Seefahrt die ist lustig....




Nachdem ich mehrfach (einigen Lesern nach zu heftig) ausgeteilt habe, will ich heute mal wieder von etwas angenehmen berichten.

Der Name Kenneth ist ja bereits mehrfach in diesem Tagebuch gefallen. Und weil er auch in letzter Zeit immer wieder helfend zur Seite stand, haben wir uns vorgenommen mal einen ganzen Tag am und auf dem Wasser zu verbringen. Sein Schwager Bengt, der in den letzten Wochen immer mehr zu meinem >>Privatlehrer<< in Sachen schwedisch geworden war, sollte mit von der Partie sein. Außerdem haben wir noch einige Flaschen tyska Öl (also nettes deutsches Bier) eingeladen uns doch einfach zu begleiten. Der Aufforderung kam das Bier dann auch direkt nach, kündigte aber an, dass es eventuell nicht wieder nach Hause wollte. Nun, dies konnten wir wohl gut verschmerzen.

Zu nachtschlafender Zeit (also gegen 9 Uhr morgens) trafen wir uns dann bei Kenneth um dann in Richtung Sämsjö zu fahren, der in der Nähe von Annelund liegt. Den See hatte ich bereits einige Wochen zuvor besichtigt. Er ist ungefähr 4km lang und knapp 2km breit, beherbergt einige nette Inseln und liegt ziemlich windgeschützt in einem Tal.
Nachdem wir uns eine Fiskekort gekauft hatten luden wir das Boot und alle Utensilien ab und bauten das Boot auf.



10 Minuten und erstes Bier später stachen wir in See. Das Wetter war herrlich und die Wogen auf dem See waren minimal. Ideales Fischwetter. Ich hatte zwar mal irgendwo gelesen, dass sich die Fische mehr so in der Morgen- und Abenddämmerung sehen lassen, aber was weiß ich schon vom fischen?? Nachdem wir den See das erste mal in seiner kompletten Länge durchkreuzt hatten, sagte Bengt, wir sollen doch einmal in eine kleine Bucht fahren die von Schilf und Seerosen umringt ist, denn dort stehen die kapitalen Hechte.

Ich habe noch nie einen Hecht gefangen und war auch ziemlich heiß drauf, endlich mal einen am Haken zu haben. Wir also geankert und uns an einen sehr viel versprechenden Platz gestellt. Und siehe da, bereits nach weniger als 5 Minuten stellte sich der erste Erfolg bei Bengt ein. Die Rute bog sich verheißungsvoll durch und Bengt arbeitete kräftig an der Rolle. Nach einem kurzen aber harten Kampf kam dann der vermeintliche kapitale Hecht zu Tage. Mein lieber Scholli, dachte ich nur. Mit einer Spannweite von fast einem Meter war das doch mal ein brauchbarer Fang. Nur die Form kam mir irgendwie etwas merkwürdig vor. Auf meine Frage, ob das nun ein typischer schwedischer Hecht sei, bekam ich nur ein missgelauntes Murren.



Neues Spiel neues Glück also. Wir fuhren etwas weiter um uns zwischen 2 Inseln zu stellen und hier etwas mehr Erfolg einzufangen. Einige Bier später wurde der Druck im Blasenbereich meiner Passagiere unerträglich und sie baten, eine Insel anzusteuern.
Ich verzichtete auf das Bier, musste ich doch Boot und später das Auto sicher nach Hause steuern. Auf der Insel angekommen und von den Lasten der deutschen Braukunst erleichtert, entschieden wir, noch einige Zeit hier zu verbringen.



