Samstag, Januar 30, 2010

Eiskalt erwischt

Am Mittwoch hat es uns in Schweden wieder kalt erwischt. Es fielen gut 20-40 com Neuschnee.
Da am Donnerstag der Trauergottesdienst für Annica stattfand machten wir und am Mittwochabend, nachdem ich um 16.30 mit der Arbeit fertig war, auf nach Broddetorp.
Ich hatte am Donnerstag und Freitag frei und so wollten wir die Zeit nutzen damit Maeva ihre Freundinnen treffen konnte.
Es fing schon um drei an zu schneien und dabei pfiff ein flitziger Wind.
Als wir dann in Stockholm auf die Autobahn fuhren fing das Pokerspiel dann richtig an:
Wo ist die richtige Spur?
Der Schneedienst lies mächtig auf sich warten und man konnte nur mutmaßen wo wohl die richtige Sur ist um nicht in eine der Schneeverwehungen steckenzubleiben. Ich lag zum Schluss mehr auf dem Beifahrersitz um nicht auf die Straße gucken zu müssen und die Kratzspuren im Amaturenbrett sind immer noch sichtbar.
Nach gut 7 Stunden Rodelfahrt (sonst sind es gute 4h) kamen wir kurz vor 0.00 endlich in Broddetorp an. Nur noch schnell im Wohnwagen ins Bett und die Finger wieder entkrampfen.

Heute,am Samstag waren es dann morgens um 9.00 -20 Grad und ich glaube dann es rund Sonnenaufgang auch noch eine ganze Ecke kälter war. Da war es dann auch im Wohnwagen ein wenig frischer wie sonst.

Nun liegt wieder ein Batzen Schnee mehr und ein Ende des Winters ist noch lange nicht in Sicht.
Es liegt jetzt seit Anfang Dezember durchgehend Schnee.
Spaßig wird es wenn die ganze weiße Pracht sich mal in Wasser auflöst. Aber daran muss man derzeit nicht denken, denn auch die nästen Tage werden wir kein Pluszeichen auf dem Termometer sehen. Und auch jetzt sind es wieder -20 Grad um 19.30

Lustig ist es immer,wenn ich mit dem Hund spazieren gehe, denn man hat immer das Gefühl das man ungebetene Gäste in der Nase hat, es aber nur die Nasenhaare sind die von der Kälte einfrieren. Daher geht ohne warme Kleidung hier derzeit gar nichts. Ansonsten sind es nur Verrückte oder Hundebesitzer die bei den Temperaturen dann noch vor die Tür gehen ;-)


Morgen geht es dann zurück nach Ekerö, bin mal gespannt ob die Rückfahrt ein wenig schneller geht.
In diesem Sinne: Viele Grüße aus der Gefriertruhe des Nordens.


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På onsdag gjorde vi oss på väg till Broddetorp pga Annicas begravnings gudtjänst. Jag fick ledig på tordag och fredag och så fick Maeva leka med kompisar och var på besök i skolan också.
I eftermiddagen börjarde det redan att snöer som helst och vinden båste mycket också. Efter sju timmer körning har vi kommit framme och det har varit inte rolig att köra. Normalt tar det bara fyra timme.
Man såg ingen väg, bara snö. Nu är det igen -20 grader ingen vår är i sikt.
Imorgon gårdet tillbacka till Ekerö och jag hoppas det tar inte så långt tid igen.

En hälsning ut frysen.

Dienstag, Januar 19, 2010

Wir trauern um Annica

Am vergangenen Samstag ist unsere langjährige Freundin Annica nach schwerer Krankheit verstorben. Annica litt unter einer sehr seltenen Nervenkrankheit die leider immer tödlich endet.

Wir sind dankbar, für die vielen wundervollen Momente die wir mit Annica verbringen durften.
Sie war uns immer eine große Stütze und eine geschätzte Freundin. Wir werden sie sehr vermissen.


Förra lördag har vi förlorat varan bästa kompis Annica. Hon gick efter en sjukdom, som tyvärr alltid slutar dödlig. Vi kommer att saknar henne mycket.

Freitag, Januar 01, 2010

Heiligabend und gott nytt år

Zuerst möchte ich euch allen ein frohes,gesundes neues Jahr
wünschen! Gott nytt år!


Auch wenn nun das
alte Jahr schon wieder Geschichte ist,will ich euch den Heiligabend nicht vorenthalten.
Der Heiligabend begann in diesem Jahr mit dem Besuch in der Kirche in Ekerö. Maeva spielte beim Krippenspiel mit,das vom Kinderchor aufgeführt wurde. Die Kirche war proppenvoll.
Nach dem Krippenspiel sang Maeva zum Höhepunkt eine Strophe von "Stille Nacht" allein auf deutsch, bevor die Gemeinde dann auf schwedisch weitersang.


Nach der Kirche ließen wir es locker angehen. Da der Jultomte (Weihnachtstroll) schon da war, haben Maeva und meine Mama alle Geschenke mit einem Weihnachtssiegel versiegelt.


Am Nachmittag haben wir uns dann warm eingepackt und haben einen Spaziergang gemacht. Da es ja immer noch früh dunkel wird, sollen man diesen vor 15.00 machen. Danach ist es zappenduster. Es war eine herrliche Luft und es zogen leichte Nebelschwaden durch, was das Licht der untergehenden Sonne noch schöner machte.







Als wir dann alle rotgefrohrene Nasen hatten und die Haare von Rembrandt rund um die Nase weiß vom Frost waren, ging es zurück und wir tauten unsere Füße mit Glögg und Kaffe wieder auf.

Natürlich konnte Maeva es nun kaum noch erwarten. Gegen 17.00 war Bescherung. Der erste der auspacken durfte, war Rembrandt. Er lungerte eh immer schon um den Baum herum, da er wohl neben seinem Knochen noch die Weihnachtssalami roch.
Frank und ich bekamen ein schönes Schild für den Wohnwagen auf dem steht:
Des Campers Fluch ist Regen und Besuch,klein steht darunter....Regen geht ja noch.....


Meiner Mama gaben wir ein wenig Lernlektüre mit auf den Weg, nun kommt sie ums schwedisch lernen nicht mehr herum;-)Zum Glück hat der Jultomte auch viele warme Sachen mitgebracht, denn es liegt seit nun drei Wochen durchgehend Schnee und das Thermometer geht äußerst selten in den Plusbereich.
Frank bekam dann auch noch einen Trabbi mit passendem Duschgel.
Maeva war recht fleißig und hat in der Schule viele schöne Sachen gewerkelt. Da wurd uns allen warm ums Herz.
Ich hätte noch eine Menge Bilder reinsetzen können,aber das würde den Rahmen sprengen.
Wir hatten auf jeden Fall schöne Feiertage und nun schauen wir mit großer Zuversicht nach vorn ins Jahr 2010, unser nun schon viertes Jahr in Schweden.

Wir hoffen das ihr auch weiterhin fleißig unserer Blogg lest und wir freuen uns immer über nette Komentare. Die näste Zeit wir es definitiv wieder einiges spannendes zu berichten geben........


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Först vill jag önskar er ett gott nyt år 2010!


Vi har firat jul med mina föräldrar.
De visste inte att vi bor för tre månader på Ekerös Prästgård. Till sista februari får vi bor här.
Efter överraskningen att vi måste firar julafton inte i husvagen på campingplatsen började vi julafton i Ekerös kyrkan. Maeva har spelat med kören i krubbspelet. Sedan har hon sjungat stilla natt på tyska.
Efter kyrkan tog vi det liten lungt. I eftermiddagen tog vi en promenad,det var jätte fint ute,men solen var redan på gång att går ner.
När vi var fryst allihoppa har vi värmt fötterna med kaffe och glögg.
Kl: fem fick vi endligen packar ut alla presenter. Rembrandt fick börjar,han fick ett stort ben,men salami som liggade under granen tyckte han lukter gott ocksa.
Min mamma fick många svenska böcker, nu kan hon läsa svenska. Maeva fick många fina presenter. Frank har fått et paket med en Trabbi, en gamal bil från Östra Tyskland. Han åkte själv tidigare Trabbi. Det passande duschgel fick han också.
Vi två har fått en skild för husvagn. Det står Campers förbannelse är regn och besök,regn är inte så fårlig....
Vi har haft det varmt och mysig.

Nu kolla vi fråmat i 2010 och hoppas ni läser fortfarande på varat blogg.

Donnerstag, Dezember 24, 2009

God Jul! Frohe Weihnachten


Euch Lesern da draussen.
Wir werden nun den Glögg aufsetzten, gemütlich am Kamin sitzten und das alte Jahr gebührend abschliessen. Wir wünschen Euch allen ein ruhiges und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Übergang ins neue Jahr



Mittwoch, Dezember 23, 2009

Nu können wir`s ja sagen......

...das wir den Wohnwagen für eine kurze Periode gegen ein Pfarrhaus eingetauscht haben.
Anfang Dezember bekamen wir von meinem Arbeitgeber das Angebot für drei Monate im Pfarrhaus der Gemeinde zu wohnen.Das Haus ist aus dem 17 Jahrhundert und hat über 250qm.
Hier dürfen wir einen Teil des Gebäudes nutzen.

Da meine Eltern zu Weihnachten nach Schweden kommen wollten und es ursprünglich so aussah das Weihnachten dieses Jahr auf dem Campingplatz stattfindet, wollten wir sie mit unserem kleinen Ausflug in ein Herrenhaus auf Zeit überraschen.
Wir sind also Anfang Dezember eingezogen und haben meine Eltern im Glauben gelassen,das wir immer noch im Wohnwagen wohnen.Für meine Eltern hatten wir eine Stuga gemietet.( was ursprünglich auch so gedacht war).
Jedes Mal,wenn wir mit ihnen geskypt haben,sind wir alleman mit dem Computer in den Wohnwagen auf den Hof des Pfarrhauses gedackelt und haben ihnen Horrorstorys vom Campingplatz erzählt.Danach sind wir dann alle wieder zurück ins Haus gestapft.
Alle wurden angehalten sich nicht zu verplappern und wir haben genau abgesprochen was wir erzählen dürfen und was nicht.
Meine Eltern haben jedes Mal über ihre neuerworbenen,campingtauglichen Schnäppchen berichtet und innerlich mußten wir immer lachen da diese Dinge nicht wirklich zum Einsatz kommen würden.

Wir haben es tatsächlich geschafft dicht zu halten und meine Eltern haben bis zum Schluss nichts geahnt.
Am Samstag,als Frank meine Eltern vom Flughafen abholte,erzählte er ihnen,das sie noch eben zum Pfarrhaus müssten,da ich angeblich noch für eine Seniorengruppe Kaffe kochen helfen müsste und ich die Schlüssel für die Stuga hatte.
Selbst als sie die Auffahrt hochkamen und unser Wohnwagen dort stand haben sie es nicht begriffen.
Erst als meine Mama unsere Möbel im Haus sah begriffen beide so langsam,das sie Weihnachten nicht in eine engen Stuga mit Etagenbett verbringen mussten.
Statt dessen ist es ein warmes Zimmer,das ebenerdig steht und man muss auch nicht mit dem Klopapier über das Grunstück laufen........
Also,eine gelungene Überraschung.Und es gibt sogar einen großen,richtigen Weihnachtsbaum!!!!!


Und diese Weihnachten werden sogar weiß.Seit vorigen Dienstag hat es jeden zweiten Tag geschneit.Und das nicht nur so ein bißchen.
Auf der Terasse des Hauses stehen zwei Stühle,die mit jedem Schneefall mehr und mehr verschwanden.


Dienstag,15.12 nachdem ersten Schneefall
Donnerstag nach einem Schneefall,der hier den Nahverkehr in
sämtlichen Städten lahmlegte.
Samstag 19.12 war dann der Stuhl verschwunden
Zwischendurch fiel das Thermometer auf -15 Grad. Aber alle genießen es und es ist herrlich anzusehen.Auch wenn man regelrecht Muskelkater nach jedem Spaziergang bekommt,da so hoch Schnee liegt.
Langsam wird es etwas wärmer,aber bis morgen wird der Schnee definitiv nicht dahinschmelzen.
Somit stehen die Zeichen auf jeden Fall auf Weiß!

Samstag, Dezember 05, 2009

Die alte Adresse....

....ist nun Geschichte.

Unsere Wohnung in Broddetorp ist nun so gut wie geräumt und es war sehr schwer für uns dieses Kapitel zu schließen. Wir haben gemerkt das wir doch stärker verwurzelt waren als wir es uns vielleicht eingestehen wollten.
Es war eine sehr schöne Zeit in Broddetorp und wir haben viele liebe Menschen kennen und lieben gelernt.
Aber fest steht das einige Freundschaften auch diese Entfernung standhalten,wie zu unserem Vermieter Kenneth und Annika.

Nun schauen wir Richtung Stockholm und versuchen auch hier einen Platz zu finden an dem wir uns zu Hause fühlen können.
Sobald wir eine neue Adresse haben werden wir diese unseren Familien unf Freunden mitteilen.

Solange sind wir nur über e-mail, Handy und Skype erreichbar.

Vielen Dank an alle die uns mit ihren guten Wünschen und stärkenden Worten zur Seite stehen!
Es tut gut zu wissen das wir nicht allein ist.........


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nu är varan hus i Broddetorp nästan tomt och vi har flyttat nu till Stockholm.
Det har varit svårt att lämnar område och alla varan kompisar.Men nu titta vi mot Stockholm och på nya uppgifter.
När vi har en ny adress och telefonnummer lämnar vi det till varan kompisar och familjer.
Så länge kan ni pratar med oss över e-post ,mobilen eller via skype.
Varan gamla adress och telefonnummret bli nu ogiltig.

Sonntag, November 22, 2009

prominente Nachbarschaft...

.....man glaubt es ja kaum noch.
Nach fast fünf Wochen Sonnenabstinenz und allen Grautönen die ein Himmel nur bieten kann,gab es gestern mal ein paar Minuten mehr Sonne und der Himmel zeigte sich von seiner blauen Seite.
Das nutzen Maeva und ich direkt aus und fuhren mal ein wenig durch die Nachbarschaft,denn bisher haben wir Ekerö und Umgebung mehr im Dunkeln wie im Hellen sehen können.

Wir machten uns auf zum Schloss Drittningsholm,welches der Privatsitz der schwedischen Königsfamilie ist.Es liegt direkt am Wasser und hat einen herrlichen Park.Ein Teil des Geländes ist zugänglich.
Es tat gut mal ein wenig Sonne zu tanken und auch mal etwas anderes als "Arbeit" und die engen vier Wände zu sehen.Und man konnte sehen,das es vielen anderen auch so ging.


Eines steht fest,über Platzprobleme kann die Königsfamilie nicht klagen ;-)

Dann sind wir noch auf einer kleinen Insel gewesen,die Helgö heißt.Es ist eine sehr kleine Insel,die stark bewaldet ist.
Hier lebt auch eine prominente Person,nämlich Agneta,die Mitglied der wohl populärsten Band ABBA war.
Auf dem Weg zurück haben wir dann auch promt noch andere Wesen getroffen,die auch die Sonnenstunden genießen wollten.Eine Elchkuh mit zwei Kälbern,die dann von der Straße aus durch die Vorgärten stapften.....Leider ist die Bildqualität etwas schlecht.

Gut,das wir den "Hausputz" um einen Tag verschoben haben,denn heute ist es wieder grau und nass.Aber auf jeden Fall hat man wieder ein wenig Sonne im Körper gespeichert was einem erst mal wieder ein wenig Energie gibt.


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Endligen fick vi igår liten sol att ser.Det var länge sedan att det har varit solig här.Hela november har varit grått och blött.
Så tog Maeva och jag chansen att åkte liten rund på Ekerö.
Först har vi tittat på Drottningsholm slott och sedan åkte vi till Helgö,en liten ö som också bor Agneta från bandet ABBA. Sist har vi träffat tre älgar som nutjade solen också som vi.
Det har varit skönt med liten ljus med idag har det börjat igen och regnar.

Mittwoch, November 18, 2009

Wetterkamera die zweite....

Hallo. Da wir nun unmittelbar vor dem Umzug nach Stockholm stehen, werden wir Ende der Woche unsere Wetterkamera ausschalten. Nach derzeigem Stand wird es sicherlich auch noch etwas hinziehen, bis wir sie an dem neuem Heimatstandort installiert haben. Übergangswese nutzten wir unseren mobilen Internetzugang. Da sich bei dem aber alle 12 Stunden die IP ändert und der Upload nur gering ist ist der Aufwand größer als der Nutzen. Seid aber versichert, das sobald wir wieder über einen Festanschluss verfügen und somit eine statische IP bekommen, werden wir die neue Adresse hier veröffenlichen. Momentan ists eh fast nur dunkel.... :-)

Damit euch die Kameralose Zeit nicht zu lang wird, hier ein Screenshot vom November.

Sonntag, November 15, 2009

ein Umzug der anderen Art...oder....

....über 7 Brücken müssen wir gehn.......

Nun bin ich schon seit über vier Wochen in Stockholm und ich kann derzeit nicht behaupten,das es wirklich langweilig wird.
Auf meiner neuen Arbeitsstelle hatte ich einen guten Start.Aber es herrscht hier in vielen Dingen doch ein anderer Takt als auf dem Land.Angefangen mit dem Autoverkehr.Da muss man/frau sich erst einmal wieder umstellen.

Meine erste Arbeitswoche begann ja direkt mit einer Studienreise nach Deutschland,auf den Spuren von Martin Luther.Wir waren u.a. in Berlin,Wittenberg,Erfurt und Eisenach.Dort haben wir viele spannende Stationen Luthers besucht und es war für mich recht intressant zu sehen was einen Einfluß die Reformation auch auf die schwedische Kirche hatte.U.a. waren wir auf der Wartburg.Auf dem Bild halten unsere Pastoren gerade eine Sonntagsandacht.
Schön war vor allem für mich zu Beginn meiner Anstellung alle Angestellten aus dem Pastorat zu treffen.Somit weiß ich nun wer alles dort arbeitet.

Wieder zu Hause angekommen ging es dann direkt weiter mit der Arbeit.Ich habe mich häuslich im Wohnwagen eingerichtet und freitags abends ist immer "fredagsmys" angesagt.Wir habe eine gute Pizzaria gefunden.Damit diese auch auf den kleinen Tisch passt gibts immer ne Familienpizza,sonst wirds nämlich eng.

Das erste Wochenende haben Maeva und ich uns dann mal auf gemacht und die Umgebung erkundet.Wir sind dann auf das Ekebyhovslott gestoßen,das von meiner Arbeitsstelle ein Katzensprung liegt.Ein schöner Art zum spazieren gehen.

Auf dem Gelände stehen Unmengen alte,verschiedene Apfelbäume,teilweise gepflanzt 1910.Hier kann man dann die Äpfel auch vernaschen.Es war zwar nicht mehr viel auf den Bäumen als wir dort waren,aber wir haben einige leckere Sorten probiert.



Das waren die angenehmen Stunden.

Alles andere ist weiterhin noch sehr chaotisch.Dieser Umzug wird definitiv ein völlig anderer.
Geplant war,das Maeva,Frank und Rembrandt solange in Broddetorp wohnen bis wir auf Ekerö etwas bezahlbares gefunden haben,was derzeit eines der größten Probleme ist.
Da Frank einen kurzen Arbeitsausflug nach Norwegen machte,zog Maeva und Hund dann voriges Wochenende kurzfristig bei mir ein.
Somit begann die näste Etappe:Maeva brauchte eine neue Schule.Wir sind dann vorigen Montag zu einer Schule,die aber keinen Platz frei hatte.Beim zweiten Anlauf hatten wir Glück.Nun kann Maeva morgen in iher neuen Schule beginnen,muss dann allerdings nach der 5.Klasse nochmals wechseln.Aber das hätte sie in Broddetorp auch gemußt.
Zum Gück durfte Maeva die Woche über mit mir zur Arbeit gehen.

Da Franks Arbeit in Norwegen leider nicht unseren Erwartungen entsprach werden wir uns nun auf die Wohnungsuche konzentrieren.In Broddetorp sieht es nicht mehr wirklich gemüdlich aus.Wir fahren nun in Etappen Möbel und Kartons Richtung Stockholm und lagern diese in einer Art Container ein, damit wir flexibel sein können.


Auf jeden Fall wird es dieses Jahr ein wenig andere Weihnachten geben,denn wir wollten Weihnachten "eigendlich" mit meinen Eltern nochmal in Broddetorp feiern.
Nun ja,nun wird es Weihnachten im Wohnwagen und in der Stuga auf dem Campingplatz geben.Somit fällt der Weihnachtsbaum in diesem Jahr etwas kleiner ausfallen......


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Tiden går snabb.Nu är jag redan över fyra veckor här på Ekerö.Jag har haft en bra start på jobbet.Men det är liten anolunda ändå här i stan.Det börjar med trafiken.
Min studieresa till Tyskland har varit jätte intressant.Vi har varit på Maritn Luthers fotspår bl.a. i Berlin,Wittenberg,Eisenach och Erfurt. En plats har varit Wartborgen också.

När Frank och Maeva är här på helgarna gör vi naturligen fredagsmys också.Vi har hittat en bra pizzeria och att pizzan passar på bordet tar vi en familjpizza.Annars är bordet för små.

Maeva och jag åkte liten rund första helgen och hittade vid Ekebyhovs slott ett äpplebank.Här står många olika äppleträd som man kan smaka på.

Varan flyttning till Stockholm går sakta.Vi har inte hittat en lägenhet änn.Nu ställa vi alla möbler i en container och bor fortfarande i husvagn.
Maeva börjar nu på Ekerö på skolan.Frank har börjat ett jobb i Norge men har slutat igen,för det gick inte så som vi har tänkt oss.
Så bli det i alla fall en anolunda jul i detta år för i egendlig har vi planerat att firar jul med mina föräldrar i Broddetorp.Nu bli det jul i husvagn och stuga och julgranen bli liten mindre.......

