Freitag, Juni 08, 2007

Martinas Abitur

Der Schulabschluss ist sicher ein wichtiges Ereignis für Jedermann. Die Art diesen zu feiern variiert aber stark. Hier in Schweden ist es ein großes Fest an dem Freunde und Familien geschlossen teilnehmen. Am letzten Tag der Schulzeit machen sich die Schüler in festlichen Kleidern und den typischen schwedischen Studentenmützen auf um ein letztes mal zusammen zu sein und ihre Lehrer gebührend für die Qualen der letzten Jahre in unbequeme Kostüme zu zwängen und sie dann quasi an den Pranger zu stellen.

Wir waren eingeladen zu Kenneths jüngster Tochter Martina zu kommen, um gemeinsam mit der Familie zu feiern. 2 Tage vor der Veranstaltung trafen wir uns bei Kenneth zuhause um dort ein wenig den Garten für die Feier vorzubereiten. Wir bauten einen Fallschirm als Sonnenschutz auf.



Und da an dem Tag zufällig Nationaltag war, aßen wir anschließend etwas Kuchen und tranken Kaffee. Wir schmückten die anwesenden mit kleinen Schwedenfähnchen um unsere Verbundenheit zu dem Land zu zeigen.



Eltern und Schüler versammelten sich am Tag des Schulabschlusses zuerst in der Odenhalle in Falköping um dort ein Abschiedszeremoniell zu feiern, bei dem verschiedene Personen vorsprachen und die Schüler verabschiedeten. Danach setzten sich alle in Richtung Marktplatz in Bewegung um dort von Freunden und Familienmitgliedern empfangen zu werden.



Für jeden Schüler wird ein Schild angefertigt auf dem ein Bild aus Kindheit der des Studenten zu sehen ist.



Versehen mit Namen und Klassenbezeichnung finden so alle Freunde schnell ihren Studenten. In einer Art Karnevalszug schreiten die Schüler einmal komplett um den Marktplatz um sich unter lautem Gesang und Rufen ihrer erlernten Lasten zu befreien. Einige Lehrer mussten ziemlich herbe herhalten und sich zur Schau stellen lassen in teilweise äußert heftigen Kostümen. Bei Temperaturen um die 30 C° sicherlich kein nettes Unterfangen. Dann lösten sich die Schüler aus dem Torso und gingen zu ihren Familien. Dort angekommen wurden sie beglückwünscht und mit den unterschiedlichsten Sachen dekoriert.
Üblicherweise, habe ich erfahren, hängt man ?seinem? Schüler ein Blumenkranz um den Hals. Die heutigen Freunde machen sich aber einen Scherz daraus die unmöglichsten Dinge anzubringen.




Und so war es nicht verwunderlich wenn mal schnell 10-15Kg Gewicht zusammenkamen. Martina bekam so viele Dinge, dass sie sich zum Schutz ein Handtuch unter die Bänder
legen musste.






Mehrere Tausend Personen feierten mit den Abschlussklassen und begleiteten diese dann auch vom Marktplatz zu einem Autokorso, der sich vom Markt einmal durch die Straßen Falköpings bewegte. Auf LKW`s, in Cabriolets oder sonstigen Fahrzeugen fuhren die Schüler auf und ab unter lautem Gehupe, Gesängen und Glückwunschrufen aus der Bevölkerung.

Anschließend trafen alle Familienmitglieder bei Martina zuhause ein. Dort gab es ein leckeres Buffet und alle saßen bei Sonnenschein und kühlen Getränken oder Kaffee zusammen und feierten ihr bestandenes Abitur. Gegen Abend ging die Feier zu Ende und Martina machte sich auf um mit den anderen Studenten anständig Party zu machen.

Für uns war dies eine weitere, sehr nette Erfahrung, hatten wir ein solches Ereignis in Schweden doch höchstens mal in einem Reisebericht gelesen selbst aber nicht miterlebt.Von Uns noch einmal ein "GRATTIS TILL EXAMEN"