Wir verteilten uns etwas und nach kurzer Zeit hatte Kenneth dann einen ersten Biss. Dieser Brocken war dermaßen widerspenstig und kampfbereit, dass Kenneth richtig gut zu tun hatte. Dann die Enttäuschung schlechthin. Das Material seiner Rute gab nach und die Schur riss. Somit konnte der erste richtige Fisch abhauen. Er kam zu mir um einen neuen Köder zu befestigen.
In diesem Moment war Jubelgesang von Bengts Seite zu hören. Er hielt triumphierend einen Barsch in der Hand. Da beide Fische in der gleichen Bucht gebissen hatten, war nun an weiterfahren erst einmal nicht zu denken.
Wir warfen also unsere Ruten aus wie die Berserker. Als nach knapp einer halben Stunde kein weiterer Biss kam, brachen wir die Aktion ab. Witzigerweise konnte man sehen, wie die Fische teilweise aus dem Wasser sprangen um Fliegen von der Oberfläche zu schlucken.
Nun, an Fliegen hatten wir nicht gedacht. Etwas niedergeschlagen (mal von Bengt abgesehen)setzten wir unsere Bootsfahrt fort. Da bereits einige Stunden vergangen waren, beschlossen wir, uns langsam auf den Heimweg zu machen, musste Kenneth doch noch am Abend zu einer Geburtstagsfeier.
Bengt prahlte mit seinem Fang und seine Brust platzte bald vor Stolz. Kenneth und ich machten uns dran den Fisch immer mickriger zu reden, was bei Bengt natürlich nur auf taube Ohren stieß. Er war überzeugt von seinem Fang und irgendwie hatte man das Gefühl, der Fisch würde in der Tasche nun weiter wachsen. Zumindest von den Erzählungen her wuchs und wuchs der kleine Barsch auf kapitale Ausmaße.



Wieder am Bootsanleger angekommen, bauten wir in Ruhe das Boot ab und packten alle Sachen wieder ein. Dann machten wir uns auf den Heimweg.

Ich konnte es einfach nicht lassen ein wenig mit Photoshop den Fang zu bearbeiten um Bengt dann ein Foto seines Rekordverdächtigen Fisches auszuhändigen. Die Lacher waren ganz auf meiner Seite!



Abschließend, kann man sagen, dass wir Baggerspaß hatten und beschlossen haben, diesen Tag gerne einmal zu wiederholen. Dann mal mit einem anderen Fahrer und vielleicht mal schwedischem Bier….. mal sehn.


Donnerstag, Mai 24, 2007

Etwas ungewöhnlich

Vielen Dank an alle treuen Leser dieses Tagebuches.

Wir bekommen haufenweise Anschriften und Zusagen per Mail. Das macht natürlich etwas stolz. In letzter Zeit kommt aber die Meinung auf, das sich das Auswandern als sehr leicht darstellt (hatten die Eickhoffs doch immer alle Türen offen vorgefunden).

Ich will hier nicht groß rumschwafeln, dennoch aber einige Illusionen mal etwas, na sagen wir, ins rechte Licht setzten.

Mensch, ihr hab’s doch einfach gehabt, da kommen wir auch in eure Gegend. So in etwa schrieb eine Familie aus Deutschland, die ihren Traum der Auswanderung ungefähr einen Monat vorher beschlossen hatten.
Ich ermutige wirklich gerne, in eine andere Gegend als Smalland zu ziehen, trifft man doch dort vorzugsweise Deutsche. Und ich muss ja nicht auswandern um quasi << unter sich>> zu sein. Denn dann stellt sich die Frage, warum ich denn das Land wechsle, wenn ich alle alten Geflogenheiten antreffe?. Wir haben hier in unserer Gegend einen absolut guten Start gehabt. Dies liegt ganz klar an einigen Faktoren, die NICHT durch die Umwelt bestimmt wurden. Als wir uns nach Schweden aufgemacht haben, wussten wir, das unserer Status und unser Einkommen aus Deutschland ganz sicher einige Jahre nicht erreicht werden kann. Das liegt zum einem an der Sprachbarriere, zum anderen einfach an der Tatsache das auch die Schweden zuerst Landsleute, dann Europäische Ausländer und zuletzt nicht-europäische Ausländer einstellen. Also mit der Meinung, ich war in Deutschland Bäckermeister, also werde ich hier auch Bäckermeister, kommt man hier nur äußerst selten an. Ich habe das absolute Glück, das ich für 3 Jahre Übergangsgelder der Bundeswehr beziehe. Das sind 75% meines alten Gehaltes, also durchaus eine Grundlage zum täglichen Überleben. Hätten wir dieses Geld nicht, hätten wir den Schritt in 2007 niemals gemacht. Für uns steht Schweden schon sehr lange fest. Sehr lange heißt nicht gerade mal einen Monat! Mich verwundert es immer mehr, welchen Einfluss Auswanderersendungen haben. Eigentlich müsste es doch erschrecken, sieht man dort Woche für Woche, wie es für die Masse derer ausgeht, die sich schlecht vorbereitet haben ( ich sage nur Auswandern nach Spanien ohne ein Wort spanisch ).