Freitag, Oktober 09, 2009

Abschied und Neustart......Hej då och nystart

Gestern war es an der Zeit mich von meinem alten Arbeitsplatz zu verabschieden.
Es war sehr schwer für mich,habe doch gemerkt das mir alle sehr ans Herz gewachsen sind und sie mir fehlen werden.Habe aber viele gute Wünsche und Leckereien mit auf den Weg bekommen,die mir den Neustart auf Ekerö erleichtern sollen.

Heute geht es nun Richtung Stockholm,Frank ist schon mit meinem "Haus" auf dem Weg und Maeva und ich werden uns gleich auch auf den Weg machen.
Werde euch dann mit neuen Geschichten wieder mit etwas Lesefutter versorgen.
Bis dahin.........sage ich nun "Hej då Broddetorp.


Nu för mina svenska läsare:

Igår var det dags att säga "hej då" på Kvarndungens förskola.Det har varit jätte tråkig för mig för att jag trivs bra där.Har varit jätte ledsen att lämna er.
Men nu måste jag kolla fram.Jag har fått många fina presenter,så att nystarten bli säkert bra för mig.
Tack till alla personal,föräldrar och alla barn på Kvarndungen!!! Jag kommer och saknar er.
(ett stort kram speciell till Berit och Malin!)

Snart åker Maeva och jag till Ekerö,Frank är redan på väg med mitt "hus" för nästa tiden.
Helgen stanna vi allihoppa på Ekerö.Och på måndag bli det ett nytt start.
Jag skriver i nästa tiden liten hur mitt liv på Ekerö är och ni kan läser lite över mitt nytt jobb.

Ni får ha det så bra så länge och vi hörs......

Dienstag, September 29, 2009

Der erste Frost....Herbstimpressionen

Nachdem gestern abend ein richtiger Herbststurm aufkam und das Laub nur so von den Bäumen gefegt wurde hat es in den Morgenstunden den ersten richtigen Frost gegeben.
Um 7.00 Uhr waren es - 2Grad und herrlich windstill. Die Sonne scheint nun und es ist klare Luft.Als ich dann mit Rembrandt meine Morgenrunde gemacht habe,habe ich die Zeit für einige Bilder genutzt.


















Es war einfach schön und so fängt ein Tag noch gleich noch besser an.

Montag, September 28, 2009

Herbstbeschäftigungen...oder wir bauen uns ein Traumhaus

Jaa,wie ihr ja wisst ist es hier schon seehr herbstlich und die Tage werden kürzer.
Gerstern war wieder ein richtiger Herbsttag,trübe und ziemlich windig.Also sucht man sich wieder Beschäftigungen die man doch eher im Haus durchführen kann.

Nachdem Maeva vor längerer Zeit man wieder auf die Idee kam mit Lego zu bauen, haben wir ihr unsere große Holzkiste vom Dachboden geholt die voll mit dem Lego aus Franks-und meiner Kindheit ist.
Waren vor kurzem einmal in einem Spielzeuggeschäft und haben festgestellt das es sich doch lohnt gewisse Dinge wohl aufzubewahren.
Gestern haben wir dann also alle man lang in Maevas Zimmer auf dem Boden gelegen und mit Lego gebaut. Ach,wenn man mal wieder drin ist in der Marterie macht es doch einen riesen Spass und ich habe wieder festgestellt das es doch eins der sinnvollsten Spielzeuge ist....nicht nur für Kinder. (zumindest wenn man nicht schon alles vorgefertigte Teile hat)

Es war einfach nur herrlich in den Steinen zu wühlen und nach einern,dreiern und sonstigen Kleinteilen zu suchen. Was eigenlich nur für ein Stünchen geplant war, dehnte sich aus über den späten Nachmittag bis in den frühen Abend.

Da kann man dann doch mal sehen das es noch zeitloses Spielzeug gibt,das sich bis heute hält und sich ausser den Farben und wahrscheinlich dem Preis nicht soo viel geändert hat.

Natürlich durfte auch Rembrandt nicht fehlen,der ja in alles seine feuchte Nase steckt und immer mittendrin liegen muss.Nachdem er sich dann aber wirklich mittenrein gelegt hat wurde er dann doch ins Wohnzimmer verbannt.



Bei der ganzen Bauerei ist dann auch tatsächlich etwas herausgekommen und die Steine reichten auch. Frank und ich haben uns ein Haus gebaut das wir uns auch in Wirklichkeit gern bauen würden.Aber alles geht halt doch nicht.Und somit besteht das Traumhaus nun erst mal nur aus Legosteinen. Aber ist doch nett geworden,oder?!


So wie hier wünschen wir uns unser nästes Zuhause,an dem wir ja nun wieder arbeiten müssen,da ja ein Umzug auf Dauer wohl anstehen wird,wenn alles nach unseren Vorstellungen geht und ich einen guten Start auf Ekerö habe.
Vielleicht sitzen wir dann auch bald oben auf der Terasse und trinken Kaffee.




Dienstag, September 22, 2009

Der Herbst,der Herbst,der Herbst ist da.Er bringt uns......

...Wind heihossasa.

Langsam aber stetig wird es bunt nun im Lande Schweden.Nachdem der Sommer ja nicht so ganz dolle war startete der Herbst sonnig und windig.


Wir haben die erste frische Briese genutzt und unsere Lenkdrachen herausgekramt. Frank hat eine grosse Matte und Maeva einen kleinen Einleiner.
Als erstes versuchte ich mein Glück Franks Drachen in die Luft zu bekommen.Das war auch nicht das Problem,denn es war mächtig windig.Allerdings hob ich gleich mit ab und hüpfte wie ein Känguruh über den Acker.Ich hatte das Gefühl das meine Zehenspitzen kurz vor dem Ausbruch aus meinem Schuh standen,so heftig zog der Drachen.
Dann war Frank an der Reihe,der nicht minder über den Acker hüpfte,trotz mehr Gewicht.
Leider konnte ich das so schnell nicht in der Kamera festhalten.
Maeva schaute sich das ganze aus sicherer Entfernung an,ihr Drachen verhielt sich ruhig in der Luft und sie genoss es im Gras liegend in die Luft zu gucken.


Der Herbst,der Herbst,der Herbst ist da.Er bringt uns....."Eine Insel,da ist eine Insel"




Am letzten Wochenende stand ein Kurztripp in den Stockholmer Raum an. Wir haben zum einen das schöne Wetter nocheinmal genutzt um ein letztes Wochenende im Wohnwagen zu verbringen. Der Hauptgrund war allerdings ein Vorstellungsgespräch auf Ekerö,eine Insel im Märlarensee vor den Toren Stockholm.

Ich habe mich in einem Kindergarten beworben und bin von über 100 Bewerbungen unter die letzten vier gekommen,die sich vorstellen durften.
Wir sind dann Donnerstags mit der Wohndose in Richtung Ekerö aufgebrochen und haben die erste Nacht auf der Insel vor einer Schule übernachtet.
Freitag morgen wurde es dann spannend. Der erste Eindruck war sehr positiv und ich wurde sehr freundlich empfangen.Nach über einer Stunde war das Gespräch beendet und es hieß zittern.
Denn einen Bescheid bekam ich noch nicht.

Nach dem Gespräch haben wir uns dann aufgemacht und haben den Wohnwagen auf einem Campingplatz abgestellt.Dann haben wir die Insel mit dem Auto erkundet,ein kleines,nettes Städchen mit viel Grün herum.
U.a. befindet sich auf der Insel das Schloss Drottningsholm,welches der Wohnsitz der schwedischen Königsfamilie ist.
Hier mal der Link für neugierige: http://www.ekero.se Unter Turism kann man auch etwas auf deutsch über die Insel lesen.
Am Samstag haben wir beschlossen ein wenig Großstadtluft zu schnuppern.Wir haben uns mit der U-Bahn auf den Weg nach Stockholm City gemacht,eine feine Sache flott und ohne Parkplatzsuche.
In der Stadt wurden wir dann mit Livemusik begrüßt,es spielte eine Band und eine Partei nutzte es Werbung für sich zu machen.

Großstadt hat ja auch was für sich,man kommt in Geschäfte,die es auf dem Land nicht gibt und man findet dort recht lustige Sachen.In einem Kostümgeschäft gab es ne Menge davon.
Wir sind dann die Einkaufsmeile einmal rauf und runter gelaufen und sind bis zum schwedischen Parlament gekommen.Danach haben wir uns auf den Rückweg gemacht,da Rembrandt ja im Wohnwagen auf uns wartete.


Der Herbst,der Herbst,der Herbst ist da.Er bringt uns.......große Veränderungen.
Nun ist es amtlich.
Ich habe eine neue Anstellung gefunden. Ab dem 12. Oktober beginne ich meine neue Anstellung im Kindergarten der schwedischen Kirche auf Ekerö!
Nun werden die Karten neu gemischt und es steht auf Dauer ein Umzug an.
Allerdings werde ich zuerst allein nach Ekerö gehen bis die Probezeit überstanden ist.
Solange werden Frank und Maeva Broddetorp die Treue halten.
Für mich heißt es dann am 12.Oktober : "Ekerö,ich komme!"










Sonntag, August 30, 2009

Wenns in Broddetorp regnet,scheint in Blomstermåla die Sonne...

Das Broddetorp ein Wetterloch ist haben wir ja so langsam schon herausgefunden.
An diesem Wochenende waren wir in Blomstermåla bei unseren guten Freunden Hans und Rosi eingeladen.Wir haben uns am freitagabend mit unserer Wohndose auf den Weg gen Ostküste gemacht und sind wie oft im Regen losgefahren.
Nach einem noch größeren Regenguss haben wir kurz vor dem Ziel beschlossen auf einem Parkplatz an einer Kirche zu übernachten.Frank sagte mal,dort sei es immer still und man kann dort gut schlafen.Naja,es war eine sehr unruhige Nacht mit einer lauten Party in der Nähe,einem direkt am Wohnwagen vorbeibrausenden Bus und Leute die laut quatschend vorbeigingen.Ruhig war diese Nacht wahrlich nicht.
Nach dem Frühstück sind wir dann bei Hans und Rosi angekommen und bekamen ein zweites Frühstück mit leckerem Lachs.Da war die Nacht wieder vergessen.
Wir haben dann einen kleinen Ausflug in die Umgebung gemacht und waren u.a.in Pataholm,ein winziges Dorf mit alten Häusern direkt am Wasser. Hier haben wir ein wenig die Sonne und die frische Briese genossen.

Die vielen Briefkästen sind typisch für Schweden.Wenn sie dann noch so schön bemalt sind wie hier sieht es doppelt schön aus.

Da Rosi es liebt zu fotografieren hat sie nahezu jede Situation im Bild festgehalten.


Maeva und Rembrandt haben es gewagt mal die Füße ins Wasser zu stecken und Rembrandt war vom Wasser nicht ganz so angetan,da es salzig schmeckte.





















Frank haben wir zwischendurch im Småland abgesetzt,damit wir ungestört in einem Keramiklanden und einem danebenliegenden Loppis (Trödel) schummeln gehen konnten.( kleiner Scherz).
Man glaubt es kaum aber hier an der Küste gab es die zwei Tage wesendlich weniger Regen als bei uns in Broddetorp.Dank unserer Wetterkamera hatten wir immer das Wetter zu Hause im Blick und waren heilfroh,das wir dieses Wochenende "nicht" zu Hause waren.Es goß in ströhmen.
Das Wolkenspiel an der Küste war herrlich und Rosi musste den Himmel immer mit auf dem Bild haben.






Nach dem Ausflug geb es einen Willkommenssekt inklusive Sonne auf der Terasse bei Hans und Rosi.Mums mums.








Rembrandt war natürlich auch mittendrin,wie immer.



Maeva nutzte die Zeit um Rosies Schaukel in Beschlag zu nehmen.



Nach einem Bier und einem leckeren Abendessen ging es dann zum gemüdlichen Teil über; d.h. eine Runde Mahjong und Ubongo,unsere Lieblingsgesellschafts Spiele.
Maeva und Rosi haben uns gnadenlos abgezockt.Die beiden im Doppelpack,da waren wir chanchenlos.
Nach einem schönen Abend und einem nochmals leckeren Frühstück ging es wieder zurück in unser Wetterloch.

"Skål Hans och Rosi och tack för nästan."

Sonntag, Juli 19, 2009

fredagsmys......typisch schwedisch

Es stand wieder das Wochenende vor der Tür und das Wetter war leider nicht so super,das man es unbedingt draußen verbringen wollte.
Da Frank kurzfristig nach Deutschland mußte um Freunden von uns zu helfen haben Maeva und ich uns es gemüdlich gemacht,mit Fernsehn,Kaffe und Paj und abends Pizza und Chips.
Es war Zeit für " fredagsmys"

Für die Schweden ist der fredagsmys ein wichtiger Teil der Woche,man verbringt Zeit mit der Familie,schaut gemeinsam einen Film,ißt etwas leckeresund kuschelt sich zusammen aufs Sofa.Natürlich darf dasKnabberzeug auch nicht fehlen.
Dazu gibt es eine sehr schöne schwedische Werbung einer Chipsmarke.


Der Inhalt ist etwa so zu übersetzten,das die Woche nun vorbei ist und es Zeit für den "fredagsmys ist" Die Teenies hoffen u.a. das die Eltern nicht stören.......


Wie gesagt,auch bei uns stand Fredagsmys an. Es war ein gemüdlicher Abend.Natürlich durfte auch Rembrandt nicht fehlen,da ja vielleicht auch für ihn noch ein Krümmel herunterfallen könnte.


"Nu är det dags för fredagsmys!"

GRATTIS MAEVA !

Am 14.7. war es wieder soweit.Unsere "Kleine" hatte Geburtstag.

Maeva ist nun 11 Jahre alt geworden.Nur war sie vor 11 Jahren noch etwas

kleiner als sie es heute ist und war etwas leichter zu tragen.




Da ich leider kein frei bekam,gab es dann am Nachmittag ein gemüdliches Stündchem mit einer kleinen Torte.Die Geschenke durfteMaeva aber schon am Morgen auspacken. Maeva hat sich sehr über die lieben Grüsse und die Päckchen gefreut.Danke an alle.

Da am 14.7. u.a.auch die Kronprizessin Victoria Geburtstag hat ist dieser Tag ein offizieller Flaggentag.Aber natürlich wurde auch für Maeva die grosse Flagge gehiesst.





Von dem Geld das Maeva zum Geburtstag bekam,hat sie sich eine neue Stereoanlage gekauft und einen MP3 Spieler. Dann gab es noch Bücher,etwas zum anziehen und andere Kleinigkeiten. Von uns gab es einen neuen Wecker damit sie nach den langen Ferien wieder besser aus dem Bett kommt,die Ferien hier gehen noch bis zum 18.August.


Auch wenn wir nicht mit der ganzen Familie feiern konnten wie wir es früher immer im Garten gemacht haben,hatten wir einen schönen Tag zusammen

Alles Liebe zum Geburtstag von Mama und Papa!

Sonntag, Juni 21, 2009

Rund Broddetorp im Sommer

Der Frühsommer startete mit vielen verschiedenen Veranstaltungen.

Eine der besten und lustigsten war wohl mit das Forumstreffen vom Schwedentreffpunkt in Ulricehamn.
Eigens dafür ist aus einer Laune heraus eine Versteigerung(Auktion) entstanden.U.a. hatte Frank dafür drei Wackelelche geschreinert.Weitere Artikel waren gemalte Taschen,ein Glas Honig. Wir haben viele nette Menschen getroffen und die Auktion war ein riesen Gaudi.
Am Pfingstsonntag kam dann meine Mama zu Besuch.Wir holten sie vom Flughafen ab.Über Pfingsten hatten wir richtig gutes Wetter,was allerdings nicht von Dauer war. Damit unser Besuch auch einmal etwas anderes als nur Broddetorp sieht sind wir dann das Wochenende drauf an die Westküste auf die Insel Orust gefahren.Zwar hat es zu Beginn geregnet aber dann wurde es doch noch schön und wir konnten sogar draußen grillen.Und auch der Wein ist nicht an den Händen festgefrohren.



Wir sind dann über die glattgeschliffenen Felsen geklettert um die tolle Aussicht zu genießen.Reinholt Messner hätte es nicht besser gemacht.


Nach diesem Kurzurlaub an der schwedischen Westküste ging es für Maeva und mich direkt in den nästen.Wir flogen mit Mama nach Deutschland um eine Woche"Heimaturlaub" zu machen.Dabei haben wir nicht nur meinen Papa überrascht,der von unserem Kurztripp nicht die geringste Ahnung hatte und am Flughafen ziemlich dumm aus der Wäsche schaute als er statt einen Pasagier gleich drei mitzunehmen hatte.
Damit wir nicht die Woche nur mit Verwanschaftsbesuchen verbringen mussten hatten wir zusammen mit Mama ein schwedisches Frühstück für die bucklige Verwandschaft geplant.Dazu hatten wir einige Leckereien aus Schweden mitgebracht und alles schön hergerichtet.Das Wetter an diesem Tag entsprach exakt dem schwedischen Midsommarwetter,nämlich Regen.




Der ein oder andere hatte zwar schon was geahnt,aber die mesiten waren doch überrascht uns zu sehen.




Es haben sich dann auch alle das Frühstück schmecken lassen.Schön das ihr alle da ward,Familie!









Nach einer Woche,wieder zu Hause in Schweden ging es dann auch wieder weiter im Programm.Nun bin ich wieder bei Arla und dieses Jahr arbeite ich an der Linie für geriebenen Käse.Nicht das es dort nur Käse gibt,nein, es gibt auch ne Menge was man behalten muss,nämlich wann man welchen Knopf zu drücken hat.
Aber am Donnerstag nach der Arbeit ging es dann erst einmal ins Midsommar Wochenende.
Ja,es war nämlich Midsommar.Es war das Wochenende das dem 21.6. der Sommersonnenwende am nästen ist. Frank hat uns mit einem kleinen Ausflug nach Örebro überrascht.Wir sind dann auf einen Campingplatz mit angeschlossenem Abenteuerbad gefahren und haben hier das Wochenende verbracht.

Das Wetter war sogar mal besser als sein Ruf,den bekanntlich regnet es immer auf Midsommar.Von kleinen Schauern abgesehen war uns aber nur zum Lachen zumute.
Wir haben die freie Zeit genossen,u.a. mit schwimmen,grillen und einfach mal nichtstun.






Zwar waren wir auf keiner offiziellen Veranstaltung,aber Maeva tanzte dann nachträglich singend auch einmal um den Baum....."sma grodorna,sma grodorna....."





Am Samstag sind wir dann in Örebro gewesen und haben uns ein wenig die Stadt angesehen.Vor allem in Wadköping ,der Altstadt,war es sehr schön und ist eine Reise wert.Hier wurden alte Häuser und Hanwerk wieder lebendig.
Auch der Stadtpark ist schön angelegt und bietet gute Möglichkeit zur Erholung.




Hier schnuppern die beiden an einer Gewürzorgel.






Anhand der Schatten kann man sehen,es gab nicht nur Regen und wir hatten ein sehr schönes Wochenende.
Nun geht es wieder mit voller Kraft voraus und wir sind schon gespannt wo wir das näste Mal mit unserer Wohndose landen.Seit dem wir den Wohnwagen haben kommen wir richtig herum in Schweden und bekommen mal mehr als "nur Broddetorp und Arbeit" zu sehen.

Donnerstag, Mai 28, 2009

Wetterkamera

Nach einigen vergeblichen Versuchen eine funktionierende und vor allem videosendende Webcam zu installieren ist nun geglückt. Ab sofort könnt ihr aus unserem Gästezimmer live in Richtung Deutschland sehen.

Dazu einfach hier klicken

Wetterkamera

viel Spass

Frank

Sonntag, Mai 17, 2009

Bubbelgum und Mamma Mia

Es war wieder soweit,die jährliche Schulaufführung unter dem Oberbegriff "Bubbelgum" stand auf dem Stundenplan der Schule.

Dieses Jahr unter dem Motto des schwedischen Musicals "Mamma mia" von Abba.

Grundlage der Geschichte war "Sofie" die heiratet und gern ihren Vater einladen will.Allerdings weiß sie nicht wer ihr Vater ist.Sie findet das Tagebuch der Mutter und stellt fest das gleich drei Männer in Frage kommen könnten.
Somit läd sie alle drei ein um heraustzufinden wer ihr Vater ist. Zur Überraschung der Mutter.

Vor der eigendlichen Veranstalung wurde wie bei fast allen schwedischen Veranstaltungen eine Lotterie veranstaltet,sprich man kann Loose ziehen.Eine der Lieblingsbeschäftigungen der Schweden.Von dem Erlös wird dann ein Schulausflug organisiert. Natürlich durfete auch die Kaffeefika nicht fehlen. (was würden die Schweden nur ohne Kaffee machen)
Alle Kinder der Schule von der Vorschulklasse bis zur 5.Klasse haben mitgewirkt,das der Abend ein musikalischer Höhepunkt wird.


Maeva stand dieses Mal als Moteratorin auf der Bühne.Sie hat durch den Abend geführt.Allerdings hat einer die Kleiderordnung für den Abend etwas falsch verstanden.


Es wurden so bekannte Lieder wie Mamma Mia.....


...Dancing Queen....



...und Waterloo gesungen.

Zum guten Ende der Geschichte hat dann nicht Sofie geheiratet,sondern ihre Mutter.


Alle Eltern waren sehr zufrieden mit ihren Kindern und haben fleißt applaudiert. Es war wieder eine rundum gelungene Veranstaltung und bei dem ein oder anderen sind bei diesen Liedern bestimmt die wilden Jugendzeiten zurück ins Gedächtnis gerufen worden.
Schön ist einfach immer wieder das trotz Schulpläne und igendwelchen Studien sich die Zeit genommen wird um auch mal aus dem Schulalltag auszubrechen. Und dafür u.a. lieben wir Schweden.
















Samstag, Mai 02, 2009

Lang lang ist`s her.

