Der Umzug nach Schweden
Sodele.... nach ein Paar Minuten zurück in Deutschland ( Da war doch noch eine letzte Prüfung am Mitwocch ) setzte ich mich brav an den PC und schreibe wie angekündigt etwas zum Thema Umzug.
Wir hatten bereits im November den nächsten Baumarkt aufgesucht und alle verfügbaren Umzugskartons gekauft, da ich der Meinung war, nur wenn die Kartons alle die gleichen Ausmaße haben, werden wir mit dem geplanten Raummaß des LKW`s (darf man neuerdings in Deutschland so schreiben ) auskommen. Unser Esszimmer hatten wir geplant als Lagerraum für die fertigen Kartons und zerlegten Möbel die wir nicht benötigten. Was Umziehen angeht sind Miriam und ich ein eingespieltes Team. Haben wir doch immerhin seit 1997 drei Umzüge sehr gut und durchdacht gemeinsam bestritten. Diesmal war alles wesentlich anders. Konnten wir früher doch "mal eben" ein weiteres mal zwischen Wohnung 1 und 2 pendeln um noch einen letzten Karton zu transportieren, hatten wir nun lediglich einen Versuch. Miriam und ich hatten im Vorfeld fest bechlossen, so großzügig wie möglich nicht benötigte Dinge bereits hier wegzuwerfen. Nun hatten wir ja Anfangs ein Haus mit 250qm im Auge und da benötigt man eine Menge Dinge, will sagen, alles sollte mit! Als wir im Dezember dann den Mietvertrag unterzeichneten fragte ich Miri Abends, ob wir alle Kartons die bereits fertig gepackt waren noch einmal öffnen sollen, oder ob wir erstmal allen Krempel mitnehmen und ab JETZT unseren Vorsatz einhalten sollen. Variante 2 war genommen und ich bestellte bei Rückkehr in Deutschland einen Container. Die Komoden und Schränke brauchten wir ja nicht weiter, da im neuem Heim Einbauschränke in jedem Zimmer vorhanden waren. Sammelanruf bei Verwandten und Bekannten. Braucht ihr noch?? könnt ihr das noch stellen??. Abholtermin vereinbart und Freude über die Reaktion, das viele unserer Dinge ein gutes neues Zuhause bekommen und nicht im Abfall landen müssen. Dann weiter ans Packen. Kurz vor Weihnachten sind wir mit dem gröbsten soweit durch, das wir bis auf Maevas Zimmer alles abgebaut haben. Miri und ich schlafen auf einer Matratze, Die Kleidung ist abgezählt und von Gemütlichkeit keine Spur. Irgendwie erinnert doch alles etwas an meine erste Junggesellenbude, mal vom Großformatposter eines Motorades abgesehen ;o)
Weihnachten haben wir uns aus Mangel an geselligen Ambiente bei unserer Verwandschaft eingenistet. Zwischen den Feiertagen dann noch mal gemütliches Weiterpacken, wobei das meiste eigentlich bereits fertig ist. Dann, Silvester wollten wir ursprünglich zu Freunden ins Ruhrgebiet, leider ist aber ein Verwandter von ihnen ins Krankenhaus gekommen und wir mussten die Feier abblasen. Aus der Not heraus machten wir vier dann ein Picknick auf der Matratze im Schlafzimmer bei Käsehäppchen, Sekt und Dinner for one. Ich nutzte die Gelegenheit und legte mich gegen 9 schlafen, weil ich morgens drauf meinen Smart nach Hamburg bringen musste. Mitternacht: alle nach draussen und Feuerwerk genießen, mit Nachbarn anstoßen und ein wenig plaudern. Dann noch mal für 2 Stunden ins Bett und anschließend nach Hamburg.
2. Januar. Heute darf ich den LKW abholen.... Merkwürdig irgendwie. Da arbeitet man monatelang auf diesen Tag hin und nun ist er da! Gegen 5 bringt Miriam Maeva und mich in einen Nachbarort zur Leihstelle. Der Lkw ist da und relativ schnell geht die Übergabe so das wir uns schnell in Bewegung setzten. Die Helfer hatten wir für 7 Uhr bestellt. Die ersten waren schon viel früher da, so das wir noch ein Paar Minuten zusammenstanden und klönten.Maeva und Timon ( das Kind unserer Freunde ) hatten Baggerspaß mit der Hebebühne des Lkw`s und daran auf der leeren Ladefläche herumzulaufen.
Der weitere Ablauf des Geschehens ist unglaublich gewesen. Als alle Helfer zusammen waren machten wir uns gemeinsam (inklusive der Kinder) ans Werk. In Sage und Schreibe 1 1/2 Stunden waren ALLE!!! Kartons, Möbel und sonstige Dinge aufgeladen. Das hätten wir nicht erwartet, Niemals. Gut 4 Stunden hatte ich eingerechnet. 3 mit Vielbeschäftigung und eine weitere fürs Feine. Zurrgurte anbringen, Lücken füllen und ähnliches, aber nun nach so kurzer Zeit konnte der Lkw abgestellt werden und wir gingen in den Garten um noch ein wenig zu grillen. Gegen 10 Uhr waren dann alle Helfer wieder auf dem Weg nach Hause.