Gerade habe ich noch mit Petra über dieses Phänomen gesprochen und sie sagte einen sehr guten Satz den ich mit ihrer Erlaubnis hier einbringen möchte.

Eine Auswanderung mit der Aussage << Da fangen wir noch mal ganz von vorne an >>. ist nur in Bezug auf die Region möglich. Seinen Charakter, seine Vorlieben, Vorurteile, Geschmäcker und Abneigungen behält man bei. Ich habe mich in Schweden nur dahingehend verändert, dass mich die deutsche Hektik etwas verlässt. Aber wie Petra sagt: Man nimmt sich selbst mit, und hinterlässt nur Freunde und Familie oder Habseligkeiten, aber niemals Charakterzüge.

Wir sind auch nur deshalb gut aufgenommen worden, weil wir auf die Menschen zugegangen sind, unsere Hilfe überall angeboten haben und unsere Wünsche unter die der Mitmenschen gestellt haben. Mal ein Vergleich: Ich komme gebürtig aus einem kleinem Dorf im Sauerland. ( und die sind ja mal für ihre Kontaktfreudigkeit bekannt, die Westfalen!). Wenn man dort hinzieht und sich nicht integriert oder sogar komplett anpasst, hat man keine Möglichkeit in die Dorfgemeinschaft zu kommen. Und eins könnt ihr mir glauben, ein wenig Westfalen findet man in jedem Dorf der Welt. Freundlichkeit kommt nicht, man muss sie zuerst bringen. Und um nun völlig abzuschwafeln, fällt mir nur ein: Man erntet was man sät.

An die, die ihr auswandern wollt, sei noch einmal gesagt. Bereitet euch vor! Lernt das Land kennen bevor ihr dort hinzieht. Deutsch sein gilt nicht überall als schick. Und die Art wie wir Deutschen im Ausland auftreten ist schon heftig. Eure Weisheiten, seien sie auch noch so gut, stoßen nicht überall auf Verständnis. Und nur wenn ihr bereit seid, auch in einer unteren Gesellschaftsschicht anzufangen ( im SFI Kurs wird einem das so richtig bewusst, das man mit allen anderen Ausländern in einen Topf geworfen wird und eben nicht priviligiert ist )und euch wirklich zu integrieren, sowie mit dem Land in dem ihr dann wohnen werdet, zu identifizieren, werdet ihr einen angenehmen Start und Aufenthalt haben. Hier seid ihr die Ausländer!


Ich wünsche Euch einen leichteren Start als diesem hier, aber sinnbildlich trifft dieses Bild aus dem März ganz gut zu. Der kleine hat es gegen den kalten schweren Schnee geschafft, weil er sich gut integriert hat und nun der Schnee etwas von seinem Platz für den neuen Baum freigibt!



Samstag, Mai 12, 2007

Der Monat April bis Mai

Was heißt hier eigentlich: Sie sind da?
Nun, wir hatten diesen Monat den absoluten Rekord was die Anzahl an Kranichen angeht.
13900 Stk. am Sonntag vor Ostern. In dieser Woche war Pasklovet (also Ferien vor dem Osterfest) und dies konnte man dann auch am Hornborgasee sehen. Tag für Tag stehen mehr Wohnmobile und Wohnwagen hier, kommen immer mehr Busse gefüllt mit Volk die ihre Ferngläser im Anschlag artig zu den Beobachtungsplätzen trotten um dort dann dem Spektakel der Kranichversammlung zuzuschauen. Also, das ist schon sehr imposant. Majestätisch in der Luft und am Boden bedächtig futternd, bis sich ein Konkurent in den Weg stellt. Dann unter lautem Getöse Imponiergehabe und Revierkämpfe. Für mich eigentlich viel interessanter, wenn das Volk sich nach der Kaffeezeit wieder davon macht und die Plätze sich leeren, fahre ich gerne an die Futterplätze um dort gegen Sonnenuntergang die Massen zu beobachten wie sie sich an ihre Nachtlager machen. Da können mal gut und gerne 200 Vögel auf einen Schlag in die Luft steigen um sich dann nach kurzer Zeit zu trennen. Wie es ungefähr aussieht wenn sich knapp 14000 Vögel treffen um gemeinsam zu futtern sieht dann so aus!