Hallo liebe Leser. Nach über einem Jahr Abstinenz ist es wirklich mal an der Zeit das ich ( Frank ) mich mal wieder schriftlich zu Wort melde.
Im Jahr 2008 hat Miriam den Blog gepflegt. Wir hatten gesagt, das wir diese Aufgabe teilen wollen. Mein 2008 war wirklich Abwechslungsreich.

Fangen wir an im Sommer 08. Vor den großen Ferien haben wir bei Volvo jede Möglichkeit genutzt um Überstunden zu machen. Das war teilweise schon an der Grenze des Arbeitsgesetztes. Dann nach den Ferien aus heiterem Himmel ein Auftragsrückgang von über 60%. Hurra. Hier kommt die Konjunkturkrise. Ganz plötzlich fragten die Abteilungsleiter ob man nicht die Überstunden abfeiern wolle. Nach weiteren 2 Wochen weitere Rückgänge und die ersten Konsequenzen in anderen Abteilungen ( in unserer war lediglich eine Person betroffen )
Alle Leiharbeiter wurden entlassen. Dann die Leute deren Vertrag bis September ging usw.
Anfang Oktober dann die Nachricht, das evtl. alle die keinen festen Arbeitsvertrag haben zum 23. Dezember gehen müssen, würde sich die Krise weiter so gestalten wie bisher.
Mitte Dezember die ernüchternde Nachricht, alle Zeitvertragsangestellten müssen gehen.

Somit hatte ich meinen letzten Arbeitstag bei Volvo wie 680 andere Personen am 23 Dezember.
Frohe Weihnachten!!

Im Januar mal umgesehen nach einer neuen Möglichkeit. Skaraborg ( unsere Region) hat es in Schweden am härtesten getroffen, ist doch hier die meiste Industrie ansässig. Knapp 30.000 neue Arbeitslose innerhalb von 3,5 Monaten. Die Internetseiten der Arbeitsvermittlungen sind leer.
Ich, positiv wie immer, denke mir : Nun ja, warten wir mal 2 Monate ab, es wird sich schon was tun. Einige Spass-Bewerbungen ( z.B. bei einer nahegelenenen Freizeitanlage als Angelguide )
Dann spiele ich mehr und mehr mit dem Gedanken einen Job in Norwegen zu suchen. Dort ist Fachpersonal dringend gesucht. Und aufgrund der hohen Ölvorkommen hat es Norwegen nicht im geringsten getroffen in der Krise. Einige erste Informationen gesammelt und mit Vertretern von EURES ( Länderübergreifendes Arbeitsamt ) Kontakt aufgenommen.
Ich hatte mir das Ziel gesetzt, bis Ostern zu warten und dann richtig aktiv zu werden, hatte ich doch eine schriftliche Zusage des Chefs bei Volvo, das ich zurück kommen kann, sollte sich was tun.

Ein neuer Gedanke. Ich werde ja immer wieder von Leuten angerufen, die Problemchen mit ihrem Computer haben. Warum nicht eine eigene Firma gründen?. Mal erkundigt, wie es mit staatlichen Beiträgen, steuerlichen Vorraussetzungen usw. aussieht. Beiträge: Null. Der Rest gar nicht mal soooo schlecht. Einer meiner "Kunden" ist Steuerberater. Er schlägt vor mir für die bisher entgegengebrachte schnelle Hilfe mit Steuerrechtlichen Dingen zu helfen.

Drei Tage später kommt es dann ( Miriam vermutet mittlerweile eine höhere Macht dahinter) mal wieder ganz anders als ich dachte. Mein längster Kunde Hakan spricht mich an ob ich mal eben seinen Computer reparieren kann. Ich fahr zu ihm, und tu wie mir geheißen. Beim Plausch während einer Installation sagt er das die Handwerker die seit längerem bei ihm arbeiten allesamt ein Problem mit der Ordnung hätten. Ich frag ihn ob er Interesse hätte "Deutsche" Ordnung und Struktur zu haben. Er sagt: warum nicht, Du hast ja momentan Zeit.

OK. Ich also Tags drauf zu ihm. Chaos! Absolutes Chaos. Kein Raum seiner Gebäude ( ausser Wohnhaus) kann durchgangen werden ohne über etwas klettern zu müssen, oder ohne irgendwo drunter herzukriechen. Wow, ist das heftig. Ich also erstmal einen Schlachtplan gemacht und mich der Schreinerei gewidmet. Hier alles Haarklein zu erzählen wäre echt zu viel des Guten. Nur so viel. Es war nicht einfach da Ordnung reinzubringen.
Nach einer Woche, es hatte sich bereits einiges geändert, kommt Hakan zu mir und teilt mir mit, wie sehr er von der Effektivität und der Struktur begeistert wäre. Dann bietet er mir kurzerhand an fest für ihn zu arbeiten. Handschlag-besiegelt und fertig.

Ab März arbeite ich also in einer Konferenzanlage mit herrlichem Blick über den Hornborgasee.
Mein Arbeitsweg ist knapp 800m lang und die Bezahlung um einiges besser als bei Volvo. Ich bin verantwortlich für die Vorbereitungen und Durchführungen der Konferenzen. Darüber hinaus noch alles was an Technik an und in den Gebäuden anfällt. Kurz: Mädchen für alles.
Ich teile mir den Tag ein wie ich mag. Niemand beobachtet mein tun. Genial.


Und weil es das Leben gut mit uns meint haben wir uns entschlossen die Familie zu vergrößern. Nein, nein, nicht was ihr schon wieder denkt. Ihr wisst doch, wir haben mit Maeva bewiesen das wir es können und haben es danach sein gelassen ;)

Wir haben uns ein rollendes Gästehaus zugelegt.
Ich habe ja schon seit geraumer Zeit mit dem Gedanken gespielt mir nen alten Wohnwagen zuzulegen um mit meinen Kumpels, wenn wir angeln fahren auch mal draussen übernachten kann ohne ein Zelt aufzuschlagen. Die Nächte in Schweden sind auch im Sommer oft empfindlich kalt. Mein Kumpel Peter hat eine solche alte Wohndose. Sowas wäre passend für mich, dachte ich. Mit Miri darüber gesprochen. Diese fragte dann, wenn wir eine solche alte Kiste hätten, ob es dann auch möglich wäre mit der ganzen Familie zu reisen?. Ich denke nach und sage: Nun wenn wir auf jeglichen Komfort verzichten können, schon.
Ein paar Tage später fragt mich Miri, ob es denn nicht ein "junger" gebrauchter sein solle. Wir mal die verschiedenen Internetportale aufgeschlagen und entsetzt über die hohen Preise bei den Gebrauchten. Der Wertverfall ist in Schweden die ersten 8 Jahre kaum zu merken. Da kostet ein 5 Jahre alter Wohnwagen gerade mal 2000 Euros weniger als ein neues Modell. Zu dem kommt, das wenn wir ein schwedisches Modell ( KABE, Polar, CABY usw.) kaufen würden sind die Grundpreise heftigst hoch. Ok, die Verfügen über Winterisolierung, Fußbodenheizung usw. aber das Design ist uns dann doch irgendwie zu, na sagen wir mal, EICHE RADIKAL. Mal geschaut was Obelink in Holland so hat. Aha, das sieht schon etwas anders aus. Dann für den Marktführer entschieden. Preise mit den hiesigen verglichen und siehe da, der Unterschied zwischen schwedischen Preisen und denen in Holland ist, wenn man die Überführungs- und Zollkosten mal draufrechnet, beinahe identisch. Dann zu einem Händler in der Nähe gefahren und mal die verschiednenen Modelle "anprobiert". Ich hatte dann zwei Wohnwagen in der engeren Auswahl. Meine beiden Damen ins Auto geladen und den Weg nochmals gemacht.
Modell 2 gefällt allen. Und hier sie also, unsere Wohndose.



Falls sich jemand fragen sollte: Wie um alles in der Welt können die den Wagen ziehen mit nem Smart oder nem Twingo sei gesagt, der Smart hat letzten Jahr im April bei einer Blitzeisaktion jäh sein Leben gelassen ( Trauerminute ) dafür ist dann der hier an seine Stelle getreten.



Bilder vom Innenraum und den ersten Ausflügen kommen, soviel ist sicher ;-)


Nun, somit sei gesagt, das wir trotz einiger Unkenrufen aus der alten deutschen Nachbarschaft entgegen, ein geregeltes und SEHR zufriedenes Leben haben. An eine Rückkehr nach Deutschland denken wir nicht mal im geringsten.

Euch allen einen schönen Frühling.

Samstag, April 25, 2009

Vartecken und andere kleine Geschichten

Nun ist Ostern schon wieder vergessen,aber ich will nocheinmal ein Ereignis beschreiben.

Ostern herrschte hier wieder der Ausnahmezustand.Grund dafuer war die "Tranikrikmässan",die jedes Jahr von Karfreitag bis Ostersonntag in der Turnhalle in unserem Dorf stattfand.

Ich habe mich mit einer Bekannten mal under das Verkäufervolk gemischt.Elly,eine gebuertige Holländerin und ich haben uns mit einem Floristik-und Dekostand dazugesellt. Zwischen Knäckebrot und Käse aus der Region haben wir beide meine Werkstuecke aus Kunst-und Naturblumen und ihre Dekoartikel angeboten.
Fuer mich hiess das Wochen vorher schon werkeln. Ideen sammeln,in der Natur nach geeigneten Sachen suchen,usw.
Die Kueche sah immer wie gekuesst aus,wenn ich mich mich zwischen Arbeiten und Essen kochen dann noch mit dem Herstellen von Gestecken beschäftigt habe.




(Elly und ich)

Fuer die Messe habe ich dann einer in Konkurs gegangenen Gärtnerei den ganzen Restbestand Draht abgekauft. Draht habe ich also erst mal genug.
Es waren ueber 2000 Besucher auf der Messe.Aber leider sitzt auch hier der Geldbeutel nun etwas tiefer in der Tasche. Somit werde ich mich im nästen Jahr lieber wieder in die Sonne setzen. Das Wochenende war nämlich traumhaftes Wetter.


(unser Stand)




Endlich wird es nun auch hier richtig Fruehling.Kurz vor Ostern gab es noch einen heftigen Schneesturm,so das wir dachen,der Winter geht dieses Jahr nie vorbei.Aber nun haben wir seit Ostern auch durchgehens trockenes Wetter und heute liegen auch hier die Temperaturen bei 18 Grad im Schatten ( Stand 17.00).
Aber die Natur ist bei weitem noch nicht so weit wie in Deutschland.Wenn ich mich mit meinen Eltern ueber Skype unterhalte und die mir mit ihrem Laptop zeigen,wie es in ihrem Garten aussieht,ist doch noch ein grosserUnterschied zu erkennen.
( hier mal ein Blick von hinten auf unser Hausanlage.Wir wohnen im rechten Haus.Leider gibt die Kamera den blauen Himmel nicht so blau wieder wie er wirklich war...und der war verdammt blau heute)



( Es steht noch kein Baum in vollem Gruen)

Aber ett kuett........und es tut sooo gut mal ohne dicke Daunenjacke vor die Tuer zu kommen.


Neues gibt es auch noch wieder aus unserer Berufswelt. Seit kurzem arbeite ich an meinem freien Dienstag ein paar Stunden in der Nachbarkommune " Ulricehamn" http://www.ulricehamn.se/) als Muttersprachentrainerin. Ich soll Kinder im Vorschul-und evt. bald Schulalter in ihrer Muttersprache, in meinem Fall "deutsch" unterstuetzen. Das wird eine spannende Aufgabe und wieder ein kleiner Schritt nach vorn.
Meine Vertretungsstelle im Kindergarten wird Ende Mai wieder pausieren und in dieser Zeit arbeite ich wieder bei Arla in Götene ( http://www.gotene.se/) in der Käsefabrik. Somit kann ich nicht wirklich ueber Langeweile klagen.


Auch unsere Tiere spuehren das es wieder Fruehling wird.Seit Kurzem findet Rembandt auch Gefallen aun kleinen "Tigern" Hier im Dorf hat er Freundschaft mit "Alfons" einem Kater aus der Nachbarschaft geschlossen.Es ist herrlich mit anzusehen,wie er schwanzwedelnd auf die Katze zuspringt,sobald er sie sieht.



Zum Schluss ist noch zu berichten,das ich mich heute fuer Maeva in Skövde in die Menge gestuerzt habe um eine signierte CD von der schwedischen Pop Band "Alcazar" zu ergattern.
http://www.alcazarworld.com/ .Maeva und ich haben die Band schon vorigen Sommer in Lidköping auf einem Radiofestival gesehen. Maeva hatte gehört das sie heute in Skövde waren,hatte aber bei einer Freundin uebernachtet. Somit fiel sie dann aus allen Wolken als ich ihr ein Foto von Alcazar auf dem Handy zeigte und ihr dann die handsignierte CD unter die Nase hielt. Bekannt in Deutschland wurden sie mit den Liedern "Crying at the discoteque" und "this is the world we live in." ( Flotte Musik zum putzen ;-)
( hier mein Schnappschuss vom Handy von Alcazar)


























Sonntag, März 22, 2009

Ein Tag in Laholm oder auf den Spuren von Tala svenska

Am 21.3. hatten Frank und ich Hochzeitstag. Um mal ein wenig Abstand vom derzeit doch recht stressigen Alltag zu bekommen und meinen Lieben eine Freude zu machen, habe ich ein Wochenende am Meer in der Region Halland geplant. Über das Internet habe ich ein Zimmer in einem Landhotel gebucht. Die beiden bzw. drei mit Hund wussten nicht wo es hingeht und waren ziemlich neugierig.

Als wir uns dann von Göteborg Richtung Süden begaben fiel bei Frank dann der Groschen. Wir sind dann an der Küste entlang von Kungsbacka über Varberg, Falkenberg, Halmstad und schließlich nach Laholm gefahren. Zuerst machten wir einen Halt in Varberg an der Festung.

Direkt am Küstenrand gab es viele Bäume an denen man genau sehen konnte, wie stürmisch es an der Küste sein kann. Auf einem Stein am Strand hatte dann jemand unbewusst etwas passendes zu unserem Hochzeitstag drapiert.
Nach einem schönen Spaziergang ging es dann weiter an der Küste entlang nach Laholm.

Gleichzeitig haben wir uns auf die Spuren einer Sequenz aus unserem damaligen Lehrbuch TALA SVENSKA begeben welche so ging:

Pa turistbyran i Laholm (im Touristbüro in Laholm)

Hej!

Finns det en campingplats här i närheten? (Gibt es einen Campingplatz in der Nähe?)

Ja, det finns. Vi har en här i Laholm men campingplatsen i Lilla Tjärby är ocksa bra. (Ja, gibt es. Wir haben einen in Laholm aber der Campingplatz in Lilla Tjärby ist auch gut).

Finns det en restaurang ocksa? (Gibt es dort auch ein Restaurant?)

Nej, tyvärr. Men jag rekommenderar fiskrestaurangen i Mellbystrand. (Nein, leider nicht aber ich kann das Fischrestaurant in Mellbystrand empfehlen).

Es bleibt zu erwähnen, das das a mit Kringel hier in diesem deutschem Blog nicht funktioniert. Wir bitten die schwedisch-kundigen dies zu verzeihen :-)

Usw

Na, und wenn wir schon mal da sind haben wir uns gedacht, nehmen wir das doch mal unter die Lupe. Den Campingplatz, den wir in Lilla Tjärby gefunden haben, war eine Wiese an der Straße. Hatte nicht wirklich viel Komfort.


Und das Fischrestaurant in Mellbystrand, wo wir gern gegessen hätten, war geschlossen. Stattdessen hatte man die Möglichkeit in eine Laxomat zu gehen. Dies war praktisch ein Selbstbedienungsimbiss mit einer Auswahl an Laxgerichten, bei dem man mit Karte zahlen konnte und alles automatisch ging.

Somit war das Thema dann klargestellt.

Am Nachmittag sind wir zum Landhotel gefahren und haben uns erstmal angemeldet. Ein sehr schöner Hof, den man wärmstens für die ganze Familie weiterempfehlen kann. Er liegt etwa 6km vom Mellbystrand entfernt, für Schweden ein Katzensprung. Dann sind wir nach Laholm gefahren und haben und das Städtchen ein wenig besichtigt. Danach ging es noch einmal zum Strand und wir haben Rembrandt ein wenig gescheucht, damit er nachts auch gut schläft. Maeva sammelte in dieser Zeit Unmengen von Muscheln. Es war trotz kaltem Wind und grauen Himmel Balsam für die Seele.



Abends spielten wir noch ein wenig Karten bei einem Glas Wein und Maeva übte Bettjumping.
Wir waren alle herrlich müde von der frischen Meeresluft die und den ganzen Nachmittag um die Nase wehte. Am nächsten Morgen gab es ein gutes, reichhaltiges Frühstück bevor es noch einmal zurück an den Strand ging. Leider hatten wir keine Sonne aber es war immerhin trocken. In Kungsbacka machten wir noch Halt in einem Outlett Center. Danach ging es dann langsam wieder nach oben in Richtung Broddetorp.

Wir hatten ein schönes Wochenende und haben nebenher unseren Horizont wieder etwas erweitert. Es soll auch nicht der letzte Ausflug in dieser Art bleiben. Mal sehen wohin es uns das nächste Mal verschlägt.








Montag, März 02, 2009

Und während in Köln und Düsseldorf gefeiert wird

ist in Schweden SEMLORDAG

In Deutschland wurde ja die letzte Woche wieder kräftig Karneval gefeiert. Dieser Zug ist buchstäblich an uns vorbeigezogen.

Hier in Schweden feiert man kein Karneval. Es gibt zwar Städte, die es mal versuchen, aber es ist nicht mit dem deutschen Karneval gleichzusetzen.

Stattdessen war am Dienstag, 24.2. in Schweden SEMLOR DAG oder auch FETTISDAG genannt.

Dieser Tag ist immer am Karnevalsdienstag.

Es ist der Tag der semlor, eine Hefeteigkugel die in der Mitte aufgeschnitten und ausgehüllt ,oft mit Kardamon gewürzt, und dann mit einer Mandelmasse und Sahne gefüllt wird

. Der Deckel kommt dann obendrauf.

Früher wurden diese nur am Faschingsdienstag hergestellt und dann am Fettisdag noch einmal kräftig zugelangt, bevor die Fastenzeit begann.

Da aber dieser kirchliche Brauch des Fastens immer mehr abnahm gab es diese dann auch öfter.

Nun werden die semlor von Weihnachten bis Ostern angeboten und zu Hauf verspeist, besonders halt am diesem Dienstag.

In den Schulen und Kindergärten werden dann die Eltern zu einer kleinen fika mit Kaffe und semlor geladen. So trifft man sich dann auch mal wieder auf einen Schnack mit einigen anderen Eltern, da man hier im Winter ja nicht soviele Menschen zu Gesicht bekommt und wenn, das sind die Sprachmuskeln vom kalten Wind doch sehr eingeschränkt.

Derzeit stehen noch nicht so viele Zeichen auf Frühling, auch wenn man schon die ein oder anderen Gänse wieder am Himmel sieht aber auch wir geben die Hoffnung nicht auf, das es bald in der Natur wieder etwas bunter wird und ich endlich meine Literflasche Hustensaft für dieses Jahr einmotten kann, (wenn sie bis dahin nicht leer ist),da ich diesen Winter mehr krank als gesund war.

Der nächste Bericht wird etwa bis Ostern dauern, da es dann mal wieder etwas Außergewöhnlicheres zu berichten gibt.

Bis dahin allen einen guten Start in den baldigen Frühling.

Montag, Januar 26, 2009

13. Januar- Knut........ja,es gibt ihn wirklich!

Jetzt wird es schleunigst Zeit euch noch eben über das Phänomen "Knut" aufzuklären,auch wenn es schon etwas her ist.
Leider bin ich noch nicht eher dazu gekommen,da mich derzeit eine fette Virusgrippe regelrecht umgehauen hat. Aber versuch es heute mal.......

Das das Datum des 13. Januar in Schweden eine Bedeutung haben könnte, hat man ja nun schon die letzen Jahre durch die immer wiederkehrende Reklame eines großen blau-gelben Möbelkonzerns eranhnen können.
" Es ist Knut." Laut Werbung werden dann alle Weihnachtsbäume in Schweden aus dem Fenster geworfen.

Ganz so extrem ist es dann doch nicht.
Knut oder hier " tjugondedag jul" ist der zwanzigste Tag nach Weihnachten und hier endet dann offiziell die Weihnachtszeit. Auch ist an diesem Tag der Namenstag " Knut"

An diesem Tag werden dann offiziell der Weihnachtschmuck,Kerzen entfernt und die letzten Leckereien vom Baum geplündert. Daher auch " Julgransplundring"
In vielen Dörfern,Vereinen,Schulen und Kindergärten wird das nocheinmal gefeiert.
Der Baum wird in den Mittelpunkt gestellt und es wird um den Baum mit Kind und Kegel herumgetanzt. Auf deutsch würde das Ringelpitz mit anfassen die Sache gut beschreiben.
Aber es ist sehr lustig,wenn groß und klein um den Baum hüpfen und gackern,grunzen oder sonstige Geräusche von sich geben.Es bringt auf jeden Fall nocheinmal etwas Abwechslung in den langen Winter.
Danach gibts wie immer natürlich Kaffee sprich "fika" Oft werden nebenher auch wieder Lotterien,also Lose ziehen angeboten,wo dann außer ein Schokoriegel nichts zu holen gibt.Aber die Leute kaufen,ist halt ein Spielervolk.
Eine andere naive,aber bei Kindern trotzdem beliebte Sache ist "fiskedamm" sprich fischen.Dafür wird einfach eine Decke in die Tür gehängt und die Kinder schmeißen die Schnur einer Angel hinter die Decke. Dahinter steht jemand der einen Preis anhängt.
Hier kann man Kinder mit soetwas noch beglücken.......Und auch der Tomte schaut zum letzten Mal vorbei,bevor er sich in den Jahresschlaf begibt und bringt nochmal Godis mit.