Was hätten wir ohne Euch gemacht?? Ich war sprachlos, und alle die mich kennen wissen, das dieser Zustand sehr selten anzutreffen ist.Ich kann sicherlich nicht oft genug DANKE sagen. Danke für die riesige Hilfe, und Danke das ihr uns in dieser schweren Stunde so stark unterstützt habt.
Drei Uhr am 03. Januar. Aufstehen, die letzte Matratze aufladen und den LKW für die lange Fahrt fertig machen, heißt Tachoscheibe schreiben, noch einmal alle Spielgel kontrollieren, Maevas Stofftiere und Kissen einpacken. Miriam kann nicht weiter schlafen. Sie wollte eigentlich erst gegen 7 aufstehen. Wir fahren los. Erster Halt in Borken. Dort laden wir noch ein Paar Möbel von Hans, einem Freund auf, der sein Sommerhaus in Schweden hat. Gegen 5 gehts dann in Richtung Norden.Der Lkw beweist sich als sehr gut motorisiert. Dummerweise hat irgendjemand einen Geschwindigkeitsbegrenzer einbauen lassen so das dieses Gefährt selbst im freien Fall nicht mehr als exakt 85 km/h erreicht. Die Fahrstunden erwähne ich an dieser Stelle nur Ansatzweise. Wenn ich präzise von Lenk- und Ruhezeiten berichten müsste, könnte mir das den Führerschein kosten.Fähre problemlos, Dänemarks Autobahnen wie immer sehr eintönig, Öresundbrücke schon in der Abenddämmerung. Mist! wollte ich hier doch schon am frühen Nachmittag sein.
Dann am Ende der Brücke die Mautstation. Bezahlen, Schranke geht auf und...... Oh Nein!! Ein Zöllner winkt uns zur Seite.Der Horror. Genau das war meine größte Angst!. Ich sehe mich schon den Lkw abladen allein und bei Regen. Ih begrüße mit meinem Sonntagsschwedisch den Herrn und versuche so selbstbewusst und freundlich wie nur irgend möglich zu sein.Ahh.... Umzug, wie?? " Machen Sie mal bitte auf". Er schaut hinein und........ fertig!! Das wars. Er fragt noch wo es denn hingehen soll und stellt fest das er in diese Gegend ja immer im Frühjahr fährt um dort zu fotografieren. Schöne Weiterfahrt dann noch und ach ja " Välkommen till Sverige"
Dann spät........ sehr spät abends Ankunft bei Hans Sommerhaus. Abladen der Möbel, noch eine kleine Tasse Bier und ab in die Federn. Maeva war dermaßen auf, das sie nicht einmal bemerkt hat das sie aus dem Bett gefallen ist.Alex, der seit der Fähre in Deutschland die ganze Zeit hinter mir her gefahren ist, träumt heute Nacht sicherlich vom Hertz-Schriftzug der sich in sein Auge eingebrannt hat. Wie zermürbend. Da hat er einen sportlichen Flitzer und darf mit 85 über viele Stunden einer weißen Wand hinterherfahren. Ein kleiner Erfolg. Sein Borcomputer begrüßt bei Halbzeit den neuen Fahrer, der wurch sein ökonomisches Fahrverhalten auffällt. (lol)
Morgens drauf nun nur noch eine kleine Strecke. Die 4 Stunden Fahrzeit sind wie im Fluge weg.Miriam und Murmur warten mit Rembrandt und dem Restgeviech schon auf uns. Sofort gehts ans auspacken. Hans und sein Bruder ( der im Nachbardorf von uns wohnt) kommen nach und im Nu sind die wichtigsten Kartons und Möbelstücke im Haus.Abends haben Alex und Hans bereits das sehr tückische Gästebett ( welches Kurzerhand noch schnell beim IKEA um die Ecke gekauft wurde ) aufgebaut. Somit hat Hans schon mal sein Nachtlager fertig. Maevas Zimmer wird eingeräumt und Miriam und Schwiegermutter bekamen ihr Bett im Schlafzimmer. Alex und ich übernachteten kurzerhand bei Inger in Trädet.
Morgens drauf fuhren Hans und Murmur schon früh zurück nach Deutschland. Sie wären gerne länger geblieben, doch Hans musste seine Tochter Tags drauf zum Flughafen bringen. Wir leerten nach und nach den LKW und gegen Nachmittag war auch der letzte Karton im Haus verschwunden.Samstag morgen.Alex und ich fahren wieder in Richtung Deutschland. Bis Hamburg benötigte mein Pfeilschneller Lastwagen wieder mehr Stunden als gedacht.Irgendwann Sonntags kam ich dann in Schweden an. Ich hatte kurzerhand ein Hotel in Dänemark aufgesucht denn die vergangenen Tage forderten jetzt ihren Tribut.So genial habe ich ewig nicht mehr geschlafen.
Unter dem Strich gesehen, war unser Umzug ein voller Erfolg.Einzig anzumängeln wäre, das ein weiterer Besitzer der Klasse 2 sinvoll erscheint.
Bilder vom Umzug gibts nach langem Lesen dann jetzt hier!
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