Bitte etwas gedult, das Foto besteht aus 13 Einzelbildern. Bei Bedarf einfach vergrößern!



und hier in voller Pracht :
bitte klicken






Das sich die deutsche und die schwedische Kultur sehr ähneln kann man auch an den Festen sehen. Hier wie da ( wobei ihr nun bestimmen dürft was was ist )feiert man Ostern sehr ähnlich. Die Fastenzeit beginnt hier auch am Aschermittwoch, wobei man Karneval hierzulande nicht feiert. Am Tage vor Aschermittwoch dem Fettisdag mampft man noch einmal so viel fettiges Zeug wie möglich um über die magere Zeit bis Ostern zu kommen. Und da das echte Fasten eigentlich nicht mehr soooo streng durchgeführt wird, freut man sich am Fettisdag leckere Semlor ( eine Mischung von Windbeutel und Berlinern mit Mandelmasse ) zu Hauf zu bekommen. Der Karfreitag ( Langfredag ) ist auch hier ein Feiertag den ich genutzt hatte mit Schwiegervater ein wenig angeln zu gehen und ihm damit die hiesige Natur etwas näher zu bringen. Schwiegereltern waren eine Woche zuvor gekommen, um mit uns Ostern zu feiern. Das Wetter am Karfreitag war herrlig, nur die Fische waren wohl auf einer Wallfahr oder hatten das mit dem Fasten wohl irgendwie spitz bekommen. Egal welchen Köder wir anboten, es kam immer nur der blanke Haken zurück. Ohne Fisch, aber trotzdem gutgelaunt machten wir uns auf den Heimweg. Am Ostersamstag ziehen die Kinder von Haus zu Haus um als Hexe verkleidet ein Paar Godis ( Süßes ) zu erhaschen. Ostersonntag kommt dann auch hier der Osterhase und bringt den Kindern Süßes und Präsente.Maeva staunte nicht schlecht, als im Garten alles mögliche verteilt lag,



und selbst Rembrandt bekam ein Halstuch auf dem "ich bin nicht so gefährlich wie ich aussehe" stand.





Dienstag früh fuhren Schwiegereltern wieder zurück nach Deutschland. Es war schon bewundernswert, wie die beiden als völlig hektisches Paar ankamen und nach nur 10 Tagen Urlaub ziemlich "lungt" ( relaxt ) wieder abfuhren. Das zeigte uns wie hektisch auch wir noch vor nicht ganz 4 Monaten waren und wie sehr wir uns an den wesentlich angenehmeren Tagesablauf hier gewöhnt haben.
Witzigerweise gibt es dann aber doch einige Unterschiede was die Bräuche angeht.
Z.B. werden hier in der Osternacht Feuerweke gezündet und das Osterfeuer, das ich aus meiner Heimat kenne, brennt hier eigentlich erst zum 1 Mai.


Wenn Du mal nach Schweden kommst, gehen wir auf jeden Fall Angeln. Das habe ich immer zu Schwiegervater Peter gesagt. Und nun hatten sich Miriams Eltern ja für eine Woche Besuch angekündigt und wir konnten es endlich mal wahr machen.
Peter brachte seine Angelausrüstung mit und wir machten uns auf nach Hökensas, einem Naturreservat in der Nähe von Hjo, einer Stadt am Vättern. Hier wollten wir unser Glück versuchen. Schwiegervater hatte mehrere Spinnruten mitgebracht und wir versuchten es an einem der 12 Seen im Reservat.
Hier zeigte sich schnell, das der Grund sehr steinig und in der Nähe des Ufers auch noch algig war. Das sorgte für einige Hänger und die Laune stieg nicht unbedingt an. Dazu kam das der Boden sehr aufgeweicht war und wir irgendwie keinen richtigen Halt fanden. Kurzerhand entschlossen wir einen anderen See aufzusuchen.
Diese Entscheidung stellte sich als voller Erfolg raus, denn nach bereits 15- 20 Minuten mit einem Spinner als Köder biss ein Fisch an Peters Haken an. " Das zieht aber mächtig" war sein einziger Kommentar und als der Fisch in die Nähe des Keschers kam zeigte sich dann auch warum es denn so gezogen hatte. Eine sehr prächtige Forelle kam da zum Vorschein. Also Anglerlatein hin oder her, eine solch grosse Forelle hab ich bis dahin nicht gesehen. Peter grinste im Kreis vor Stolz. Maeva wollte dann auch dabei sein , wenn die Forelle ausgenommen wurde.
Überhaupt keine Scheu vor dem glitschigen Tier machte sie sich auf und nahm das Prachtstück in die Hand für ein Foto.