Anonsten passiert hier derzeit nicht viel. Es rollt auch wie in Deutschlang gerade die Grippewelle herum.Mein Chef sagte mir gerade das die halbe Besetzung vom Kindergarten krank ist und auch bei den Kinds ist es nicht besser.

Es wird Zeit das der Frühling kommt.Leider wirddas wohl noch bis April dauern,vorausgesetzt es kommt nicht wieder um Ostern der dicke Schnee.......

Samstag, Januar 10, 2009

God fortsättning för 2009....nu sinds schon zwei Jahre

Auf in das neue Jahr 2009.
Ich hoffe ihr alle seit gut ins neue Jahr gekommen......

Bei uns ging es über die Weihnachtstage recht ruhig und gelassen zu.
Zumal ich(Miriam) endlich mal mehr als zwei Tage am stück wirklich" frei" hatte und nichts großes geplant war.
Nun gehts mit vollem Elan weiter, und das wieder genauso arbeitsreich wird wie schon die vergangenen.....


Und dieses Jahr gab es auch einen Weihnachtsbaum (auf schwedisch julgran).
Da Frank unbedingt eine Nordmanntanne wollte(im Allgemeinen haben die Schweden nur Fichten),ging er auf die Suche nach einem passenden Baum. Er wurde auch fündig,allerding passte dieser Baum nicht in unsere Wohnung.Er war zu breit.Also machten wir uns auf und kauften einen zweiten und der erste kam vors Haus.
Der zweiten mußten wir allerdings auch etwas beschneiden damit an den bestimmten Ort passte,frei nach dem Motto: Was nicht passt wird passend gemacht!


Über Weihnachten hatten wir Besuch von meinen Eltern.Somit war das Haus voll und alle Betten belegt.
In dieser Zeit waren wir unter anderem auf dem Weihnachtskonzert in der Broddetorper Kirche und haben es sogar geschafft am Heiligabend noch um 23.30 in die Nachtmesse zu schliddern. (nicht aufgrund des Alkohols im Blut,sondern weil es glatt war ;-)

Der Jultomte war ziemlich fleißig,denn irgendwie wurden die Geschenke immer mehr,wenn Maeva mal nachsah.Somit gab es für alle was zum auspacken,auch für die Tiere.
U



Da es sehr kalt war,meist um die -10 Grad und sehr früh dunkel wurde, sind wir nicht ganz soviel herumgefahren und haben uns stattdessen die Weihnachtsleckereien schmecken lassen.
Zum Glück hat uns der Jultomte ein "Wii-Fit Balancebord" mitgebracht,so das die Pfunde mit ein wenig Yoga und Hullahupp wieder abtrainiert werden konnten.

Die übrigen freien Tage haben wir dann wirklich locker in den Tag hineingegammelt,was richtig gut tat.Viel frische Luft,Spaziergänge mit Rembrandt und einfach nur die Seele baumeln lassen.

Am 3.Januar hatten wir dann ein kleines Jubileum.
Nun sind wir schon seit zwei Jahren in Schweden. Auch wenn wir bisher noch keine festen Jobs haben, können wir mit einem ruhigen Gewissen sagen,dass wir eine Menge erreicht haben in diesen zwei Jahren.
Wir sind voll im Dorf integriert,Maeva hat sehr viele Freunde und leidet nicht unter Stress in der Schule.Es gibt kein Wochenende wo nicht ein Kind zum übernachten hier ist oder Maeva auf Achse.
Wir haben ein gut frunktionierendes soziales Netzwerk um uns herum und bekommen Hilfe wenn wir sie brauchen.Aber auch die Leute aus dem Dorf kommen gern zu uns wenn mal Not am Mann ist und als Dankeschön gabs schon einige nette Einlandungen zum Essen oder Kaffeetrinken.
Und auch unser Kleintierzoo ist immer noch gesund und munter und genießt die schwedische Luft.

Nun hoffen wir das das Jahr 2009, unser drittes Jahr genauso erflogreich wird wie die ersten zwei........somit god fortsättning (gute Fortsetzung für 2009).

Sonntag, Dezember 21, 2008

GOD JUL OCH GOTT NYTT ÅR




Wir wünschen all unseren Lesern, unseren Familien und Freunden

God jul och ett gott nytt ar!


Gleichzeitig bedanken wir uns bei allen,die uns weiterhin die Treue halten,trotz der großen Entfernung.
Auch möchte ich mich bei denen entschuldigen die vielleicht manchmal zu kurz kommen.Seid uns bitte nicht böse.Wir haben halt auch hier unsere Verpflichtungen denen man nachkommen muss und auch hier hat der Tag nur 24 Stunden.

Ich hoffe das wir euch auch im nästen Jahr noch mit unseren kleinen Geschichten an unserem Leben teilhaben lassen können.


Miriam,Frank und Maeva Eickhoff
und nat. Rembrandt



Montag, November 24, 2008

Ein kleiner Heimatausflug ......

Schon im Mai haben Frank und ich einen Flug für Maeva und mich nach Deutschland für Ende Oktober gebucht. Nur Maeva wusste von all dem nichts. Wir und alle anderen haben es wahrhaftig geschafft es bis zuletzt geheim zuhalten. Es sollte die Woche vom 27.10-3.11. sein. Frank musste leider arbeiten.
Samstagabend vor dem Abflug haben wir Maeva dann mit einem Flugticket überrascht. Sie war völlig aus dem Häuschen, das ihr erster Flug war.



Die Koffer waren gepackt und bis Montagabend war Maeva wie ein Flummi, weil sie so aufgeregt war. Als es dann Montag endlich zum Flughafen ging, stieg die Aufregung noch mehr. Um 18.30 saßen wir endlich im Flugzeug und es ging los………


In Weeze angekommen warteten schon meine Eltern auf uns und wir fuhren in die alte Heimat.



Uns fiel sofort auf, dass es in Deutschland abends doch länger hell ist und noch Laub auf den Bäumen war. In Schweden hat man spätestens um 16.30 schon das Gefühl es wäre 20.00 abends. Laub auf den Bäumen, nix mehr.

Vor uns lag eine Woche mit vielen Ausflügen und Besuchen bei Familie und Freunden.
Mittwoch waren wir in Duisburg im Lego Discovery Center. In einer alten Fabrikhalle fand man alles was den Legoherz höher schlagen lässt. Es gab viele bekannte Figuren aus Lego und auch den Duisburger Hafen findet man hier ganz aus Lego.






Einen Vormittag war Maeva zu Besuch in ihrer alten Schule. Nun konnte man doch einen großen Unterschied zum schwedischen System feststellen, da in der vierten Klasse ein sehr starker Leistungsdruck herrscht. Dieser bleibt uns in Schweden erspart, da die schwedische Grundschule 9 Jahre geht. Und das Lerntempo ist noch ein anderes. Ihre beste Freundin Anna-Lena hat sich riesig gefreut auch einen Nachmittag mit Maeva spielen zu können.

Natürlich war die Woche mal wieder viel zu kurz um alle treffen zu können, Familie seid uns nicht böse, wenn die Zeit mal wieder nicht gereicht hat um alle zu sehen.



Ein Nachmittag war noch für Franks Familie reserviert die ca.180km von unserem alten Wohnort entfernt leben um u.a. ihre jüngste Cousine zu sehen, die wir seit unserem Umzug erst einmal trafen.




Dann stand noch ein Sauna Tag mit meiner besten Freundin an, der bei einem Deutschlandbesuch nicht fehlen durfte. In den schwedischen Schwimmbädern gibt es leider oft nur eine Sauna in den Umkleidekabinen wo mal höchstens einmal rein hüpft. Natürlich sind wir wieder negativ aufgefallen weil wir den Saunabesuch auch zum schnacken genutzt haben, was nicht alle so doll fanden. Später haben wir dann erst um Erlaubnis gefragt.

Nach all diesen vielen Aktivitäten und kulinarischen Genüssen, wie Currywurst mit Pommes und Majo, ein knackiges Brötchen mit Zwiebelmett ( Maevas Leibspeise) und eine deutsche Pizza, die nicht wie in Schweden den halben Tisch einnimmt ging es schon wieder nach Hause. Es passte so gerade eben alles in die Taschen und das Maximalgewicht haben wir bis auf wenige Gramm ausgereizt.
Da es in Schweden sehr nebelig war, war die Landung etwas unsanft. Nach einer dreistündigen Fahrt bei Dauernebel mit Sicht von 50-100m sind wir wieder heil zu Hause angekommen.

Danke Mama und Papa für eine schöne Woche und die gute Beköstigung.

Montag, Oktober 13, 2008

Es ist Herbst







Nun sind schon wieder fast zwei Monate ins Land gezogen seit dem letzten Post.
Die Zeit rennt derzeit einfach zu schnell und auch hier ist es nun mal die Arbeit, die den größten Teil des Tages einnimmt.

Hier hat der Herbst oder "höst" wie es auf Schwedisch heißt voll im Griff. Größtenteils hatten wir Glück mit dem Wetter. Sonne und Wolken dominierten und die langen Regentage sind uns noch erspart geblieben. Allerdings sieht es heute um 14.00 schon aus wie sonst 17.30,trostlos.
Dieses Jahr ist der Herbst trotzdem ein richtiger Augenschmaus, die Farbenvielfalt der Bäume ist einfach überwältigend, gerade wenn die Sonne scheint. Da kann man mit gutem Gewissen sagen, es ist ein goldener Oktober.

Hier einige Herbstbilder aus unserer Umgebung........
Auch war es faszinierend zu beobachten wie sich die Wildgänse und Kraniche zu hunderten wieder sammeln für ihren langen Weg in den Süden. Meist hörte man sie morgens früh schon vor Sonnenaufgang und konnte sie auch bei unseren morgendlichen Spaziergängen sehen. Da steht man gern mal etwas früher auf.
Mittlerweile ist es aber ziemlich kahl auf den Bäumen geworden und den ersten Bodenfrost hatten wir auch schon.

Ansonsten herrscht der ganz normale Alltag. Man geht zur Arbeit und Schule.
Da es abends auch nun wesentlich dunkler ist beginnt man wieder es sich im Haus gemütlich zu machen. Abends brennen wieder Kerzen und die Lampen im Fenster. Man bereitet sich regelrecht auf den Winterschlaf vor.

Nachdem nun die Zeit, um draußen etwas zu machen vorbei ist, sind wir einem deutschen Baumarktslogan

( welchem bloß!?) gefolgt und haben ein wenig im Haus renoviert und umgeräumt.
Da Maeva doch recht wenig Platz in ihrem Zimmer hatte, bekam sie nun unser Schlafzimmer, was wir dann noch etwas aufgepeppt haben.

Auf die Wand haben wir eine Tapete geklebt und diese dann mit Stuckleisten eingerahmt.Hier ist schwarz/weiß momentan recht trendy, was auch praktisch gesehen ein echter Vorteil für uns ist,mit einem schwarz/weißem Hund,der ja mehrmals im Jahr meint sein Fell abzuwerfen.

Wir sind nun im kleineren Zimmer, was zur positiven Folge hat, das wir den nächtlichen Pflegedienst der Nachbarin nicht mehr hören. Und Maeva bekommt so etwas eh nie mit.Sie schläft wie ein Stein.


.Gestern war es dann auch wieder Zeit für einen Kirchgang. Maeva singt auch hier in Schweden im Kinderchor der svenska kyrkan. Es ist gleichzusetzten mit der deutschen evangelischen Kirche.

Da gestern Erntedankfest war, haben die Kindergruppen den Gottesdienst mitgestaltet.

So oft wie in Schweden in 1 ½ Jahren waren wir in Deutschland in fünf Jahren nicht in der Kirche. ;-)



Der nächste Post kommt ca. Anfang/Mitte November, über einen kleinen Ausflug…….

Bis dahin allen eine schöne Herbstzeit

Sonntag, August 31, 2008

Kräftskiva,der Höhepunkt des Sommers

Kräftskiva:
Das berühmte Krebsessen,wo der ein oder andere bstimmt schon von gehört hat.
Diese finden Ende August statt.Hier trifft man sich mit Freunden und der Familie zum traditionellen Krebsessen.
Und dieses Fest kommt einem Kindergeburtstag für Erwachsene gleich.Man setzt sich nämlich einen Papphut auf,im schlimmsten Fall noch einen Schlabberlatz um den Hals.
Dann gibt es ordendlich Schnaps,Bier und/oder andere leckere Getränke und singt natürlich auch Schnapslieder.

Frank und ich waren an diesem Wochenende zum ersten Mal zu einem dieser traditionellen Kräftskiva eingeladen.
Natürlich haben wir versucht uns vorher etwas schlau zu machen,damit wir nicht ganz dumm da stehen.
Wir waren bei Sofia und Thomas eingeladen.Somit haben wir uns in weiser Voraussicht auf einen feucht-fröhlichen Abend aufs Rad geschwungen.Im Gepäck ein wenig Alkoholisches.Es ist üblich das man bei solchen Festen auch ein wenig an Getränken selbst mitbringt.

Als alle eingetrudelt sind,wir waren sechs Pärchen,gab es erst einen lecker gemixten Willkommensdrink,bevor es dann zu Tisch ging.
Begonnen wurde mit ein wenig Quisch,Brot mit Käse und Salat.Aber zu Beginn mußte natürlich der Hut auf den Kopf.Der Latz blieb uns zum Glück ersparrt.
Als dann die Krebse auf den Tisch kamen wurde es langsam lustig.Auf Dauer werden Frank und ich uns wohl mal mit den schwedischen Schnapsliedern vetraut machen müssen.
Unter jedem Teller lag ein Zettel mit einer Aufgabe,die man erfüllen sollte.Frank mußte z.B. aufstehen und ein Lied singen.Ich mußte immer wenn jemand wie eine Katze jault noch lauter jaulen.Sofia stand auf als wenn sie eine Rede halten wollte,tat es aber nie,usw. Håkan hatte die Aufgabe den Leuten den Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Krebsen zu erklären.
Es wurde immer lustiger,der Schnaps und die anderen Leckereien taten ihren Rest dazu.
Zu fortgeschrittener Stunde bekamen wir eine Tüte mit einigen Gegenständen,die wir dann auf und um den Kopf platzieren sollten. Es waren Pappteller mit Löchern,zwei Schnapsbecher und die Tüte.Und es wurde wieder gesungen.
Das sah dann so aus:
(Bild 1 Thomas und Sofia,bei denen das Kräftskiva stattfand)


Wir hatten einen sehr lustigen Abend,es wurde viel gelacht und wir bekamen wieder einmal vermittelt,das wir hier im Dorf willkommen sind und nicht außen vorstehen.
Was uns zeigt,das wir bisher alles richtig gemacht haben.

Tack Sofia och Thomas för en rolig kväll!

Sommer

Nun melden wir uns nach einem schönen Sommer wieder zurück.
Ich hoffe unsere Leser hatten auch alle einen schönen Sommer.

Wir hatten u.a. im Mai und Juli noch Besuch von unseren Familien.
Franks Mama war über Pfingsten zu Besuch und meine Mama und Oma überraschten Maeva mit einem Besuch zu ihrem Geburtstag am 14.Juli.
Alle waren fasziniert von Schwedens Natur und genossen die Ruhe.
Auch mit dem Wetter hatten wir Glück.

Wir haben einige Ausflüge u.a. zu einem Wasserfall (Silverfallen)und auch zum Schloß Läckö in Lidköping gemacht.
Nach einer Woche Schweden konnten unsere Familien ein wenig mehr verstehen das wir uns hier zu Hause fühlen und unsere Entscheidung nach Schweden zu gehen eher nachvollziehen.

Danke für euren Besuch!


Da ich(Miriam) ja den ganzen Sommer über bei Arla gearbeitet habe,hatten wir nicht so sehr viel Freizeit zusammen.Aber das Wetter meinte es auch hin und wieder gut mit uns und wir waren einige Male zum Baden im Vännern See.Da kam trotzdem ein wenig Urlaubsstimmung auf.
Seit dem 25.August bin ich nun wieder im Kindergarten.

Samstag, Juni 21, 2008

Sommer ,Fußball und andere Kleinigkeiten

Hier haben nun am 12.6. die Sommerferien begonnen.
Die Kinder hier haben über neun Wochen frei.Jeder Deutsche fragt sich natürlich,wie geht das mit den Kinder,wenn man noch arbeitet:
Hier hat man als Arbeitnehmer im Schnitt vier Wochen Sommerurlaub. In der Zeit wo die Eltern noch arbeiten,können die Kinder weiterhin in das Freitzeitheim der Schule gehen.Dort werden sie dann tagsüber betreut.Es wird gebastelt,Ausflüge gemacht oder draußen im Wald gespielt.
Für Eltern eine gute Möglichkeit alles unter einen Hut zu bringen.
Auch für uns.
Da mein erster Vertrag im Kindeergarten ausgelaufen ist und ich( Miriam) den Sommer über ein Sommarvikariat=Sommervertretung wieder bei Arla in der Käsefabrik mache und auch Frank noch arbeitet,kann Maeva weiterhin ins fritidshem gehen.
Mittlerweile bin ich zum dritten Mal bei Arla und lerne immer neue Tätigkeiten.Derzeit bin ich in der Qualitätskontrolle.Dabei komme ich mit vielen Menschen zusammen und mache ordentlich Kilometer am Tag,zum Glück auf einem Roller. Aber es macht richtig Spaß.
Zum Glück ist es jetzt sehr hell,was das frühe Aufstehen und auch den späten Feierabend gut erträglich macht.
Diese Bilder entstanden abends um 22.15 und manchmal sollte man wirklich mal einen Nachtspaziergang machen um die schwedischen Sommer wirklich erleben zu können.



Nach den Sommerferien werde ich dann wieder einen Halbjahresvertrag im Kindergarten beginnen.

Auch der Fussball geht nicht an Schweden vorbei.Natürlich haben wir die Spiele der Schweden und der Deutschen mitverfolgt und werden es auch weiterhin tun.
Vor allem Maeva ist richtig im Fanfieber.



Da es Schweden ja leider nicht geschafft hat drücken wir Deutschland die Daumen.
Heja Tyskland!!!

Midsommar

Es ist wieder soweit.

Auf dem Kalender steht dieses Wochenende Midsommar.

Am 21.Juni ist die Sommersonnenwende, der längste Tag des Jahres. Midsommar feiert man an dem Wochenende, das dem 21.6. am nächsten ist.

Es wird kaum dunkel und die Sonne geht um etwa 4.00 schon wieder auf.

Am Freitag ist der Midsommarafton =Midsommerabend. Eigentlich ist der Freitag noch kein offizieller Feiertag, aber die meisten Firmen und Geschäfte haben zu oder nur begrenzte Öffnungszeiten. Man trifft sich dann mit Freunden und der Familie, meist auf dem Land in der Natur oder geht zu einem der traditionellen Midsommar Festlichkeiten, die in fast jeder Gemeinde stattfinden.

Zu Beginn wird der Maibaum, der hier nichts mit dem Monat Mai zu tun hat, aufgestellt.

Hier gibt es regionale Unterschiede. Dann wird rund um die Maistange gesungen und getanzt, mit traditionellen Liedern aus dem ganzen Land. Oder auch recht lustigen Liedern wie dieses von den Fröschen:

Små grodorna, små grodorna
Die kleinen Frösche, die kleinen Frösche
är lustiga att se.
sind lustig anzusehen
Små grodorna, små grodorna
Die kleinen Frösche, die kleinen Frösche
är lustiga att se.
sind lustig anzusehen
Ej öron, ej öron,
Keine Ohren, keine Ohren
ej svansar hava de!
keine Schwänze haben sie
Ej öron, ej öron,
Keine Ohren, keine Ohren
ej svansar hava de!
keine Schwänze haben sie
Ko-ack-ack-a, ko-ack-ack-a,
Ko-ack-ack-ack-ack-a.
Ko-ack-ack-a, ko-ack-ack-a,
Ko-ack-ack-ack-ack-a.

Små grisarna, små grisarna
Die kleinen Schweine, die kleinen Schweine
är lustiga att se.
sind lustig anzusehen
Små grisarna, små grisarna
die kleinen Schweine, die kleinen Schweine
är lustiga att se.

sind lustig anzusehen
Båd' öron, båd öron
sowohl Ohren, sowohl Ohren
och svansar hava de!
als auch Schwänze haben sie
Båd' öron, båd öron

sowohl Ohren, sowohl Ohren
och svansar hava de!
als auch Schwänze haben sie
Å nöff-nöff-nöff, å nöff-nöff-nöff,
å nöff-nöff-nöff-nöff-nöff.
Å nöff-nöff-nöff, å nöff-nöff-nöff,
å nöff-nöff-nöff-nöff-nöff.

Viele Kinder haben dann Kränze aus Wiesenblumen auf dem Kopf und Kleider an.

Leider meint es der Wettergott meist nicht so gut mit uns um Midsommar. Es ist wieder sehr windig und immer kommt mal ein ordentlicher Schauer herunter, der dafür sorgt, dass man nicht nur innen vom Schnaps und Bier nass wird, sondern auch äußerlich.

Aber das tut der Sache keinen Abbruch. Die Schweden wollen Midsommar auf jeden Fall draußen erleben.

Traditionell isst man zu Midsommar Sil= Hering, Potatis= Kartoffeln und natürlich Knäckebrot. Und wie schon erwähnt darf der snaps= Schnaps und das Öl =Bier nicht fehlen.

Auch Trinklieder sind dann üblich.

Zum Nachtisch gibt es dann schwedische jordgubbar= Erdbeeren mit Sahne. Dazu kann ich so am Rade nur sagen mums,mums= lecker. Schwedische Erdbeeren sind super lecker.

Am Midsommardagen= dem eigendlichen Midsommartag ist dann ganz Schweden dicht und nicht nur die Geschäfte. Vor allem profitiert an diesem Fest der staatlichen Schnapsladen, das Systembolaget. Man deckt sich ordentlich mit alkoholischen Getränken ein.

Aber im Allgemeinen finde ich, ist Midsommar ein sehr geselliges Fest und eine schöne Tradition.

