Neue Adresse vorhanden
Wir sind am Samstag den 09. Dezember aufgebrochen um nun in Schweden nach einer Bleibe zu suchen. Unser Hausverkauf hatte sich ja sehr hingezogen und eine Doppelbelastung wollten wir uns nicht antun. Nun, da das Haus, und somit einige Sorgen aus dem Kopf waren konnten wir uns mit vollem Elan auf Häusersuche machen.
Miriam hatte in den vergangenen Monaten immer wieder das Internet durchstöbert und bei hemnet.se und blocket.se allerlei Häuser oder Wohnungen gesucht und gefunden. So hatten wir einen sehr enggestrickten Terminplan für die Woche in Schweden. Die Reise war sehr angenehm, weil einerseits das Wetter mitspielte und zum anderen die Straßen frei waren. Dazu kam der Luxus, das unser Freund Hans und ein elektronisches Buchungssystem auslieh mit dem man bevorzugt auf der Fähre und der Öresundbrücke behandelt wird und es bequem vom Konto abgebucht wird. Geniale Sache dieses Ding (Wir legen es uns auf jeden Fall auch zu!!!). So kamen wir sehr entspannt nach nur 11 Stunden Fahrzeit in Trädet an wo uns Inger und Stig Fagerson sehr lieb begrüßten. Hier hatten wir diesen Sommer auch eine Woche verbracht. Inger hatte den Kamin angefeuert und bei einem leckerem Rotwein verbrachten wir dann noch ein paar Minuten am Feuer um uns dann hinzulegen. Sonntags hatten Miriam und ich Zeit für einen kleinen Spaziergang. Dann fuhren wir nach Sandhem, wo das erste potenzielle Kaufobjekt stand. Ein sehr großes (255qm) Haus mit viel Platz Drumherum und guter Lage.
Uns viel nur auf, das auf der Straße zum Haus viel Müll an den Seiten lag. Vorzugsweise Bierdosen. Keine Vorurteile dachten wir uns und freuten uns auf Montagmorgen, wo wir auch ins Haus durften.
Wie verabredet warteten der Makler des Hauses und seine Mitarbeiterin auf uns.
Beim Betreten des Hauses fielen wir allerdings ungebremst zu Boden mit unseren Träumen. Ein Gestank der an eine öffentliche Bahnhoftoilette in Großstädten erinnerte bohrte sich ungnädig in die Nasen. Der Grund war schnell gefunden. In dem Haus lebten ca 10-15 Katzen seit 2 Wochen allein. Dazu kam die mindesten gleiche Anzahl Hausratten in einem Käfig der für vielleicht 3 dieser Spezies gedacht war. Die untere Hälfte des Rattenkäfigs, also die Kunststoffwanne stand bis zur Hälfte gefüllt mit den Ausscheidungen und die Ratten sahen dementsprechend gesund aus. Wir sind beileibe nicht zimperlich, aber beim Gedanken, das die Holzwände und Böden, die ja offenporig sind, diesen Gestank über Monate abgeben würden, ließ uns das Haus in einem neuen Licht erscheinen. Nun muss man aber sagen, und das haben wir erst im Nachhinein herausgefunden, das die Familie die hier lebte arge Probleme im täglichen Leben hatten. Auch der Makler lies uns wissen, das diese Gegend nicht zu den ersten Adressen im Lande gehört. Nachdem wir das Haus als nicht Eickhofftauglich verlassen hatten, hat und die Mitarbeiterin des Maklers noch eine weitere Immobilie gezeigt, die uns wesentlich besser gefiel. Hier war die Lage wesentlich besser, die Nähe zur Schule gegeben ( das war eine Auflage die das neue Zuhause erfüllen musste!) und die Substanz völlig gesund. Ein Gutachten lag ebenfalls vor, das, und daran könnten sich die deutschen ein Vorbild nehmen, jede Kleinigkeit aufführte und den aktuellen Zustand dokumentiert. Leider sollte es mit diesem Haus auch nicht klappen, da ungewiss war , ob und wann der derzeitige Bewohner ( der momentan in Finnland ohne Anbindung ans Mobil oder Festnetz verweilte) denn mal das Haus verlassen würde. Nach Umzug sah es für uns dort nicht aus. Und mein Bauch sagte: Wenn Du in Januar vor verschlossenen Türen stehen möchtest, nimm es! Uns war es schien ein wenig peinlich der guten Dame vom Makler auch hier abzusagen. Enttäuscht und etwas abgeschlagen gingen wir in eine Pizzeria im nächsten größeren Ort, bestellten unser Essen und wurden im perfekten deutsch angesprochen.