Dann wurde es etwas ruhiger im Wasser, sprich es biss keiner mehr an. Die Tageszeit war eigentlich auch nicht mehr nach grossem Anglerglück und so wechselten wir einmal mehr das Gewässer. Hier fing Peter dann noch eine Forelle, diesmal aber eine der normalen Grösse. Irgendwie wirkte diese gegen die andere dann doch etwas mickrig. Eine Möwe beobachtete das Treiben sehr sorgfältig und traute sich dann doch sehr nahe, als ich die Fische ausnahm. Ihr Mut wurde mit leckeren Fischinnereien belohnt.
Dummerweise war es an diesem Tag ziemlich kalt. Es schneite sogar zwischendurch etwas. Umso erstaunter war ich über Maevas Standhaftigkeit. Sie trotze dem Wetter und wollte auch ein wenig in Opas Fußstapfen treten um auch einen eigenen Fisch haben, leider ohne Erfolg.
Als Trost kam die prächtige Forelle und ihre kleine Schwester dann zu uns in die Kühltruhe.
Es war wieder mal schön, unsere Familie zu Gast zu haben. Besonders haben wir uns gefreut, das Schwiegervater solch einen Gefallen an Schweden gefunden hat.



Das wir Familienzuwachs bekommen haben habe ich ja bereits angekündigt.

Was denn, fragt ihr euch sicher. Miriam und Frank haben kein Wort darüber verloren. Nun es ist ja auch ein Zuwachs der besonderen Art. Weniger aus Fleisch und Blut, mehr so aus stabilem Gummi und Holz.
Bei einem Gespräch vor etwas längerer Zeit erzählte ich Andrea und Petra von meinen Zielen in Schweden. Meine Planung für die nächsten 10 Jahre und was ich in diesen ungefähr erreichen möchte. Unter anderem ist es ein Ziel, ein eigenes Boot, unabhängig von der Größe, zu besitzen um damit ein wenig auf den wunderschönen Wasserwegen Schwedens mit Miriam und Maeva zu fahren.
>> Wir haben doch noch ..... Warte mal... Ja! Das kannst Du haben << sagte Petra. Und schwupps hatte ich ein Boot gratis bekommen. Dieses Gummiboot ist geeignet für 4 Erwachsene und 1 Kind ( bereits getestet ) und ist ungefähr von der Bauart wie die Rettungsdienste DRLG usw haben. Der Boden ist aus stabilen Holzplatten und für die Befestigung eines Aussenbordmotors ist es mit einer Holzrückwand ausgestattet.
Ausgepackt, gereinigt, von der hässlichen deutschen Registriernummer befreit und auf dichtigkeit getestet, war ich nun ganz heiß darauf einen Motor zu ersteigern. Am liebsten auf die gleiche Art wie das Boot dachte ich mir, aber der Zahn wurde mir schnell gezogen.
Als ich im Bekanntenkreis herumgefragt hatte, ob irgendwo ein Motor in einem Keller seinen Dornröschenschlaf hält und ich überall nur Verneinungen bekam, machte ich mich daran in blocket ( dem schwedischem EBAY )zu stöbern.
Parallel wurden mir von Freunden und Bekannten, die mein Elend nicht weiter mit ansehen wollten, ebenfalls Annoncen und Zeitungsartikel mit Motoren der unterschiedlichsten Stärken in den Briefkasten geworfen oder persönlich überrreicht. Wirklich lieb!
Dann fand ich einen Motor der von Größe und Preis genau zum Boot und Budget passt. Angerufen.... kann ich morgen?? ok .. bis dann!
Am nächsten Tag holte ich den Motor ab und erfreute mich das der Besitzer noch mal einiges vom Preis abliess. Hatte er doch in der Annonce von einem gewarteten Motor geschrieben und die Wartung irgendwie nicht mehr geschafft. Ich machte die Wartungsarbeiten ( Ölwechsel, fetten, schmieren, Vergaser reinigen usw. ) dann selber und freute mich über den guten Zstand des Motors und darüber, das er beim ersten ziehen am Startseil direkt ansprangt und genüsslich vor sich hintuckerte.
Tags drauf lud ich Familie, Boot und Motor ins Auto ( passt alles in den Twingo!) und ab nach Kollandsö einer Halbinsel im Vännern. Hier setzten wir das Boot zu Wasser und erfreuten uns am plätschern und der genüsslichen Fahrt. Die 7 ganzen und das halbe Pferd, das unter der Haube arbeiten, bringen das Boot mit Familie und Proviant im Standgas auf 6 km/h ( mit GPS gemessen ).
Wir fuhren ca. 3 Stunden auf den Wasserwegen und hatten einen Baggerspaß. Maeva machte das kleine Kapitänspatent. Ich zeigt ihr, wie das Boot zu steuern ist und sie machte sich eifrig daran uns durchzuschaukeln.




