Mein neuer Arbeitsplatz
Mein neuer Arbeitsplatz
Wie es viele ja schon wissen habe ich(Miriam) nach meiner Sommerarbeit bei Arla Foods
eine neue Anstellung in einem schwedischen Kindergarten mit angeschlossenem Freizeitheim, auf Schwedisch förskola och fritidshem oder auch liebevoll daggis bezeichnet, gefunden.
Hier habe ich derzeit eine 75% Anstellung zur Vertretung (vikariat).
Nun bin ich seit fast 10 Jahren Abwesenheit wieder in meinem alten Beruf als Kinderpflegerin/ Erzieherin tätig. Und es macht mir Riesenspaß.
Es ist eine Elterninitiative.
Der Kindergarten besteht aus dem Elternvorstand, etwa 30 Kindergarten- und Schulkindern zwischen 1 und 12 Jahren und sechs Personen, die für das Wohl der Kinder sorgen, u.a. ich.
Meine blaue Gruppe besteht aus acht Kindern im Alter von durchschnittlich 5 Jahren.
In Schweden geht die Vorschule vom 1ten bis zum 5ten Lebensjahr. Danach wechseln die Kinder auf die Schule und besuchen eine Zwischenklasse, die so genannte nullte Klasse.
Somit werden meine großen bald wechseln.
Da der Kindergarten in einem großen Wohnhaus untergebracht ist, haben wir keine festen Gruppenräume. Alle Kinder spielen in der freien Zeit gemeinsam im Haus in den verschieden eingerichteten Räumen. Es gibt keine festen Bring- und Abholzeiten, wie wir es aus Deutschland kennen, sondern man richtet sich nach den Arbeitszeiten der Eltern. So kann es auch mal vorkommen, dass ein Kind erst um 11.00 kommt.
Damit man genau weiß, wann welches Kind kommt füllen die Eltern ein so genanntes Schema aus wo jeweils die Arbeitszeiten von Vater, Mutter und der Kinder aufgeführt werden.
Auch wir,das Personal haben unterschiedliche Arbeitszeiten. Ich beginne z.B. montags um 9.30 und habe um 17.30 Feierabend. Dienstags fängt mein Tag um 6.30 an und ich habe dann um 12.30 nach dem Essen frei. Auch am Mittwoch habe ich einen freien Tag.
Freitags haben wir rollende Arbeitszeiten, die wöchentlich wechseln.
Ein normaler Tag beginnt um 6.30 Uhr. Bis 8.00 haben die Kinder die Möglichkeit zu frühstücken. Dann wird gespielt. Um 9.30 sammeln wir uns für eine Obstrunde.
Danach ist Zeit für Gruppenarbeit oder Draußenspiel.
Um etwa 11.30 Uhr gibt es Mittagessen, jeden Tag im Daggis gekocht wird. Die Kleinen legen sich danach mit einer Erzieherin zum schlafen, während die anderen mit einer anderen Erzieherin ein Buch lesen. Inzwischen werden die Küche und Tische aufgeräumt.
Später gehen wir dann, wenn das Wetter es zulässt wieder nach draußen zum spielen oder spielen im Haus.
Ab dem frühen Nachmittag kommen dann auch die Schulkinder ins Freizeitheim.
Um 14.30 gibt es dann noch einmal eine Zwischenmahlzeit, das so genannte mellanm?l
Nach und nach werden dann bis um 17.30 alle Kinder abgeholt.
Da im Kindergartenalltag auch die Natur eine große Rolle spielt sind wir sehr viel draußen.
Auch haben wir einmal die Woche die so genannte Knytte (bei den kleinen) und Mulle bei den Großen.
Das heißt, dass wir dann mit einem Rucksack ausgestattet auf das Kindergartengelände gehen.
Zuerst haben wir fika. Die Kinder bringen dann Frühstück von zu Hause mit und essen draußen.
Danach machen wir dann etwas gemeinsam in der Natur, sprechen über Tiere oder machen Experimente. Da ist es auch egal welches Wetter herrscht, wenn es eben geht sind wir draußen.
Da wir auf dem Gelände Hügel, Steine, viele Bäume und auch einen kleinen Bachlauf haben gibt es viele Möglichkeiten sich hier aus zutoben. Vor allem die Seilbahn auf dem hinteren Teil des Geländes wird oft genutzt.
Alles in allem ein toller Platz wo die kindliche Fantasie geweckt werden kann, egal in welcher Jahreszeit.
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