Eine weiterer Brauch ist, das unverheiratete Mädchen in der Midsommar Nacht von sieben Wiesen sieben verschiedene Blumen pflücken sollen. Dabei darf man aber kein Wort sprechen.
Man legt die Blumen unter das Kopfkissen. Der Legende nach sollen sie dann träumen, wen sie einmal heiraten werden. Das muss man aber für sich behalten, da der Traum sonst nicht in Erfüllung geht.

Wir sind gestern auf einer traditionellen Midsommarfeier gewesen und haben uns mal ein wenig umgeschaut. Es war gut besucht, Menschen von jung bis alt, selbst Hunde kamen in den Genuss. Man packt dann wirklich Kind und Kegel ein, nimmt sich einen Klappstuhl oder andere Sitzgelegenheit mit. Natürlich sollte der Regenschirm oder Regenjacke nicht fehlen.
Auch das Bier und die typisch schwedischen Leckereien dürfen nicht fehlen.

Im Allgemeinen gehen die offiziellen Feste etwa 3-4 Std. Dann fährt man nach Hause oder zu Freunden und macht es sich gemütlich.

Und wer nicht feiert hat auf jeden Fall ein langes, arbeitsfreies Wochenende.

In diesem Sinne:

Glad midsommar

Mittwoch, Juni 04, 2008

Elche in Broddetorp!

Hier nun mal eine für mich( Miriam) kleine Sensation.

Wir mußten gestern nach Stockholm zur deutschen Botschaft.Da Maevas Reisepass ablief mußte ein neuer her.
Wir haben uns dann morgens um 6.00 auf den Weg gemacht.
(Hier ist es dann ja schon lange wieder hell.Die Sonne geht derzeit so gegen 4.00 morgens auf.Somit ist nicht viel mit Nacht).
Da wir noch tanken mußten hielten wir an unserer Dortzapfsäule am ICA Supermarkt um die Ecke.
Frank tankte und Maeva schrie plötzlich " ELCHEEE"
Ich guckte und sah sie dann auch.Sie trotteten ganz gemüdlich über die Straße von einer Wiese zur anderen.
Dann rief ich etwas hysterisch zu Frank nach draußen:
"Da...ELCHEE!"
Er dachte das Auto würde brennen und schmiß beinah den Zapfhahn weg.
Ich traute meinen Augen kaum,da es immer hieß hier gibt es keine.

HA,ES GIBT SIE DOCH!

Gut das ich meine Kamera immer mithabe,die in jede Tasche paßt.So bekam ich noch schnell zwei Fotos von ihnen zustande,sie hielten auch noch extra einen Moment still.

Somit fing der Tag schon gut an.
Frank sagte dann er würde sich demnächst ein Elchkostüm anziehen,dann währe ich immer so gut drauf;-) Sollte es davon mal Bilder geben,werde ich euch informieren.

Sonntag, Mai 04, 2008

ENDLICH.......!!!

Derzeit kommen wir ganz schön herum in Schweden.
Am Samstag haben wir uns mit Willi und Gisela aus unserem ehmaligen Schwedischkurs in Wesel verabredet.Die beiden haben ein Ferienhaus in Värmland und sind diese Woche in Schweden.

Somit haben wir uns morgens recht früh auf den Patt Richtung Norden gemacht.
Frank sagte dann, ich solle doch mal die Fotomaschine griffbereit haben,da in Värmland die Wahrscheinlichkeit einem Elch zu begegnen doch etwas höher ist.
Naja,habe ich gedacht,schauen wir mal.........
Die Fahrt war lanschaftlich sehr schön,da wir so hoch noch nicht gefahren sind(auch wenns nur 200km waren).
Als wir dann kurz vor dem Haus von Willi und Gisela waren, bekam Frank einen kleinen Hörsturz.

EIN ELCH,EIN ELCH!!!!!!

Ich traute meinen Augen kaum.Endlich war es soweit.Nach nun über einem Jahr und vier Monaten habe ich (Miriam), ja bekanntlich ein Elchnarr ,einen Elch in freier Natur gesehen.
Frank hat schon ein paar mehr gesehen.
Es war eine kleine Elchkuh,die seelenruhig zwischen den Büschen stand und fraß.
Für mich war es ein tolles Erlebnis,endlich war es soweit.
Hier der Beweiß,das Bild ist nicht perfekt,da aus dem Auto fotografiert.....

Wir haben dann einen schönen Tag gehabt,viel geklönt und auch noch ein wenig die schöne Natur genossen.

Abends haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht und noch kurz am Vännern in Gullspang gehalten,wo die Sonne sich langsam verabschiedete,ein tolles Licht.
Es war ein sehr schöner Tag.

Grüße auch an Gisela und Willi, danke für einen schönen Tag

Donnerstag, Mai 01, 2008

Floristenausflug

Neben dem Flaggentag war heute auch der 1.Mai.

Somit ein arbeitsfreier Tag auch in Schweden. Die einen unternehmen etwas mit der Familie, die anderen nutzen die Zeit um mit Renovierungs- oder der Gartenarbeit voran zukommen.
Und da morgen Freitag ist, wird gleich ein Brückentag, hier klämdag angehängt.
Es steht ein langes Wochenende vor der Tür.
Frank wollte heute die Zeit zum Fliegenfischen nutzen.

Ich habe mich dagegen mit Maeva auf den Patt nach Alingsås gemacht. Das liegt etwa 100km
(natürlich runt hörnet in Schweden) südwestlich von uns.
Dort gibt es eine freie, private Schule für Floristen und Garten Interessierte.
Hier kann man sich für Kurse und Ausbildungen einschreiben.

z.B.
Blomsterdekoratör- Blumendekoratör (1.Jahr)
Florist (3 Jahre)
Trädgård und Design- Garten und Design
Auch werden Kurse angeboten, zum Probieren oder zu speziellen Themen wie Hochzeit und Weihnachten.

Traditionell bietet diese Schule zu Christi Himmelfahrt eine Ausstellung und Blumenshow an.
Durch Zufall habe ich gestern eine Anzeige in der Zeitung gelesen und wollte mich mal ein wenig über die schwedischen Möglichkeiten als Florist informieren.
Zwar arbeite ich weiterhin im Kindergarten, möchte aber auch in Zukunft versuchen mich auch als Floristin auf dem Laufenden zu halten.

Die Räumlichkeiten haben mich echt überwältigt, es gibt eine Menge Platz dort zum Arbeiten.
Für die Auszubildenden, die nicht aus der nahen Umgebung kommen werden sogar Übernachtungsmöglichkeiten angeboten.
Es gab eine kleine Ausstellung mit verschiedenen Themen, wie eine Raumdeko für ein Cafe.
Oder Tischdekos für eine Hochzeit. Hier wurde auch der komplette Katalog mit der theoretischen Planung ausgelegt, was mich sehr an meine Abschlussprüfung erinnerte.
Es wurde eine Blumenshow angeboten, zu der die einzelnen Lehrjahre und Erwachsenenkurse eine Aufgabe bekamen.

  1. Jahr: Thema Kuchen/Früchte
  2. Jahr: Thema Hippi 60/70er Jahre
  3. Jahr: Thema Sträuße o.ä, eigene Entwürfe
  4. Erwachsene: Brautsträuße

Es war wirklich interessant einmal zusehen, wie in Schwedenausgebildet wird, da das Ausbildungssystem ein komplett anderes ist.
Die meisten gehen nach der 9 jährigen Grundschulzeit auf das Gymnasium und lernen dort auch einen Beruf, z.B. Fachrichtung Florist, Handwerkerberufe, etc.
Als Erzieher z.B. muss man studieren.

Alles in allem fand ich die Atmosphäre dort sehr angenehm und ich fühlte mich in meine Umschulung zur Floristin zurückversetzt. Es war eine tolle Zeit mit tollen Menschen.

An dieser Stelle grüße ich alle meine Schulkameraden aus der Umschulung beim DRK
und unsere Dozentinnen Claudia und Angela, die uns eine Menge beigebracht haben!!!

Fest steht, es war ein sehr informativer Tag und ich werde mich wohl mal dort für einen Kursus anmelden.
Für Interessierte, die Homepage der Schule Flora Dekor.

www.floradekor.se

Flaggentage

Nun wird es auch in Schweden schlagartig grün und nicht nur die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf. Die Menschen werden wieder aktiv.
Die Aufsitzrasenmäher brummen wieder bis in den Abend, es wird gepflanzt und renoviert.
Derzeit haben wir auch großes Glück mit dem Wetter. Seit nun fast zwei Wochen kann man behaupten, dass die Sonnenstunden überwiegen. Dabei weht dann allerdings oft eine frische Briese.

Jetzt wo in der Natur wieder die Farbe Grün überwiegt, fallen an dem einen oder anderen Tag die großen, schwedischen Flaggen direkt ins Auge.
Mit ihrem kräftigen Blau, das den Himmel und das Wasser Schwedens widerspiegelt und dem sonnengelben Kreuz wehen sie fast an jeder Flaggenstange im Vorgarten.
Gerade in Verbindung mit dem Falunrot,in dem viele Häuser gestrichen sind, kommt immer ein wenig Postkartenstimmung auf.

Die letzten beiden Tage waren solche Tage:
Es sind Flaggentage!

In Schweden wird die Flagge während der Monate März-Oktober von 08:00 Uhr an gehisst, in den Monaten November-Februar um 09:00 Uhr. Das ganze Jahr über wird die Flagge bei Sonnenuntergang wieder eingeholt, spätestens jedoch um 21:00 Uhr.
An anderen Tagen hängt eigentlich von März an, an fast jedem Mast ein großer Wimpel in den Farben blau-gelb oder mit einem Kreuz. Oder man findet kleinere Flaggen am Haus befestigt.

Es gibt über das ganze Jahr Flaggentage:

1.Januar Neujahr
28. Januar Namenstag des Königs
12. März Namenstag der Kronprinzessin
variiert Ostersonntag
30. April Geburtstag des Königs
1. Mai 1.Mai
variiert Pfingssonntag
6. Juni Nationalfeiertag und Flaggentag
variiert Mittsommertag
14. Juli Geburtstag der Kronprinzessin
8. August Namenstag der Königin
dritter Sonntag im September in jedem vierten Jahr Reichstagswahl
24. Oktober UN-Tag
6. November Gustav Adolfs-Tag
10. Dezember Nobeltag
23. Dezember Geburtstag der Königin
25. Dezember Weihnachten

Maeva findet es ganz toll, am gleichen Tag wie Kronprinzessin Viktoria Geburtstag zu haben. Somit wird auch indirekt für sie mitgeflaggt.

Ein kleiner Urlaub

Nun wird es mal wieder Zeit, dass wir etwas von uns hören lassen!

In der letzten Zeit ist halt auch hier einfach Alltag angesagt.
Man steht morgens auf (mehr oder weniger freiwillig) geht zur Arbeit und kommt müde wieder nach Hause.

Aber so langsam nehmen wir uns wieder die Zeit und erforschen ein wenig mehr unsere Umgebung, sprich wir gönnen uns trotz der auch hier steigenden Benzinpreise den Luxus und fahren am Wochenende durch die Gegend um auch mal etwas über das Ortsausgangsschild von Broddetorp zu lunkern.

Anfang April, nachdem Frank von einer Angeltour an der Westküste (Region Bohuslän)
Heimkam und so begeistert war, sind wir dann alle zusammen zu einem Tagesausflug an die Westküste gefahren.
Unsere Ziele waren die Umgebung von Lysekil, die Insel Orust und Tjörn.
Wir sind dann mit einem Picknickkorb und auch dem Hund im Gepäck losgefahren.
Da noch keine Hochsaison war, ging es überall sehr ruhig zu und man konnte die Küste mit ihren glatt geschliffenen Schären in vollen Zügen genießen.
Auch das Wetter meinte es sehr gut mit uns.

Dieser eine Tag war wie Urlaub, es roch nach Meer und die Landschaft war einfach atemberaubend. Auch die alten Häuser in den Dörfern waren sehr schön, mit ihren kleinen Gassen. Allerdings kostet in solche einer, nicht nur von Schweden bevorzugten Gegend selbst eine Dackelhöhle mal ganz schnell über 2.000.000 schwedische Kronen und dann hat man noch nichts Besonderes.
Auch die Steuern die auf Grundstücke am Meer berechnet werden sind nicht ohne.
Somit werden wir dann doch eher mal zum Kurzurlaub rüberfahren.
Es sind ja nur ca. 180km, was in Schweden ja runt hörnet, sprich um die Ecke ist.

Hier noch ein paar Bilder von unserem Tagestrip:

Mittwoch, Februar 13, 2008

Es liegt was in der Luft... und was wirklich ist Luxus?

...ein ganz besonderer Duft. Es riecht nach Frühling.

Zwar ist es bewölkt und die 4 Grad + laden einen noch nicht ein, die Daunenjacke beiseite zu hängen, aber es liegt ein Hauch von Frühling in der Luft.

Eigentlich denkt man um diese Jahreszeit ja eher an weißverschneite Landschaften und der Februar soll der kälteste Monat sein, was aber dieses Jahr nicht so ganz zutrifft.

Ja, Schnee haben wir gesehen, zuletzt Anfang Februar. Aber so schnell wie er kam, war er wieder fort.

In diesem Winter, der ja noch bis April gehen kann, dominierte die Farbe braun für Matsche und grau im Himmel.

Auch heute ist es nicht das blau, was wir am Himmel sehen aber die Vögel kommen heraus und die ersten Wildgänse fliegen durch die Luft.

Diese Jahreszeit ist nicht gerade dazu predisziniert, euphorisch herum zuspringen aber an solchen Tagen begegne ich persönlich immer meinem wahren Luxus:

Was ist Luxus?

Für den einen ist es ein BMW, ein tolles Haus oder die neusten Klamotten.

Dafür rennen sie den ganzen Tag von einer Seite zur nächsten und merken gar nicht mehr, das ihnen der wahre Luxus nicht mehr gegönnt ist ...ZEIT!

An Tagen wie diesen, wo es nach Frühling duftet ist für mich der Luxus in die Natur zu gehen, stehen zu bleiben und der Natur zuzuhören. Alles um mich herum zu vergessen und den ersten Wildgänsen hinterher zuschauen.

Luft holen, nicht an den Stress auf der Arbeit denken.

Ich nehme mir Zeit, Zeit für so belanglose Dinge wie Spazieren gehen. Ich erlaube mir Dinge, die man vielleicht auch erledigen müsste liegen zu lassen und die Nase in die Luft zu strecken. Und da kann selbst Grau zu einer schönen Farbe werden.

Nach nun gut einem Jahr in Schweden haben wir genug Abstand zu Deutschland bekommen und wir haben hier natürlich nun auch Alltag. Wir müssen zur Arbeit, zur Schule. Wir gehen einkaufen, treiben Sport und treffen uns mit Freunden. Alles Dinge, die Zeit in Anspruch nehmen. Aber hier haben wir gelernt Zeit anders zu dosieren und uns Zeit für „belanglose“ Dinge wie Spazierengehen oder Angeln zu nehmen, wo man im Grunde ja „nichts“ macht.

Allein dafür war der Umzug nach Schweden eine wichtige Erkenntnis.

Nachdem man alles aufgegeben hat und sich alles neu aufbauen muss, bekommt man noch einmal die Chance sein Leben neu zu ordnen und wieder die wirklich wichtigen Dinge des Lebens kennen zu lernen. Man wird wieder empfänglich für so belanglose Dinge wie „Frühling in der Luft“

Luxus muss kein BMW sein, der ist eh immer schmuddelig hier ;-) und Luxus muss kein Geld kosten.

Das Leben ist kurz, weniger wegen der kurzen Zeit, die es dauert, sondern weil uns von dieser kurzen Zeit fast keine bleibt, es zu genießen.

Jean-Jacques Rousseau

Just nach dem ich diesen Beitrag geschrieben habe kam die Sonne raus, daher werde ich mir nun die Zeit nehmen nach draußen zu gehen.



Euch allen einen schönen Restwinter oder Frühlingsbeginn

Sonntag, Dezember 02, 2007

Nun ist es wieder soweit.

Es beginnt die Adventszeit und überall wird es gemütlich.

Da es ab 16.00 stockenduster ist, gehen hier zeitig die Lichter an.
Worüber sich die Stromanbieter natürlich freuen,denn in dieser Zeit wird an Strom nicht wirklich gespart.

Weil man hier keine Außenrollos hat sieht man in vielen Häusern nun die Familien beisammen sitzen. Gerade in Schweden ist die Weihnachtszeit die Zeit der Familie.

Damit verbunden finden aber auch viele Aktivitäten und Feste statt.
Am 13.Dezember das Fest der heiligen Lucia.
Oder z.B. letzen Dienstag bei uns im Kindergarten die Tomtevandring.

Jetzt ratet mal, wer sich dahinter verbirgt??? HO HO HO

Wer mich, Miriam, kennt weiß natürlich auch dass die Weihnachtszeit meine Zeit ist, denn da kann ich mich immer richtig austoben, was die Dekoration angeht.

Natürlich dürfen meine Elche da ja nicht fehlen, die nun auch überall im Haus zu finden sind.

Weil wir ja dieses Jahr Weihnachten in Deutschland verbringen, haben wir dieses Jahr einen ganz besonderen Weihnachtsbaum, den man sogar überall mitnehmen kann.

In diesem Sinne wünschen wir all unseren Lieben eine schöne Adventszeit.

Donnerstag, November 15, 2007

Mein neuer Arbeitsplatz

Mein neuer Arbeitsplatz

Wie es viele ja schon wissen habe ich(Miriam) nach meiner Sommerarbeit bei Arla Foods
eine neue Anstellung in einem schwedischen Kindergarten mit angeschlossenem Freizeitheim, auf Schwedisch förskola och fritidshem oder auch liebevoll daggis bezeichnet, gefunden.

Hier habe ich derzeit eine 75% Anstellung zur Vertretung (vikariat).

Nun bin ich seit fast 10 Jahren Abwesenheit wieder in meinem alten Beruf als Kinderpflegerin/ Erzieherin tätig. Und es macht mir Riesenspaß.

Es ist eine Elterninitiative.

Der Kindergarten besteht aus dem Elternvorstand, etwa 30 Kindergarten- und Schulkindern zwischen 1 und 12 Jahren und sechs Personen, die für das Wohl der Kinder sorgen, u.a. ich.

Meine blaue Gruppe besteht aus acht Kindern im Alter von durchschnittlich 5 Jahren.

In Schweden geht die Vorschule vom 1ten bis zum 5ten Lebensjahr. Danach wechseln die Kinder auf die Schule und besuchen eine Zwischenklasse, die so genannte nullte Klasse.

Somit werden meine großen bald wechseln.

Da der Kindergarten in einem großen Wohnhaus untergebracht ist, haben wir keine festen Gruppenräume. Alle Kinder spielen in der freien Zeit gemeinsam im Haus in den verschieden eingerichteten Räumen. Es gibt keine festen Bring- und Abholzeiten, wie wir es aus Deutschland kennen, sondern man richtet sich nach den Arbeitszeiten der Eltern. So kann es auch mal vorkommen, dass ein Kind erst um 11.00 kommt.

Damit man genau weiß, wann welches Kind kommt füllen die Eltern ein so genanntes Schema aus wo jeweils die Arbeitszeiten von Vater, Mutter und der Kinder aufgeführt werden.

Auch wir,das Personal haben unterschiedliche Arbeitszeiten. Ich beginne z.B. montags um 9.30 und habe um 17.30 Feierabend. Dienstags fängt mein Tag um 6.30 an und ich habe dann um 12.30 nach dem Essen frei. Auch am Mittwoch habe ich einen freien Tag.

Freitags haben wir rollende Arbeitszeiten, die wöchentlich wechseln.

Ein normaler Tag beginnt um 6.30 Uhr. Bis 8.00 haben die Kinder die Möglichkeit zu frühstücken. Dann wird gespielt. Um 9.30 sammeln wir uns für eine Obstrunde.

Danach ist Zeit für Gruppenarbeit oder Draußenspiel.

Um etwa 11.30 Uhr gibt es Mittagessen, jeden Tag im Daggis gekocht wird. Die Kleinen legen sich danach mit einer Erzieherin zum schlafen, während die anderen mit einer anderen Erzieherin ein Buch lesen. Inzwischen werden die Küche und Tische aufgeräumt.

Später gehen wir dann, wenn das Wetter es zulässt wieder nach draußen zum spielen oder spielen im Haus.

Ab dem frühen Nachmittag kommen dann auch die Schulkinder ins Freizeitheim.

Um 14.30 gibt es dann noch einmal eine Zwischenmahlzeit, das so genannte mellanmål

Nach und nach werden dann bis um 17.30 alle Kinder abgeholt.

Da im Kindergartenalltag auch die Natur eine große Rolle spielt sind wir sehr viel draußen.

Auch haben wir einmal die Woche die so genannte Knytte (bei den kleinen) und Mulle bei den Großen.

Das heißt, dass wir dann mit einem Rucksack ausgestattet auf das Kindergartengelände gehen.

Zuerst haben wir fika. Die Kinder bringen dann Frühstück von zu Hause mit und essen draußen.

Danach machen wir dann etwas gemeinsam in der Natur, sprechen über Tiere oder machen Experimente. Da ist es auch egal welches Wetter herrscht, wenn es eben geht sind wir draußen.

Da wir auf dem Gelände Hügel, Steine, viele Bäume und auch einen kleinen Bachlauf haben gibt es viele Möglichkeiten sich hier aus zutoben. Vor allem die Seilbahn auf dem hinteren Teil des Geländes wird oft genutzt.

Alles in allem ein toller Platz wo die kindliche Fantasie geweckt werden kann, egal in welcher Jahreszeit.

Sonntag, August 26, 2007

Hermine ist gefangen!

Hatte ich nicht im letzten Post behauptet, das ich meinen Hecht noch fangen werde?