Besonders der Gasgriff hat es ihr angetan, geht das Boot doch so schön ab wenn mal den Pferden etwas mehr Hafer bietet. Als wir dann wieder am Bootshafen ankamen wollte ich den Motor noch einmal unter Vollast testen. Miri und Maeva stiegen aus und ich gab den Gäulen die Sporen. Immerhin katapultieren sie den Pott dann auf knappe 30 Sachen unter Vollgas, auch wenn man dann von Gemütlichkeit nicht wirklich sprechen kann.
Mittlerweile haben wir einige Stunden auf dem Wasser verbracht und sind wirklich happy über den Zuwachs in der Familie. Können wir doch in ihm wieder einige Zeit mehr zusammen verbringen (einer unserer höchsten Ziele in Schweden).



Petra ist ja eine eifrige Buchautorin, das ist ja hinlänglig bekannt. Wie viel Arbeit ein solches Buch macht, war mir bis dato nicht klar.
Sie befasst sich seit langem damit, welche Vorraussetzungen und Fähigkeiten man mitbringen sollte, wenn man sich eine Immobilie in Schweden zulegen möchte.
In ihrem neuen Buch

>>Mein Haus in Schweden<<

gibt sie ihr ganzes Wissen preis, das den zukünftigen Käufer mit der Thematik vertraut macht und wertvolle Tipps mit auf den Weg gibt. Sie beschreibt in aufeinander aufbauenden Kapiteln wie man sich richtig eine Immobilie sucht, den Weg von der Besichtigung bis zum Maklertermin und Bankangelegenheiten über die praktischen Tipps zur Feststellung (hoffentlich nicht auftretender ) Mängel und wie diese Vertraglich abgesichert werden können.
Zu viel möchte ich hier nicht preis geben, soll es sich doch lohnen das Buch zu lesen. Ich durfte es probelesen und habe unheimlich viele wertvolle Tipps erfahren, die ich allein sicherlich nicht bedacht hätte.
Mein Bescheidener Anteil am Buch war es dann, das Cover zu designen. Ich hoffe es gefällt!

Bestellen kann man es hier!



Zm ersten... zum zweiten.... und.......