Ihr seit Deutsche, stimmts? Fragte uns der Pizzabäcker. Ich schaute ob ich irgendeinen Hinweis an mir trug, war ich doch der Meinung das ich eigentlich sehr deutlich und gut auf Schwedisch bestellt hatte. Euer Akzent verrät euch, fuhr er fort. Habe selber 18 Jahre bei Nürnberg gewohnt, lies er uns mit stark Bayrischen Einschlägen wissen. So kamen wir kurzerhand ins Gespräch und er sagte uns wie übel der Ort doch sei, den wir gerade unverrichteter Dinge verlassen hatten. Das baute uns dann etwas wieder auf. Wahid, so sein Name, nannte uns zum Abschied noch einige Plätze an denen man mit Kindern nach Wohn -und Arbeitsplatz suchen könnte. Danke dafür. Solche Informationen bekommt man hier nicht gleich im ersten Gespräch.
Neuer Tag, neues Glück.
Eine Hausbesichtigung in einem kleinen Ort stand auf dem Plan. Wir hatten uns mit dem Hausverwalter Kenneth verabredet und trafen uns am Haus. Sehr gepflegt, war der erste Eindruck. Dieser bestätigte sich beim öffnen der Eingangstür. Hell, freundlich und gut aufgeteilt, waren Attribute die bei beiden fielen. Kenneth nahm sich Zeit und erklärte uns alles am Haus und zur Technik. Das er selbst dieses Haus gebaut habe und darum so gut bescheid wisse, lies er uns voller Stolz wissen. Miri uns ich waren uns schnell einig. Diese Immobilie hatte für uns unzählige Vorteile.
Maevas Schule liegt keine 50 Meter von der Haustür entfernt, der Ort hat alles was er braucht, die Natur ist reichlich vorhanden und 3 größere Städte sind innerhalb 15 Minuten zu erreichen. Er liegt nahe dem Hornborga-See, einem Naturreservat das alljährlich tausende Ornithologen lockt, um das seltene Schauspiel des Brauttanz der Kraniche zu erleben, die hier jeden Frühling zu zehntausenden verweilen, bis das die Brut flügge geworden ist.
Hierzu werde ich bestimmt ausführlich berichten sobald es so weit ist.
Wir durften uns dann noch zur Krönung eben noch die Tapeten aussuchen die für uns angebracht werden. Was soll das Kosten?, so meine Frage. Völlig verdutzt sagte uns Kenneth, das das doch wohl zum Service gehöre, wenn man eine Wohnung beziehe, das diese Grundrenoviert sei. Die Kosten bräuchten wir nicht tragen, das mache der Hausbesitzer. Nun waren wir platt. Wir suchten die Tapeten aus und er nahm uns noch mit und lud uns zum Mittagessen ein, wo wir dann seine Frau kennen lernen sollten, die Zufällig nebenan in der Schulbibliothek arbeitet. Sie begrüßte uns ebenfalls sehr freundlich und erzählte uns vom Ort und deren Einwohner und den Highlights der Region. Dann schlug sie vor doch noch mal eben zur Schule zu fahren, damit sie uns diese zeigen könne. Wir also ins Auto und ab ins Dorf in die Schule. 60 Kinder 8 Lehrer! Das liest sich doch schon mal gut dachten wir. Und wie der Zufall es will, bekommen wir noch eine Kurze Audienz bei der Rektorin, die Miriam sofort fragt, ob es zufällig sein könne, das sie sich hier einmal beworben habe, das Gesicht käme ihr so bekannt vor. Uns Tatsächlich, genau an diese Schule hatte Miri im Frühjahr eine Bewerbung als Vorschullehrerin geschickt. Klein ist die Welt!
Es mag zwar etwas poetisch klingen, aber ich sagte abends zu Miri.
Wir sind in die Ferne gefahren und nach Hause gekommen.
Dieses Gefühl hatte sich eingebrannt, da doch alle sehr zuvorkommend und freundlich zu uns gewesen waren. Sie hatten sich viel Zeit genommen und wenn mal ein Wort nicht gleich parat war, auch mal geduldig gewartet bis wir es entweder umschrieben, oder das Wörterbuch zur Hilfe genommen hatten.
Nur eben ein Bild von außen. War doofes Wetter, aber weitere werden GANZ SICHER folgen.
1 Comments:
Hej! Tack för mailet. Vilket fint hus ni ska bo. Det ska bli roligt att f? er hit till Sverige :-) Nu är det inte m?nga dagar kvar. Jag hoppas att vi kan ses nästa ?r när ni har kommit till rätta i huset. Ha ett gott nytt ?r.
hälsningar
Annelie
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