Nun, das es sich dermaßen schnell ereignet hätte ich im Leben nicht gedacht.
Wir hatten den verlorenen Hecht Hugo, den Hammer-Hecht genannt. Heute morgen um 5 Uhr habe ich mich dann mit Petra an deren Boot getroffen, um endlich mal die langgeplante Angeltour ohne restliche Familie durchzuführen. Und weil Petra heute Geburtstag hatte bekam sie erstmal ein kleines Törtchen mit Kerze. Alles in Lidköping schlief noch als wir uns gemütlich Richtung Vänern begaben.
Nach ca eineinhalb Stunden Fahrt bogen wir ein nach Kallandsö. Hier hatten wir noch eine Rechnung mit Hugo offen. Doch auch nach ca 2 Stunden schleppen und Wurfangeln vor Anker stellte sich kein Ergebnis ein.

"Fahren wir zurück. Es gibt ja sicher noch andere Tage an denen man gut fischen kann."
So setzten wir uns wieder in Richtung Lidköping in Bewegung. Der Wind hatte mächtig aufgefrischt und in der Ferne gingen einige sehr beeindruckende Regenschauer runter. "Na besser dort als hier" waren wir uns einig. Ich hatte eigentlich genug vom Schleppangeln, denn auf dem offenen Wasser des Vänerns hatte ich bisher nie Glück, im Gegensatz zu Petra, die eigentlich nur hier Bisse verzeichnen konnte. "Lass Deine Angel doch noch ein wenig draussen" schlug sie vor, als ich sie zusammenbauen wollte. Na gut!
Nach ca. 10 Minuten dann, spielte die Angel verrückt. Die Schnur ging ziemlich schnell von der Rolle. Anhieb, und Tatsache, da musste entweder ein alter Autoreifen oder ein ziemlich großer Fisch am Köder hängen. Da sich der vermeintliche Autoreifen nach kurzer Zeit eilig von mir wegbewegen wollte, war klar: "Hier ist Hugo am Werk!" Sachte, und mit wesentlich mehr Ruhe als beim vergangenen mal, setzte ich die Bremse und holte hier und da mal wieder Schnur ein. Als der Fisch das erste mal die Oberfläche streifte, konnte man mir das Grinsen warscheinlich nur noch aus dem Gesicht meisseln. Petra steuerte das Boot weiter und ich beschäftigte mich derweil damit, den Hecht müde und mürbe zu bekommen. Nach ca. 20 Minuten feinstem Drill zog ich den Fisch ins Boot.
Holla, die Waldfee!!! Das ist mal ein Brocken. Metermaß dabei, und JA, mit 93 cm hat er wohl Mindestmaß. Der gute schlug wild um sich. Als wir dann nach einer äußerst interessanten Fahrt durch ein Gewitter mit herrlichem Regen (horizontal und wie aus Kübeln) und niedlichen Wellen von bis zu einem Meter durchgeschüttelt im Heimathafen ankamen, fuhren wir zu Petra um dort den Geburtstag bei Kuchen und Kaffe zu feiern. Den Hecht essen wir direkt heute, beschlossen wir danach. Also raus, ausnehmen (hier stellte sich fest das Hugo dann eher eine Hermine ist) entschuppen und Filetieren. Ab in Alufolie, würzen und in den Backofen. Nach einer guten halben Stunde roch es sehr nett und wir saßen am Tisch und nahmen Hermine zu uns. Dies war mein erster Hecht, den ich gegessen habe und ich muss sagen, das kann man wohl öfters haben. Lecker, war die einstimmige Meinung.
Da es nun natürlich zu beweisen gilt, das es sich nicht um Anglerlatein handelt, hier zwei Bilder. Hier ist nichts verändert oder gestellt. Nicht einmal das Grinsen. Denke mal, das wird bis morgen fest eingebrannt sein in meinem Gesicht.

Petra noch einmal: Alles Liebe zum Geburtstag und Petri Heil :-)




Weitere Fotos gerne auf Anfrage

Freitag, August 24, 2007

Vorbei ist es mit dem Sommerloch!!!

Hallo Liebe Leser,
Zuerst einmal sei gesagt, das wir noch leben!. Die letzten 9 Wochen seit dem vergangenem Beitrag ist auch einiges passiert, aber irgendwie konnte ich den inneren Schweinehund nicht besiegen und habe das Schreiben immer vor mir hergeschoben.

Dieses herrliche schwedische Sommerwetter ( nahezu 4 Wochen Dauerregen während Maevas Ferien) lädt geradezu ein, absolut nichts zu tun.
Natürlich war es nun wirklich nicht dermaßen öde, wie es klingen mag, deshalb schreibe ich nun wieder mal einen längeren Artikel. Ich berichte vom Schuljahresabschluss, einem Geburtstag in einer deutschen Hochburg Schwedens, dem Neuerwerb von Petra und Andrea und den damit verbundenen Freizeitvergnügen und von kulinarischen Neuerfahrungen.

Maevas letzter Schultag vor den GROSSEN! Ferien im Juni war äußerst festlich. Die Kinder wurden gebeten in ihren feinsten Kleidern zur Schule zu kommen, um dort zusammen zum Kindergottesdienst zu gehen.



Vor der Kirche warteten schon ungeduldig Eltern, Familie und Freunde der Kinder um sie zu begrüßen und mit ihnen zusammen den Gottesdienst zu feiern. Die Kirche im Dorf ist ja sehr selten geöffnet ( so wie beinahe alle Kirchen in Schweden ) aber heute war sie voller Leben. Die Bänke waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Rektorin der Schule begann die Feier mit einem sehr schönen Lied, das alle gespannt lauschen ließ. Danach erzählte sie eine Geschichte über einen kleinen Jungen der mit seinen Freunden zusammen Großes veränderte und hielt somit den Kindern die Wichtigkeit einer Kameradschaft vor Augen. Die Kinder sangen einige Lieder oder spielten einstudierte Stücke auf ihren Instrumenten.

Nach einem sehr gelungenen Gottesdienst gingen Die Kinder zusammen mit ihren Familien zurück in einem kleinem Umzug zur Schule. Hier trank man noch gemeinsam Kaffee, dankte den Lehrern für ein gutes Schuljahr mit Blumen oder kleinen Präsenten und klönte noch ein wenig mit den anderen Eltern.



14 Juli. Maeva hat Geburtstag. Miriam und ich waren so gemein und haben im Voraus Maeva im Glauben gelassen, das wir ihren Geburstag nicht feiern werden, sondern ein wenig in der Umgebung spazieren werden und dann zusammen vielleicht ein Eis essen werden. Umso erstaunter war Maeva dann, als wir sie sehr früh weckten und der Hund nicht Zuhause war.
Ebenso erstaunt war sie über die Masse der Päckchen und Pakete die in den letzten Tagen eintrafen und die wir nur mit Mühe vor ihr verbergen konnten. Sie war wohl der Überzeugung, man habe sie vergessen.
Wir hatten den Hund abends zuvor bei Petra und Andrea abgegeben um mit Maeva 2 Tage in Smalland zu verbringen. Hier hatten wir uns mit Nicola ( einer ehemaligen Mitschülerin aus dem schwedisch Kurs ) und ihrer Familie verabredet um mit den Kindern ein Wenig in den Fussspuren Astrid Lindgrens zu stapfen. Kurz vor unserem Ziel sagte Maeva plötzlich „ Hier war ich schon einmal, ganz bestimmt“. Und sie hatte Recht, diese Straße haben wir einmal vor gut einem Jahr befahren. Wahnsinn so ein Kindergedächtnis. Als Wir in Vimmerby auf dem Markplatz ankamen, nahmen wir ein zweites Frühstück ein. Dann kamen die Borkener, die zu diesem Zeitpunkt ihre ersten Ferien in Schweden verbrachten. Wir klönten ein wenig und die Kinder spielten gemeinsam auf der Hoppetosse, die auf dem Marktplatz stand. Dann fuhren wir gemeinsam nach Bullerby. Hier fühlt man sich irgendwie wieder in seine Kindhei zurückgesetzt. Der Nord- der Mittel- und der Südhof stehen genau wie im Film in unseren Kindertagen und man wartet regelrecht darauf das Lasse, Bosse und die anderen herausspringen und zusammen Abenteuer erleben. Für die Kinder hat man dann einen Heuboden errichtet, wo die Kleinen ( und manchmal werden die großen sehr klein!!) im Heu toben können oder sich im hohlen Baum verstecken.


Im Anschluss fuhren wir zum Kathult-Hof auf dem der Michel ( Emil ) sein unwesen trieb. Das Haus steht noch genauso da wie in den Kinderfilmen. Witzigerweise hat man die Proportionen wesentlich größer in Erinnerung. Im Schnitzschuppen oder rund um das Haus kann man die alten Filmszenen regelrecht riechen. Ein kleiner Souvenirladen bietet Bilder und Filme sowie allerlei Andenken feil. Wunderschöne Bilder, auf denen Filmszenen festgehalten wurden, säumen die Wände. Leider waren diese Bilder unverkäufliche Originale. Maeva kaufte sich von ihrem Geburtstaggeld ein Kleid das genau wie das Kleid der kleinen Ida aussah. Wir kauften noch eine CD mit den Schönsten Liedern aus allen Astrid-Lindgren Filmen. Der Tag war schon weit fortgeschritten und somit fuhren wir zurück nach Vimmerby um zusammen mit den Borkenern etwas zu essen. Bei Pizza und Salat saßen wir noch zusammen und erzählten ein wenig von den Erfahrungen und Eindrücken in einem fremden Land als Auswanderer.

Wir hatten bereits vorher beschlossen, das wir nicht am gleichem Tag zurückfahren werden, da Vimmerby doch gute 3 Stunden Autofahrt entfern lag. Also hatte Miriam ein Zimmer in einer Pension in Smalland gebucht. Hier angekommen wurden wir dan erstmals Zeuge einer deutschen Hochburg in Schweden. Dieses Dorf hatte mittlerweile einen Ausländeranteil von über 70%. Und diese Ausländer waren mit Masse Deutsche. Den Rest bilden Holländer, Dänen und Norweger. Aufgrund der Menge der meistgehends Sommergäste wurde dann auch vor einiger Zeit die Schule geschlossen, der örtliche Lebensmittelladen abgerissen und die Kaufpreise für Schweden unerschwinglich gemacht. Zahlen die deutschen doch alle Preise.

Wenn man dann noch erfährt, das zum Beispiel in einer Straße bis auf eine schwedische Familie ausschließlich Deutsche wohnen und diese ihren Nachbar zwar nett finden, aber bedauern das dieser kein deutsch spricht, fühlt man sich ein wenig als Besatzer und schämt sich für das fehlende Integrationsstreben der alten Landsleute. Die schwedische sprache ist nun wirklich leicht zu erlernen, da sollte mal einer versuchen Isländisch zu verstehen!.

Nun zu etwas ganz anderem!!

"Frank, schau mal hier im Internet, was hältst du denn davon??" so schrieb Petra in einer Mail. Ich öffnete den Verweis aus der Mail und war erstaunt. Da lag ein nettes Boot, gepflegt und schick im Wasser. "Absolut in Ordnung und ganz günstig" hieß es im Schreiben weiter. Und "kannst Du vielleicht mitkommen zur Besichtigung?" Na Klar kann ich!
Also trafen wir uns zum verabredeten Termin in Lidköping wo wir uns mit dem Besitzer des Bootes treffen wollten. Nach kurzem warten kam dieser auch in Begleitung von Familienangehörigen. Er habe dieses Boot gekauft, aber leider nie die Zeit dazu gefunden, es zu bewegen. Die gute alte Dame wäre aber in einem tadellosen technischen Zustand. Nun, dieses festzustellen war ja Grund des Treffens. Er öffnete das Boot und zeigte Andrea und Petra erst einmal alles Wissenswerte über ESMERALDA. Das Boot war ursprünglich ein Segelboot wurde aber vor ca. 50 Jahren in ein Motorboot umgerüstet. Ausgestattet mit einem Einzylinder-Dieselmotor käme es auf eine maximale Geschwindigkeit von ca. 12 km/h, wobei die Langsamkeit des Bootes den speziellen Reiz ausmachen würde. Nun im Grunde perfekt für die beiden Neukunden. Nach einer kurzen Probefahrt ( Esmaralda sprang ohne murren sofort an ) wurde man sich schnell einig über den wirklich günstigen Preis, der zu allem Erstaunen auch noch die Liegegebühr für den Rest des Jahres sowie einen Bootsanhänger beinhaltete. Glück muss man/ Frau :=) haben! So ein Boot findet man nicht jedertage im Netz. Der Absolute Vorteil für Petra war dann auch das der ehemalige Eigner den Text im Netz sehr bescheiden ausfallen hatte lassen und kein Bild dazu eingestellt hat. Wir fuhren direkt eine kleine Runde von gut 2 Stunden mit Esmeralda raus auf den Vänern. Und man muss der betagten Dame ein absolutes Lob aussprechen. Langsam und Spurtreu fuhr sie Zuverlässig ihre Runden. Petra war zu Recht begeistert. Wir verabredeten uns für den kommenden Sonntag an dem wir einen ganzen ag auf dem Wasser verbringen sollten.
An diesem Tage wollten wir dann auch ein wenig Schleppangeln. Wir fuhren von Lidköping gute 12 km nordwärts bis wir an der Einmündung zu Kollandsö einer Halbinsel im Vänern kamen. Hier hatten Miriam, Maeva und ich erstmals das Schlauchboot ausprobiert und das Gewässer für sehr angenehm empfunden. Außerdem waren alle Ufer von Schilf umsäumt, ein gutes Zeichen für Hechte. Und nach einem kleinen Halt an einem Jachthafen, wo wir gemütlich einen Kaffe tranken und einige wieder entsorgten, setzten wir uns wieder in Bewegung um ein wenig zu fischen.
An einer besonders engen Stelle schnarrte die Bremse meiner Angelrolle plötzlich. Ich dachte es sei sicherlich ein Hänger des Köders auf dem Boden. Aber nach kurzem rollen stellte ich fest, das es sich um einen großen Hecht handelte. Dieser kam immer wieder an die Oberfläche und zeigte seine beeindruckende Größe. Aufregung auf dem Boot. "Wo ist der Fotoapparat??, Wie bekommen wir den hier rein?? Papa, beißt der um sich??." Und als sei es nicht genugt sagte Petra, das wir weiterfahren müssen, da sich ein kleiner Stau hinter uns gebildet hatte. Ich versuchte weiter den Hecht bei Laune zu halten und gab ihm abwechselnd mal Schnur, mal Bremse. Da wir uns in Bewegung setzten war es nicht so einfach, den Fisch richig zu drillen, versuchte der Hecht doch immer wieder in Richtung Ufer zu kommn. Dies wäre der sichere Abbruch der Angelaktion und ich versuchte ihn immer wieder daran zu hindern. Als ich in dann in der Nähe des Bootes hatte und gerade den Kescher ansetzten wollte, schlug er um sich und zerriss die Schnur. Da schwamm er hin, meinen Köder noch im Maul. Enttäuscht, aber doch irgendwie fasziniert darüber, das ich einen dermaßen großen Burschen an der Angel gehabt hatte fuhren wir dann weiter.
Bevor hier der Vorwurf des Anglerlateins aufkommen mag, gebe ich erst keine Größenangaben. Auf Dauer werde ich ihn bekommen, meinen Hecht....... Schade nur das er nun mit einem Haken im Maul schwimmen muss. Hoffentlich kann er sich davon befreien.
Wir fahren auf jeden Fall nun wesentlich öfters auf dem Vänern.

Kulinarische Besonderheiten der Schweden sind ja nun nicht so bekannt wie die der Franzosen. Wobei, wenn mir einer mit schimmeligen Käse oder glibberigen Schnecken sowie Fröschen ankommen würde, wäre ich sicherlich schwer zu überzeugen. Bengt hatte uns eingeladen zusammen mit Freunden beim Kräfte väcken dabei zu sein. Und da wir jede neue Erfahrung gern mitmachen gingen wir zur Krebspremiere an die improvisierte Hütte nahe des Flüsschens an dem Bengt das Fischrecht besitzt. Auf ungefähr 50m Länge hatte er einige Krebskäfige ausgelegt und bat Maeva doch beim ausholen behilflich zu sein. Die war dann auch direkt Feuer und Flamme, als im ersten Käfig einige Krebse gefangen waren. Insgesamt fischten sie und Bengt einige Dutzend aus dem trüben Wasser. Interessanterweise sah man überall Flussauf- und abwärts Menschen um ihre Käfige sitzen klönen und gegenseitig die Fänge zu begutachten oder hier und da auch mal hämisch zu kommentieren.
Tags darauf kam Bengt zu uns nach Hause und brachte die fertig gekochten und eingelegen Krebse um uns zu zeigen wie man diese Delikatesse richtig zu essen hab. Nach einer kleinen Unterweisung haben wir dann alle drei die leckeren Krebse genossen.

Schon mal was vom Surströmming gehört??
"Das ist doch dieser gammelige Fisch in den ausgebeulten Dosen, der zum Himmel stinkt und furchtbar schmeckt" Richtig!, aber schon mal selbst probiert?? Gerüchte gibt es ja einige von dieser Besonderen Mahlzeit. Kenneth hatte einen jungen Maurer aus Gotland bei sich über die Sommerzeit beschäftigt und genau dieser schwört auf die Delikatesse. Im Gespräch mit ihm stellte sich schnell heraus, das es wohl zu 80% an der Zubereitung des Gerichtes läge ob es genießbar sei oder eben nicht. Nun gut. Bin ich also mal mutig und probier das Zeug einmal um zumindest sagen zu können, das ich es versucht habe. Miriam fuhr mich zu Kenneths Stuga, wo Gabriel der junge Gotländer wartete. Er sagte, dass das Geheimnis eigentlich darin läge den Geschmack nicht zu konzentrieren, sondern mit einigen anderen Zutaten zu vermischen und den Fisch nur als Würze zu benutzen.
Als Gabriel die Dose öffnete, schlug und ein Geruch entgegen der atemberaubend war.
Was den Duft angeht waren also alle Gerüchte war. Eine Mischung aus verdorbenem Fisch und Kläranlage kann den Duft erklären. Er bereitete Dünnbrot zu, legte Karoffeln in Scheiben und ordentlich Zwiebeln dazu. Dann zerschnitt er die Fischfilets in kleine Stücke und verteilte sie auf den Kartoffeln, rollte das Brot zusammen und biss hinein. Da sich in seinem Gesicht keinerlei Farbveränderungen einstellten, machten Miriam, Kenneth und ich es ihm einfach nach. Die ersten Bisse waren ohne Fisch. Als dann ein Stück Surströmming dazu kam war ich überrascht. Der Geschmack war würzig, etwas salzig aber in keinem Fall gammelig. So aßen wir brav unsere Portionen auf und Gabriel war stolz darüber, drei weiteren Personen das Gericht nahe zu bringen. Wir saßen noch eine Weile zusammen und fuhren spät abends nach Hause mit einer interessanten Erfahrung mehr im Gepäck.
Mehr dazu hier.....

Sürströmming


Doris, unsere ehemalige Schwedischlehrerin wäre sicher stolz auf uns!
Ich denke mal das Gericht ist ähnlich wie Vaters "Handkäs mit Musik". Ab und an sehr nett, muß man aber nicht jeden Tag haben. Der Duft war jedenfalls ähnlich scheusslich!!

Ich hoffe, die Ereignisse der letzten Wochen haben euch gefallen. Sei nur noch zu erwähnen das ich mich freue über die positive Resonanz dieses Blogs und über die Tatsache einen festen Leserstamm zu haben. Natürlich freut es einen auch zu hören, wenn neue Leser dazukommen, somit Grüße ich an dieser Stelle recht herzlich den Vater von Petra.
Vielleicht hat ja der ein oder andere Leser mal einen Einwand oder Fragen zu uns oder dem Tagebuch. Ich würde mich über weitere Zuschriften unter sehr freuen.

Euch noch einen schönen Restsommer und gute Tage bis zum nächstem Artikel
Frank


Sonntag, Juni 10, 2007

Eine Seefahrt Teil 2

Bei wunderbarem Wetter, 30C° strahlendblauem Himmel, kein Wölkchen weit und breit, beschlossen wir gestern eine Runde mit unserem Boot zu machen. Es sollte wieder der Sämsjö nahe Annelund sein. Wir nahmen Rembrandt mit um ihn einmal auf Seetauglichkeit zu testen. Gegen halb 10 morgens setzten wir 4 uns dann auf dem Wasser in Bewegung. Bei spiegelglattem See und absoluter Windstille glitten wir über das Gewässer.



So herrlich hatten wir es bisher noch nie auf unserem Boot. Wir steuerten die Insel an, die ich bereits kannte. Rembrandt sprang vor lauter Freude erstmal ins kühle Nass um sich zu erfrischen.



Maeva probierte ihre neue Angel aus und Miriam legte sich zum entspannen auf einen großen Felsen.


Diese absolute Ruhe und die Schönheit der Natur sind überwältigend.



Gut das es hier in der Nähe unzählige Gewässer gibt und sich das Volk dementsprechend verteilen kann. Dazu kommt, dass die Schweden nicht so ein Freizeitvolk wie die Deutschen sind. Zumindest nicht außerhalb der Ferien Wir drehten noch einige Ehrenrunden um die Insel und Maeva fand gefallen daran mit abgeschaltetem Motor das Boot paddelnd fortzubewegen. Nach einigen Stunden in der Sonne und auf der kleinen gemütlichen Insel, die trotz einigen Verkehrs auf dem See ausschließlich für uns blieb tuckerten wir zurück in Richtung Auto.

An einem Strandbad, das am Sämsjö liegt, war auch mehr Volk als am Rest des Sees. Zum Glück haben wir unser Boot, ermöglicht es uns doch etwas mehr Abgeschiedenheit.
In den Ferien werden Maeva und ich dann auch einige weitere Tagestouren machen. Dann soll der Götakanal zwischen den beiden großen Seen erobert werden.