Das kennt wohl jeder! Eine schwedische Auktion hat aber dennoch ihren besonderen Reiz.
Wir fuhren mit Petra und Andrea zu einer Auktion um dort einmal das Kaufverhalten der schwedischen Bevölerung zu Gesich zu bekommen.
Wer in diesem Artikel nun Lästerrei und Verulkung erwartet, wird bitter enttäuscht.
Auf einem Bauernhof in der Nähe von Grästorp trudelten wir gegen 10 Uhr ein um dann eine Stunde lang alle Güter die zur Auktion standen begutachten zu können.
Eine Auktion ist bei den Schweden mehr als nur ein Verkaufstag, es gleicht eher einem Familienfest. So kamen hunderte Menschen um dem regen Treiben beizuwohnen.
Draussen standen mehrere Anhänger gefüllt mit allerlei sinnvollem und sinnlosen Zeugs. Vom gebrauchtem BH Größe doppel F ( war am überlegen ob ich mir die als Hut mitnehmen sollte) über Fahräder und Maschinen, Geschirr und Kinderspielzeug bis zu Möbeln und Trödel aller Art wurde einem alles geboten.
Gegen 11 Uhr kam dann eine Schar Männer nach draussen um dort völlin unkompliziert mit der Auktion zu beginnen. Eine kleine Treppe als Bühne und ein Spazierstock als Hammer umfunktioniert ging es zur Sache. Die Leute kauften und boten mal mehr, mal weniger. Etwas erschrocken waren wir dann aber bei einigen Teilen dann doch.
So gab es zum Beispiel ein Sofa edelster Handarbeitskunst im Rokokostil. Edelste Schnitzereien und feinster roter Plüschstoff. Das Ding war in einem sehr gutem Zustand. Und nur Interessehalber stellten wir uns in der Nähe dieses Möbelstücks auf um zu sehen wieviele hunderte Euros den Besitzer wechselten. Ich tippte auf mindestens 500 Euros.
Wie wir, standen dann einige Leute in der Nähe des Sofas als es darum ging zu bieten.
Aber .... was... warum... steigert denn niemand. Startgebot? Fehlanzeige. Der Auktionator geht Schritt für Schritt niedriger mit dem Mindestgebot. 1000....500.....100....50?. Da kommt einer und zeigt auf. Nun aber denke ich mir, ist eine Auktion doch auch etwas Pokern. Nichts... kein weiteres Gebot.
Da wird dieses herliche Möbelstück für 50 Kronen ( ca. 5,50 € ) verkauft. Miri und ich schauen uns völlig verdattert an. Als dann das Welt-hässlichste Ölbild in einem schäbigem Rahem für 1600 Kronen verkauft wird, sind wir am Ende.
Versteh mir einer diese Menschen!.
Wir wahren dann ziemlich happy, das wir einen küschenschrank älteren Baujahrs und einen Tisch für zusammen 170 Kronen ersteigert hatten. Der Schrank wird neu aufarbeitet und im Landhausstil gefertigt. Der Tisch steht mittlerweile in der Wohnung.

Hätten wir Platz für das Sofa gehabt, stände dies nun auch bei uns.... 5 Euro?! pah!


Zwei Wochen nach Ostern kamen dann Hans und Rosi zu Besuch. Mit dabei war Rosis Schwester. Sie waren zum ersten mal in unserem Dorf, obwohl witzigerweise Hans Bruder im Nachbardorf wohnt. Sie wollten auf jeden Fall einmal die Massen an Kranichen sehen. Dummerweise war die Natur dieses Jahr auch hier in Schweden weit vorraus und somit waren beinahe alle Kraniche schon verpaart und auf dem Weg zu den Sommerplätzen. Immerhin konnten wir dann noch knapp 100 Vögel vorweisen. Wir gingen eine riesige Runde spatzieren um den Borkenern die unberührte Natur in unserer Gegend zu zeigen. Abends bei einem Gläschen Wein schwärmten wir dann noch von den erlebten Eindrücken. Leider mussten sie am nächsten Tag wieder abreisen, so das uns nur wenig Zeit blieb. Kurz aber intensiv, so waren die Stunden mit unseren deutschen Freunden. Wir freuen uns schon auf den Sommer, wo wir sicherlich einen Gegenbesuch in deren schwedischen Sommerhaus abstatten werden.





Soooooo. Das war dann wohl mit Abstand der längste Artikel den ich bisher geschrieben habe. Ich hoffe, ihr seid nicht eingeschlafen!

Ab sofort werden wir wieder mehr von uns hören lassen.

INTERNET!!!



Sorry für die lange Wartezeit. Aber leider hat das mit dem Internetzugang beinahe so lange wie bei der Telekom gedauert. Dafür haben wir nun ne flotte Leitung!

Ist heftig viel passiert in den letzten Wochen ... ich entscheide mich deshalb dafür einen ewiglangen Post zu schreiben und euch einen Überblick der Geschehnisse der letzten Wochen zu geben.... es lohnt sich bestimmt, etwas länger zu lesen.

Es wird mit dem Rekord der Kraniche beginnen über die Osterfeier und vom Fischen sowie einem Neuzugang in der Familie berichte ich danach. Wie ein Buch entsteht und wie die Schweden einen Auktionstag gestalten erfahrt ihr dann. Über den Besuch unserer deutschen Freunde berichte ich dann zum Schluss.

Also tief durchatmen und die Augen geputzt, nun kommt mit Abstand der längste Artikel.....

Viel Vergnügen