Freitag, Juni 08, 2007

Martinas Abitur

Der Schulabschluss ist sicher ein wichtiges Ereignis für Jedermann. Die Art diesen zu feiern variiert aber stark. Hier in Schweden ist es ein großes Fest an dem Freunde und Familien geschlossen teilnehmen. Am letzten Tag der Schulzeit machen sich die Schüler in festlichen Kleidern und den typischen schwedischen Studentenmützen auf um ein letztes mal zusammen zu sein und ihre Lehrer gebührend für die Qualen der letzten Jahre in unbequeme Kostüme zu zwängen und sie dann quasi an den Pranger zu stellen.

Wir waren eingeladen zu Kenneths jüngster Tochter Martina zu kommen, um gemeinsam mit der Familie zu feiern. 2 Tage vor der Veranstaltung trafen wir uns bei Kenneth zuhause um dort ein wenig den Garten für die Feier vorzubereiten. Wir bauten einen Fallschirm als Sonnenschutz auf.



Und da an dem Tag zufällig Nationaltag war, aßen wir anschließend etwas Kuchen und tranken Kaffee. Wir schmückten die anwesenden mit kleinen Schwedenfähnchen um unsere Verbundenheit zu dem Land zu zeigen.



Eltern und Schüler versammelten sich am Tag des Schulabschlusses zuerst in der Odenhalle in Falköping um dort ein Abschiedszeremoniell zu feiern, bei dem verschiedene Personen vorsprachen und die Schüler verabschiedeten. Danach setzten sich alle in Richtung Marktplatz in Bewegung um dort von Freunden und Familienmitgliedern empfangen zu werden.



Für jeden Schüler wird ein Schild angefertigt auf dem ein Bild aus Kindheit der des Studenten zu sehen ist.



Versehen mit Namen und Klassenbezeichnung finden so alle Freunde schnell ihren Studenten. In einer Art Karnevalszug schreiten die Schüler einmal komplett um den Marktplatz um sich unter lautem Gesang und Rufen ihrer erlernten Lasten zu befreien. Einige Lehrer mussten ziemlich herbe herhalten und sich zur Schau stellen lassen in teilweise äußert heftigen Kostümen. Bei Temperaturen um die 30 C° sicherlich kein nettes Unterfangen. Dann lösten sich die Schüler aus dem Torso und gingen zu ihren Familien. Dort angekommen wurden sie beglückwünscht und mit den unterschiedlichsten Sachen dekoriert.
Üblicherweise, habe ich erfahren, hängt man „seinem“ Schüler ein Blumenkranz um den Hals. Die heutigen Freunde machen sich aber einen Scherz daraus die unmöglichsten Dinge anzubringen.




Und so war es nicht verwunderlich wenn mal schnell 10-15Kg Gewicht zusammenkamen. Martina bekam so viele Dinge, dass sie sich zum Schutz ein Handtuch unter die Bänder
legen musste.






Mehrere Tausend Personen feierten mit den Abschlussklassen und begleiteten diese dann auch vom Marktplatz zu einem Autokorso, der sich vom Markt einmal durch die Straßen Falköpings bewegte. Auf LKW`s, in Cabriolets oder sonstigen Fahrzeugen fuhren die Schüler auf und ab unter lautem Gehupe, Gesängen und Glückwunschrufen aus der Bevölkerung.

Anschließend trafen alle Familienmitglieder bei Martina zuhause ein. Dort gab es ein leckeres Buffet und alle saßen bei Sonnenschein und kühlen Getränken oder Kaffee zusammen und feierten ihr bestandenes Abitur. Gegen Abend ging die Feier zu Ende und Martina machte sich auf um mit den anderen Studenten anständig Party zu machen.

Für uns war dies eine weitere, sehr nette Erfahrung, hatten wir ein solches Ereignis in Schweden doch höchstens mal in einem Reisebericht gelesen selbst aber nicht miterlebt.Von Uns noch einmal ein "GRATTIS TILL EXAMEN"

Mittwoch, Juni 06, 2007

Blumenwanderung

Blomstervandring konnte man auf der Anschlagtafel des Dorfes lesen.
6 Juni 19°° Uhr. Das ist ja mal eine angenehme Zeit. So fuhren wir zum Heljesgarden direkt in der Nähe vom Dorf um das, von der Straße aus sehr unscheinbar wirkende, alte Haus in Augenschein zu nehmen. Langsam trafen die Besucher die an der Wanderung teilnehmen wollten ein. Der Guide war Mats Rosengren. Er arbeitet beim Naturverein Hornborgasee und ist ein absoluter Fachmann in Sachen Natur. Mit den Schulkindern hatte er vergangene Woche ein Seminar zum Thema überleben in der Natur ohne Strom, fließend Wasser oder Supermarkt veranstaltet.

Als alle Gäste zusammen waren, erzählte er etwas zur Geschichte des Hauses und des dazugehörigen Grundes der sich über einige Hektar erschloss.



Hier arbeitet der Heimatverein seit Jahrzehnten daran, alte beinahe vergessene Sorten Getreide, Obst, Gemüse und wilde Blumen und Gräser zurück zu gewinnen. Auf einer großen Wiese die sich völlig selbst überlassen scheint fanden wir unzählige seltene Blumen die von den Teilnehmern bewundert und bestimmt wurden.





Zur Krönung sang dann noch eine Nachtigall ihr Lied.
Es gab für mich unzählige Fotomotive und für Miriam ebenso viele Möglichkeiten sich mit der hiesigen Blumenkultur auseinander zu setzten.




Nach ca. 2 Stunden gemütlichen Wanderns waren wir dann zurück am Ausgangspunkt.
Eine sehr löbliche Einrichtung, die sich mit fast vergessenen Techniken und Sorten beschäftigt. Schade eigentlich ist nur das so viel Erfahrung und Fertigkeiten trotz sorgfältiger Dokumentationen und Publikationen verschwinden. Denn wie man zum Beispiel eine Sense richtig dengelt ist den heutigen Schmieden nicht mehr bekannt.

Samstag, Mai 26, 2007

Eine Seefahrt die ist lustig....




Nachdem ich mehrfach (einigen Lesern nach zu heftig) ausgeteilt habe, will ich heute mal wieder von etwas angenehmen berichten.

Der Name Kenneth ist ja bereits mehrfach in diesem Tagebuch gefallen. Und weil er auch in letzter Zeit immer wieder helfend zur Seite stand, haben wir uns vorgenommen mal einen ganzen Tag am und auf dem Wasser zu verbringen. Sein Schwager Bengt, der in den letzten Wochen immer mehr zu meinem >>Privatlehrer<< in Sachen schwedisch geworden war, sollte mit von der Partie sein. Außerdem haben wir noch einige Flaschen tyska Öl (also nettes deutsches Bier) eingeladen uns doch einfach zu begleiten. Der Aufforderung kam das Bier dann auch direkt nach, kündigte aber an, dass es eventuell nicht wieder nach Hause wollte. Nun, dies konnten wir wohl gut verschmerzen.

Zu nachtschlafender Zeit (also gegen 9 Uhr morgens) trafen wir uns dann bei Kenneth um dann in Richtung Sämsjö zu fahren, der in der Nähe von Annelund liegt. Den See hatte ich bereits einige Wochen zuvor besichtigt. Er ist ungefähr 4km lang und knapp 2km breit, beherbergt einige nette Inseln und liegt ziemlich windgeschützt in einem Tal.
Nachdem wir uns eine Fiskekort gekauft hatten luden wir das Boot und alle Utensilien ab und bauten das Boot auf.



10 Minuten und erstes Bier später stachen wir in See. Das Wetter war herrlich und die Wogen auf dem See waren minimal. Ideales Fischwetter. Ich hatte zwar mal irgendwo gelesen, dass sich die Fische mehr so in der Morgen- und Abenddämmerung sehen lassen, aber was weiß ich schon vom fischen?? Nachdem wir den See das erste mal in seiner kompletten Länge durchkreuzt hatten, sagte Bengt, wir sollen doch einmal in eine kleine Bucht fahren die von Schilf und Seerosen umringt ist, denn dort stehen die kapitalen Hechte.

Ich habe noch nie einen Hecht gefangen und war auch ziemlich heiß drauf, endlich mal einen am Haken zu haben. Wir also geankert und uns an einen sehr viel versprechenden Platz gestellt. Und siehe da, bereits nach weniger als 5 Minuten stellte sich der erste Erfolg bei Bengt ein. Die Rute bog sich verheißungsvoll durch und Bengt arbeitete kräftig an der Rolle. Nach einem kurzen aber harten Kampf kam dann der vermeintliche kapitale Hecht zu Tage. Mein lieber Scholli, dachte ich nur. Mit einer Spannweite von fast einem Meter war das doch mal ein brauchbarer Fang. Nur die Form kam mir irgendwie etwas merkwürdig vor. Auf meine Frage, ob das nun ein typischer schwedischer Hecht sei, bekam ich nur ein missgelauntes Murren.



Neues Spiel neues Glück also. Wir fuhren etwas weiter um uns zwischen 2 Inseln zu stellen und hier etwas mehr Erfolg einzufangen. Einige Bier später wurde der Druck im Blasenbereich meiner Passagiere unerträglich und sie baten, eine Insel anzusteuern.
Ich verzichtete auf das Bier, musste ich doch Boot und später das Auto sicher nach Hause steuern. Auf der Insel angekommen und von den Lasten der deutschen Braukunst erleichtert, entschieden wir, noch einige Zeit hier zu verbringen.



Wir verteilten uns etwas und nach kurzer Zeit hatte Kenneth dann einen ersten Biss. Dieser Brocken war dermaßen widerspenstig und kampfbereit, dass Kenneth richtig gut zu tun hatte. Dann die Enttäuschung schlechthin. Das Material seiner Rute gab nach und die Schur riss. Somit konnte der erste richtige Fisch abhauen. Er kam zu mir um einen neuen Köder zu befestigen.
In diesem Moment war Jubelgesang von Bengts Seite zu hören. Er hielt triumphierend einen Barsch in der Hand. Da beide Fische in der gleichen Bucht gebissen hatten, war nun an weiterfahren erst einmal nicht zu denken.
Wir warfen also unsere Ruten aus wie die Berserker. Als nach knapp einer halben Stunde kein weiterer Biss kam, brachen wir die Aktion ab. Witzigerweise konnte man sehen, wie die Fische teilweise aus dem Wasser sprangen um Fliegen von der Oberfläche zu schlucken.
Nun, an Fliegen hatten wir nicht gedacht. Etwas niedergeschlagen (mal von Bengt abgesehen)setzten wir unsere Bootsfahrt fort. Da bereits einige Stunden vergangen waren, beschlossen wir, uns langsam auf den Heimweg zu machen, musste Kenneth doch noch am Abend zu einer Geburtstagsfeier.
Bengt prahlte mit seinem Fang und seine Brust platzte bald vor Stolz. Kenneth und ich machten uns dran den Fisch immer mickriger zu reden, was bei Bengt natürlich nur auf taube Ohren stieß. Er war überzeugt von seinem Fang und irgendwie hatte man das Gefühl, der Fisch würde in der Tasche nun weiter wachsen. Zumindest von den Erzählungen her wuchs und wuchs der kleine Barsch auf kapitale Ausmaße.



Wieder am Bootsanleger angekommen, bauten wir in Ruhe das Boot ab und packten alle Sachen wieder ein. Dann machten wir uns auf den Heimweg.

Ich konnte es einfach nicht lassen ein wenig mit Photoshop den Fang zu bearbeiten um Bengt dann ein Foto seines Rekordverdächtigen Fisches auszuhändigen. Die Lacher waren ganz auf meiner Seite!



Abschließend, kann man sagen, dass wir Baggerspaß hatten und beschlossen haben, diesen Tag gerne einmal zu wiederholen. Dann mal mit einem anderen Fahrer und vielleicht mal schwedischem Bier….. mal sehn.


Donnerstag, Mai 24, 2007

Etwas ungewöhnlich

Vielen Dank an alle treuen Leser dieses Tagebuches.

Wir bekommen haufenweise Anschriften und Zusagen per Mail. Das macht natürlich etwas stolz. In letzter Zeit kommt aber die Meinung auf, das sich das Auswandern als sehr leicht darstellt (hatten die Eickhoffs doch immer alle Türen offen vorgefunden).

Ich will hier nicht groß rumschwafeln, dennoch aber einige Illusionen mal etwas, na sagen wir, ins rechte Licht setzten.

Mensch, ihr hab’s doch einfach gehabt, da kommen wir auch in eure Gegend. So in etwa schrieb eine Familie aus Deutschland, die ihren Traum der Auswanderung ungefähr einen Monat vorher beschlossen hatten.
Ich ermutige wirklich gerne, in eine andere Gegend als Smalland zu ziehen, trifft man doch dort vorzugsweise Deutsche. Und ich muss ja nicht auswandern um quasi << unter sich>> zu sein. Denn dann stellt sich die Frage, warum ich denn das Land wechsle, wenn ich alle alten Geflogenheiten antreffe?. Wir haben hier in unserer Gegend einen absolut guten Start gehabt. Dies liegt ganz klar an einigen Faktoren, die NICHT durch die Umwelt bestimmt wurden. Als wir uns nach Schweden aufgemacht haben, wussten wir, das unserer Status und unser Einkommen aus Deutschland ganz sicher einige Jahre nicht erreicht werden kann. Das liegt zum einem an der Sprachbarriere, zum anderen einfach an der Tatsache das auch die Schweden zuerst Landsleute, dann Europäische Ausländer und zuletzt nicht-europäische Ausländer einstellen. Also mit der Meinung, ich war in Deutschland Bäckermeister, also werde ich hier auch Bäckermeister, kommt man hier nur äußerst selten an. Ich habe das absolute Glück, das ich für 3 Jahre Übergangsgelder der Bundeswehr beziehe. Das sind 75% meines alten Gehaltes, also durchaus eine Grundlage zum täglichen Überleben. Hätten wir dieses Geld nicht, hätten wir den Schritt in 2007 niemals gemacht. Für uns steht Schweden schon sehr lange fest. Sehr lange heißt nicht gerade mal einen Monat! Mich verwundert es immer mehr, welchen Einfluss Auswanderersendungen haben. Eigentlich müsste es doch erschrecken, sieht man dort Woche für Woche, wie es für die Masse derer ausgeht, die sich schlecht vorbereitet haben ( ich sage nur Auswandern nach Spanien ohne ein Wort spanisch ).

Gerade habe ich noch mit Petra über dieses Phänomen gesprochen und sie sagte einen sehr guten Satz den ich mit ihrer Erlaubnis hier einbringen möchte.

Eine Auswanderung mit der Aussage << Da fangen wir noch mal ganz von vorne an >>. ist nur in Bezug auf die Region möglich. Seinen Charakter, seine Vorlieben, Vorurteile, Geschmäcker und Abneigungen behält man bei. Ich habe mich in Schweden nur dahingehend verändert, dass mich die deutsche Hektik etwas verlässt. Aber wie Petra sagt: Man nimmt sich selbst mit, und hinterlässt nur Freunde und Familie oder Habseligkeiten, aber niemals Charakterzüge.

Wir sind auch nur deshalb gut aufgenommen worden, weil wir auf die Menschen zugegangen sind, unsere Hilfe überall angeboten haben und unsere Wünsche unter die der Mitmenschen gestellt haben. Mal ein Vergleich: Ich komme gebürtig aus einem kleinem Dorf im Sauerland. ( und die sind ja mal für ihre Kontaktfreudigkeit bekannt, die Westfalen!). Wenn man dort hinzieht und sich nicht integriert oder sogar komplett anpasst, hat man keine Möglichkeit in die Dorfgemeinschaft zu kommen. Und eins könnt ihr mir glauben, ein wenig Westfalen findet man in jedem Dorf der Welt. Freundlichkeit kommt nicht, man muss sie zuerst bringen. Und um nun völlig abzuschwafeln, fällt mir nur ein: Man erntet was man sät.

An die, die ihr auswandern wollt, sei noch einmal gesagt. Bereitet euch vor! Lernt das Land kennen bevor ihr dort hinzieht. Deutsch sein gilt nicht überall als schick. Und die Art wie wir Deutschen im Ausland auftreten ist schon heftig. Eure Weisheiten, seien sie auch noch so gut, stoßen nicht überall auf Verständnis. Und nur wenn ihr bereit seid, auch in einer unteren Gesellschaftsschicht anzufangen ( im SFI Kurs wird einem das so richtig bewusst, das man mit allen anderen Ausländern in einen Topf geworfen wird und eben nicht priviligiert ist )und euch wirklich zu integrieren, sowie mit dem Land in dem ihr dann wohnen werdet, zu identifizieren, werdet ihr einen angenehmen Start und Aufenthalt haben. Hier seid ihr die Ausländer!


Ich wünsche Euch einen leichteren Start als diesem hier, aber sinnbildlich trifft dieses Bild aus dem März ganz gut zu. Der kleine hat es gegen den kalten schweren Schnee geschafft, weil er sich gut integriert hat und nun der Schnee etwas von seinem Platz für den neuen Baum freigibt!



Samstag, Mai 12, 2007

Der Monat April bis Mai

Was heißt hier eigentlich: Sie sind da?
Nun, wir hatten diesen Monat den absoluten Rekord was die Anzahl an Kranichen angeht.
13900 Stk. am Sonntag vor Ostern. In dieser Woche war Pasklovet (also Ferien vor dem Osterfest) und dies konnte man dann auch am Hornborgasee sehen. Tag für Tag stehen mehr Wohnmobile und Wohnwagen hier, kommen immer mehr Busse gefüllt mit Volk die ihre Ferngläser im Anschlag artig zu den Beobachtungsplätzen trotten um dort dann dem Spektakel der Kranichversammlung zuzuschauen. Also, das ist schon sehr imposant. Majestätisch in der Luft und am Boden bedächtig futternd, bis sich ein Konkurent in den Weg stellt. Dann unter lautem Getöse Imponiergehabe und Revierkämpfe. Für mich eigentlich viel interessanter, wenn das Volk sich nach der Kaffeezeit wieder davon macht und die Plätze sich leeren, fahre ich gerne an die Futterplätze um dort gegen Sonnenuntergang die Massen zu beobachten wie sie sich an ihre Nachtlager machen. Da können mal gut und gerne 200 Vögel auf einen Schlag in die Luft steigen um sich dann nach kurzer Zeit zu trennen. Wie es ungefähr aussieht wenn sich knapp 14000 Vögel treffen um gemeinsam zu futtern sieht dann so aus!

Bitte etwas gedult, das Foto besteht aus 13 Einzelbildern. Bei Bedarf einfach vergrößern!



und hier in voller Pracht :
bitte klicken






Das sich die deutsche und die schwedische Kultur sehr ähneln kann man auch an den Festen sehen. Hier wie da ( wobei ihr nun bestimmen dürft was was ist )feiert man Ostern sehr ähnlich. Die Fastenzeit beginnt hier auch am Aschermittwoch, wobei man Karneval hierzulande nicht feiert. Am Tage vor Aschermittwoch dem Fettisdag mampft man noch einmal so viel fettiges Zeug wie möglich um über die magere Zeit bis Ostern zu kommen. Und da das echte Fasten eigentlich nicht mehr soooo streng durchgeführt wird, freut man sich am Fettisdag leckere Semlor ( eine Mischung von Windbeutel und Berlinern mit Mandelmasse ) zu Hauf zu bekommen. Der Karfreitag ( Langfredag ) ist auch hier ein Feiertag den ich genutzt hatte mit Schwiegervater ein wenig angeln zu gehen und ihm damit die hiesige Natur etwas näher zu bringen. Schwiegereltern waren eine Woche zuvor gekommen, um mit uns Ostern zu feiern. Das Wetter am Karfreitag war herrlig, nur die Fische waren wohl auf einer Wallfahr oder hatten das mit dem Fasten wohl irgendwie spitz bekommen. Egal welchen Köder wir anboten, es kam immer nur der blanke Haken zurück. Ohne Fisch, aber trotzdem gutgelaunt machten wir uns auf den Heimweg. Am Ostersamstag ziehen die Kinder von Haus zu Haus um als Hexe verkleidet ein Paar Godis ( Süßes ) zu erhaschen. Ostersonntag kommt dann auch hier der Osterhase und bringt den Kindern Süßes und Präsente.Maeva staunte nicht schlecht, als im Garten alles mögliche verteilt lag,



und selbst Rembrandt bekam ein Halstuch auf dem "ich bin nicht so gefährlich wie ich aussehe" stand.





Dienstag früh fuhren Schwiegereltern wieder zurück nach Deutschland. Es war schon bewundernswert, wie die beiden als völlig hektisches Paar ankamen und nach nur 10 Tagen Urlaub ziemlich "lungt" ( relaxt ) wieder abfuhren. Das zeigte uns wie hektisch auch wir noch vor nicht ganz 4 Monaten waren und wie sehr wir uns an den wesentlich angenehmeren Tagesablauf hier gewöhnt haben.
Witzigerweise gibt es dann aber doch einige Unterschiede was die Bräuche angeht.
Z.B. werden hier in der Osternacht Feuerweke gezündet und das Osterfeuer, das ich aus meiner Heimat kenne, brennt hier eigentlich erst zum 1 Mai.


Wenn Du mal nach Schweden kommst, gehen wir auf jeden Fall Angeln. Das habe ich immer zu Schwiegervater Peter gesagt. Und nun hatten sich Miriams Eltern ja für eine Woche Besuch angekündigt und wir konnten es endlich mal wahr machen.
Peter brachte seine Angelausrüstung mit und wir machten uns auf nach Hökensas, einem Naturreservat in der Nähe von Hjo, einer Stadt am Vättern. Hier wollten wir unser Glück versuchen. Schwiegervater hatte mehrere Spinnruten mitgebracht und wir versuchten es an einem der 12 Seen im Reservat.
Hier zeigte sich schnell, das der Grund sehr steinig und in der Nähe des Ufers auch noch algig war. Das sorgte für einige Hänger und die Laune stieg nicht unbedingt an. Dazu kam das der Boden sehr aufgeweicht war und wir irgendwie keinen richtigen Halt fanden. Kurzerhand entschlossen wir einen anderen See aufzusuchen.
Diese Entscheidung stellte sich als voller Erfolg raus, denn nach bereits 15- 20 Minuten mit einem Spinner als Köder biss ein Fisch an Peters Haken an. " Das zieht aber mächtig" war sein einziger Kommentar und als der Fisch in die Nähe des Keschers kam zeigte sich dann auch warum es denn so gezogen hatte. Eine sehr prächtige Forelle kam da zum Vorschein. Also Anglerlatein hin oder her, eine solch grosse Forelle hab ich bis dahin nicht gesehen. Peter grinste im Kreis vor Stolz. Maeva wollte dann auch dabei sein , wenn die Forelle ausgenommen wurde.
Überhaupt keine Scheu vor dem glitschigen Tier machte sie sich auf und nahm das Prachtstück in die Hand für ein Foto.





Dann wurde es etwas ruhiger im Wasser, sprich es biss keiner mehr an. Die Tageszeit war eigentlich auch nicht mehr nach grossem Anglerglück und so wechselten wir einmal mehr das Gewässer. Hier fing Peter dann noch eine Forelle, diesmal aber eine der normalen Grösse. Irgendwie wirkte diese gegen die andere dann doch etwas mickrig. Eine Möwe beobachtete das Treiben sehr sorgfältig und traute sich dann doch sehr nahe, als ich die Fische ausnahm. Ihr Mut wurde mit leckeren Fischinnereien belohnt.
Dummerweise war es an diesem Tag ziemlich kalt. Es schneite sogar zwischendurch etwas. Umso erstaunter war ich über Maevas Standhaftigkeit. Sie trotze dem Wetter und wollte auch ein wenig in Opas Fußstapfen treten um auch einen eigenen Fisch haben, leider ohne Erfolg.
Als Trost kam die prächtige Forelle und ihre kleine Schwester dann zu uns in die Kühltruhe.
Es war wieder mal schön, unsere Familie zu Gast zu haben. Besonders haben wir uns gefreut, das Schwiegervater solch einen Gefallen an Schweden gefunden hat.



Das wir Familienzuwachs bekommen haben habe ich ja bereits angekündigt.

Was denn, fragt ihr euch sicher. Miriam und Frank haben kein Wort darüber verloren. Nun es ist ja auch ein Zuwachs der besonderen Art. Weniger aus Fleisch und Blut, mehr so aus stabilem Gummi und Holz.
Bei einem Gespräch vor etwas längerer Zeit erzählte ich Andrea und Petra von meinen Zielen in Schweden. Meine Planung für die nächsten 10 Jahre und was ich in diesen ungefähr erreichen möchte. Unter anderem ist es ein Ziel, ein eigenes Boot, unabhängig von der Größe, zu besitzen um damit ein wenig auf den wunderschönen Wasserwegen Schwedens mit Miriam und Maeva zu fahren.
>> Wir haben doch noch ..... Warte mal... Ja! Das kannst Du haben << sagte Petra. Und schwupps hatte ich ein Boot gratis bekommen. Dieses Gummiboot ist geeignet für 4 Erwachsene und 1 Kind ( bereits getestet ) und ist ungefähr von der Bauart wie die Rettungsdienste DRLG usw haben. Der Boden ist aus stabilen Holzplatten und für die Befestigung eines Aussenbordmotors ist es mit einer Holzrückwand ausgestattet.
Ausgepackt, gereinigt, von der hässlichen deutschen Registriernummer befreit und auf dichtigkeit getestet, war ich nun ganz heiß darauf einen Motor zu ersteigern. Am liebsten auf die gleiche Art wie das Boot dachte ich mir, aber der Zahn wurde mir schnell gezogen.
Als ich im Bekanntenkreis herumgefragt hatte, ob irgendwo ein Motor in einem Keller seinen Dornröschenschlaf hält und ich überall nur Verneinungen bekam, machte ich mich daran in blocket ( dem schwedischem EBAY )zu stöbern.
Parallel wurden mir von Freunden und Bekannten, die mein Elend nicht weiter mit ansehen wollten, ebenfalls Annoncen und Zeitungsartikel mit Motoren der unterschiedlichsten Stärken in den Briefkasten geworfen oder persönlich überrreicht. Wirklich lieb!
Dann fand ich einen Motor der von Größe und Preis genau zum Boot und Budget passt. Angerufen.... kann ich morgen?? ok .. bis dann!
Am nächsten Tag holte ich den Motor ab und erfreute mich das der Besitzer noch mal einiges vom Preis abliess. Hatte er doch in der Annonce von einem gewarteten Motor geschrieben und die Wartung irgendwie nicht mehr geschafft. Ich machte die Wartungsarbeiten ( Ölwechsel, fetten, schmieren, Vergaser reinigen usw. ) dann selber und freute mich über den guten Zstand des Motors und darüber, das er beim ersten ziehen am Startseil direkt ansprangt und genüsslich vor sich hintuckerte.
Tags drauf lud ich Familie, Boot und Motor ins Auto ( passt alles in den Twingo!) und ab nach Kollandsö einer Halbinsel im Vännern. Hier setzten wir das Boot zu Wasser und erfreuten uns am plätschern und der genüsslichen Fahrt. Die 7 ganzen und das halbe Pferd, das unter der Haube arbeiten, bringen das Boot mit Familie und Proviant im Standgas auf 6 km/h ( mit GPS gemessen ).
Wir fuhren ca. 3 Stunden auf den Wasserwegen und hatten einen Baggerspaß. Maeva machte das kleine Kapitänspatent. Ich zeigt ihr, wie das Boot zu steuern ist und sie machte sich eifrig daran uns durchzuschaukeln.




Besonders der Gasgriff hat es ihr angetan, geht das Boot doch so schön ab wenn mal den Pferden etwas mehr Hafer bietet. Als wir dann wieder am Bootshafen ankamen wollte ich den Motor noch einmal unter Vollast testen. Miri und Maeva stiegen aus und ich gab den Gäulen die Sporen. Immerhin katapultieren sie den Pott dann auf knappe 30 Sachen unter Vollgas, auch wenn man dann von Gemütlichkeit nicht wirklich sprechen kann.
Mittlerweile haben wir einige Stunden auf dem Wasser verbracht und sind wirklich happy über den Zuwachs in der Familie. Können wir doch in ihm wieder einige Zeit mehr zusammen verbringen (einer unserer höchsten Ziele in Schweden).



Petra ist ja eine eifrige Buchautorin, das ist ja hinlänglig bekannt. Wie viel Arbeit ein solches Buch macht, war mir bis dato nicht klar.
Sie befasst sich seit langem damit, welche Vorraussetzungen und Fähigkeiten man mitbringen sollte, wenn man sich eine Immobilie in Schweden zulegen möchte.
In ihrem neuen Buch

>>Mein Haus in Schweden<<

gibt sie ihr ganzes Wissen preis, das den zukünftigen Käufer mit der Thematik vertraut macht und wertvolle Tipps mit auf den Weg gibt. Sie beschreibt in aufeinander aufbauenden Kapiteln wie man sich richtig eine Immobilie sucht, den Weg von der Besichtigung bis zum Maklertermin und Bankangelegenheiten über die praktischen Tipps zur Feststellung (hoffentlich nicht auftretender ) Mängel und wie diese Vertraglich abgesichert werden können.
Zu viel möchte ich hier nicht preis geben, soll es sich doch lohnen das Buch zu lesen. Ich durfte es probelesen und habe unheimlich viele wertvolle Tipps erfahren, die ich allein sicherlich nicht bedacht hätte.
Mein Bescheidener Anteil am Buch war es dann, das Cover zu designen. Ich hoffe es gefällt!

Bestellen kann man es hier!



Zm ersten... zum zweiten.... und.......

Das kennt wohl jeder! Eine schwedische Auktion hat aber dennoch ihren besonderen Reiz.
Wir fuhren mit Petra und Andrea zu einer Auktion um dort einmal das Kaufverhalten der schwedischen Bevölerung zu Gesich zu bekommen.
Wer in diesem Artikel nun Lästerrei und Verulkung erwartet, wird bitter enttäuscht.
Auf einem Bauernhof in der Nähe von Grästorp trudelten wir gegen 10 Uhr ein um dann eine Stunde lang alle Güter die zur Auktion standen begutachten zu können.
Eine Auktion ist bei den Schweden mehr als nur ein Verkaufstag, es gleicht eher einem Familienfest. So kamen hunderte Menschen um dem regen Treiben beizuwohnen.
Draussen standen mehrere Anhänger gefüllt mit allerlei sinnvollem und sinnlosen Zeugs. Vom gebrauchtem BH Größe doppel F ( war am überlegen ob ich mir die als Hut mitnehmen sollte) über Fahräder und Maschinen, Geschirr und Kinderspielzeug bis zu Möbeln und Trödel aller Art wurde einem alles geboten.
Gegen 11 Uhr kam dann eine Schar Männer nach draussen um dort völlin unkompliziert mit der Auktion zu beginnen. Eine kleine Treppe als Bühne und ein Spazierstock als Hammer umfunktioniert ging es zur Sache. Die Leute kauften und boten mal mehr, mal weniger. Etwas erschrocken waren wir dann aber bei einigen Teilen dann doch.
So gab es zum Beispiel ein Sofa edelster Handarbeitskunst im Rokokostil. Edelste Schnitzereien und feinster roter Plüschstoff. Das Ding war in einem sehr gutem Zustand. Und nur Interessehalber stellten wir uns in der Nähe dieses Möbelstücks auf um zu sehen wieviele hunderte Euros den Besitzer wechselten. Ich tippte auf mindestens 500 Euros.
Wie wir, standen dann einige Leute in der Nähe des Sofas als es darum ging zu bieten.
Aber .... was... warum... steigert denn niemand. Startgebot? Fehlanzeige. Der Auktionator geht Schritt für Schritt niedriger mit dem Mindestgebot. 1000....500.....100....50?. Da kommt einer und zeigt auf. Nun aber denke ich mir, ist eine Auktion doch auch etwas Pokern. Nichts... kein weiteres Gebot.
Da wird dieses herliche Möbelstück für 50 Kronen ( ca. 5,50 € ) verkauft. Miri und ich schauen uns völlig verdattert an. Als dann das Welt-hässlichste Ölbild in einem schäbigem Rahem für 1600 Kronen verkauft wird, sind wir am Ende.
Versteh mir einer diese Menschen!.
Wir wahren dann ziemlich happy, das wir einen küschenschrank älteren Baujahrs und einen Tisch für zusammen 170 Kronen ersteigert hatten. Der Schrank wird neu aufarbeitet und im Landhausstil gefertigt. Der Tisch steht mittlerweile in der Wohnung.

Hätten wir Platz für das Sofa gehabt, stände dies nun auch bei uns.... 5 Euro?! pah!


Zwei Wochen nach Ostern kamen dann Hans und Rosi zu Besuch. Mit dabei war Rosis Schwester. Sie waren zum ersten mal in unserem Dorf, obwohl witzigerweise Hans Bruder im Nachbardorf wohnt. Sie wollten auf jeden Fall einmal die Massen an Kranichen sehen. Dummerweise war die Natur dieses Jahr auch hier in Schweden weit vorraus und somit waren beinahe alle Kraniche schon verpaart und auf dem Weg zu den Sommerplätzen. Immerhin konnten wir dann noch knapp 100 Vögel vorweisen. Wir gingen eine riesige Runde spatzieren um den Borkenern die unberührte Natur in unserer Gegend zu zeigen. Abends bei einem Gläschen Wein schwärmten wir dann noch von den erlebten Eindrücken. Leider mussten sie am nächsten Tag wieder abreisen, so das uns nur wenig Zeit blieb. Kurz aber intensiv, so waren die Stunden mit unseren deutschen Freunden. Wir freuen uns schon auf den Sommer, wo wir sicherlich einen Gegenbesuch in deren schwedischen Sommerhaus abstatten werden.





Soooooo. Das war dann wohl mit Abstand der längste Artikel den ich bisher geschrieben habe. Ich hoffe, ihr seid nicht eingeschlafen!

Ab sofort werden wir wieder mehr von uns hören lassen.

INTERNET!!!



Sorry für die lange Wartezeit. Aber leider hat das mit dem Internetzugang beinahe so lange wie bei der Telekom gedauert. Dafür haben wir nun ne flotte Leitung!

Ist heftig viel passiert in den letzten Wochen ... ich entscheide mich deshalb dafür einen ewiglangen Post zu schreiben und euch einen Überblick der Geschehnisse der letzten Wochen zu geben.... es lohnt sich bestimmt, etwas länger zu lesen.

Es wird mit dem Rekord der Kraniche beginnen über die Osterfeier und vom Fischen sowie einem Neuzugang in der Familie berichte ich danach. Wie ein Buch entsteht und wie die Schweden einen Auktionstag gestalten erfahrt ihr dann. Über den Besuch unserer deutschen Freunde berichte ich dann zum Schluss.

Also tief durchatmen und die Augen geputzt, nun kommt mit Abstand der längste Artikel.....

Viel Vergnügen

Montag, März 19, 2007

Bilderprobleme

Die Bilderprobleme der letzten Tage sind nun behoben.

Ich werde mich auf Dauer nach einem anderem Anbieter umschauen,da das Bilderhochladen nun wesentlich erschwert wurde.

bis dahin gibts den blog wie gewohnt.

Frank

Freitag, März 16, 2007

Solnedgang

Das a in Solnedgang wird mit dem berühmten a mit Kringel geschrieben. dummerweise kan man das hier nicht abbilden.....

Das ist das schwedische Wort für einen Sonnenuntergang.

Und bei schönem Wetter sieht der dann aus unserem Wohnzimmer so aus.....



Nett oder?

SIE SIND DA!!!

So verlautete es vergangene Tage aus diversen Medien.
Gemeint war damit das die Frühlingsboten, also die Kraniche, den Hornborgasee erreicht haben.
Als am Montag dann auch noch herrliches Wetter ( zum erstem mal in diesem Jahr ) war und Maeva keine Schule hatte, weil die Lehrer eine Versammlung hatten, fuhren wir kurzerhand zum nächsten Fachmarkt um uns eins dieser Vogelbeobachtungsferngläser ( geiles Wort?!) also ein Spektiv zu besorgen. Auf dem Weg nach Hause haben wir dan Halt an "unserem"See gemacht um die ersten Vögel zu beobachten. Wir hatten wirklich Glück denn auf unserer Seite des See`s ist es mit Kranichen zu Beginn der Saison nicht so dolle bestellt, da auf der gegenüberliegenden Seite die Vögel mit Futter versorgt werden. Dennoch hatten wir das Vergnügen zwei Kraniche, einige Schwäne und viele Gänse zu sehen.



Am Dienstag nachmittag fuhr ich dann angespornt durch die schönen Bilder auf die gegenüberliegende Seite um dort mehr Einblicke in die Vogelwelt Schwedens zu bekommen.

Auf dem Weg dorthin stellte sich ein Bauarbeiter auf die Strasse und zeigte mir an, das ich anhalten sollte. Nachdem die Autos auf beiden Seiten zum stehen kamen traute ich meinen Augen nicht. Da ritt eine Herde von bestimmt hundertfünfzig Ritter in voller Kriegsmontur und kreuzte die Hauptstrasse. Nach dem ersten Verwundern dachte ich dann aber daran, das hier in der Gegend ein historischer Film gedreht werden sollte, für den im Januar mehr als 2000 Statisten gesucht wurden. Die Ritter zogen des Weges gen Horizont, wo sich ein historisches Kriegslager befand. Das war nun wirklich interessanter als die Vögel und so ergab es sich, das Frank sich in die Reihen der Vogelbeobachter eingliederte, sein Fernglas aber 180 Grad versetzt in die Richtung der Ritter gedreht hat. Möchte mal gerne wissen, was die Ornithologen von mir gedacht haben. Ist mir aber Wurscht, hatte ich doch meinen Spass die Ritter zu begutachten.

Natürlich haben wir aber auch einige Stunden hinter dem Fernglas verbracht und darüber hinaus wider einige netten Plätze gefunden an denen keine Touris angetroffen werden.
Witzigerweise sind es wieder die ausländischen ( also nicht schwedischen ) Besucher des See`s die mit ihren dicken Stativen, Spektiven und monströsen Teleobjektiven an sündhaft teuren Digitalknipsen auftauchen um mehr Statussymbolprotzerei zu betreiben. Ist schon witzig. Ich hatte einen Mann angesprochen der sich nur darauf besann hinter seinem Fotoapparat ( mein absolut Favorisiertes Modell ) zu stehen und ab und an mal einen Blick durch den Sucher zu erhaschen. Ich wollte mal ein wenig Fachsimpelm und ging auf ihn zu. Auf die Frage welche Brennweite, Güte und schwall schwall halt eben das Objektiv besitze gab er sehr kleinlaut zu, das er mit den Funktionen der Kamera gnadenlos überfordert sei, dies aber sein Traum gewesen sei.

Soll ich das kommentieren???????
Nein, das erspare ich mir.
Hauptsache eine 5000 Euro Penisverlängerung im Anschlag!

Ich geniesse mit Maeve nun die abgeschiedenen Plätze und wir beobachten einfach nur die Vögel bei ihrem täglichem Leben. Und unser Spektiv hat auch bei geringen Kosten ein sehr nettes Bild zu bieten. Höher, schneller, weiter ist halt nicht immer das wichtigste. Eine sehr angenehme Ruhe umgibt einen wenn man dort am See dem Wind lauscht und den Schwänen beim knuddeln zusieht. Das ist Luxus!!!

Touristenstatus abgelegt....

Wir haben ein Stück Touristenstatus abgelegt. Wie das?
Nun, wir haben endlich eins der Autos umgemeldet und besitzen nun ganz stolz ein schwedisches Kennzeichen.



Ab sofort können wir ungehindert an den See in der Nähe fahren und werden dort auf dem Parkplatz nicht mehr von deutschen Touris angesprochen, oder von Schweden für genau solche gehalten.

Die Ummeldung bzw. Einführung des Wagens ging ohne Komplikationen. Ich hatte vor der Unternehmung schon so meinen Bammel, dachte ich doch wieder an den freundlichen TüV-Mitarbeiter in Deutschland. Und einige Meinungen, wie schwierig das doch sei, hatte ich in diversen Foren gelesen. Termin gebucht am Telefon ( das war eigentlich das schwierigste, da ich mit nem Computer sprechen musste ) dann zum genannten Termin hin zur Bilprovning und exakt auf die Minute war ich dran. Rein in die Halle und ein sehr netter Mann kommt auf mich zu mit der Frage was denn geschehen sollte. Papiere, Führerschein abgegeben und Personennummer genannt und er zeigte mir den Aufenthaltsbereich wo es dann auch noch Kaffee umsonst gab.
Er führte halt all seine Untersuchungen am Auto durch, dann noch eben schnell auf die Bühne, einen Kollegen dabei und raus aus der Halle Abgasprüfung durchführen. Als er nach ca. 30 Minuten alle Arbeiten durchgeführt hatte, sagte er mir das er nun noch alle Daten in seinen Computer eingeben müsste und das das noch mal 10 Minuten dauern könne. Nach exakt diesen kam er zurück und beglückwünschte mich zu der erfolgreichen Prüfung des Autos. Nun hatte ich noch ein paar Fragen die er gerne beantwortete. Z.B. hiess es, das wenn man ein Auto nach Schweden einführt man insegsamt 3 Prüfungen durchführen müsse. Eine Erstbesichtigung, eine genaue Prüfung des Wagens und eine Nachbesichtigung jeweils an einem anderem Tag.
Mein freundlicher Prüfer sagte mir das es neuerdings auch möglich sei alle Prüfungen an einem Tag durchzuführen. Na Danke dafür, spart man auf dem Wege doch Geld und jede Menge Zeit.

Zwei Tage nach der Prüfung waren unsere neuen Nummernschilder im Briefkasten. Dann eben eine Steuerabgabe, eine KFZ-Versicherung abschliessen ( halb so teuer bei gleichen Leistungen) und direkt von der Versicherung aus über das Internet die Steuerplakete beantragen. Wieder einen Tag später war dann die vorläufige Plakette in der Post. Nachdem die Steuer eingegangen ist kommt dann die endgültige ebenfalls wieder mit der Post.

Geniales System.

Spielhaus in Tidaholm

Als kleiner Nachtrag kommt eine Kurzgeschichte über das Barnenshus ( Kinderhaus) in Tidaholm.

In Tidaholm, das lieht ca. 30 km von uns entfernt gibt es ein altes Schulgebäude das komplett zu einem Spielhaus fürKinder umgebaut wurde. Hier findet man auf drei Etagen alles was das Kinderherz begehrt. Als Erwachsener wird man schnell, wenn man es geschaft hat die Scheu abzulegen auch zum Kinde und sieht sich schnell in einem Kostüm herumlaufen und in verschiedene Rollen schlüpfen.




Eine komplette Etage ist als Umkleidezimmer mit Bühne ausgebaut und Kinder und Junggebliebene können hier nach herzenslust aus über hundert verchiedenen Kostümen in allen Grössen auswählen um dann auf der kleinen Bühne ein kleines Theaterstück zu improvisieren.



Wir waren dort mit Isabell (eine Deutsch-gebürtige) ihrem Mann Johann und deren Kinder Grim Alvar und Jorun. Es gibt eigentlich nur eine Bezeichnung für diesen Tag " BAGGERSPASS".




Auf der unteren Etage hat man einen Riesigen Kaufladen aufgebaut der immerhin zwei grosse Räume in Anspruch nimmt. Dann einen Kuschelraum wo man in verschiedenen Höhlen und Kissenbergen einfach mal ein wenig zu entspannen. Ein weiterer Raum wurde mit alten Möbeln aus einer Schule ausgestattet. Hier lernen die Kinder spielerisch die vergangenheit, denn nichts ist nur zum angucken, alles darf ausprobiert werden ( mal mit ausnahme des Rohrstocks). Witzig ist, das alle Kinder, sobald sie vorne stehen und die Klasse unterrichten gleich in einen autoritären Ton verfallen. Fuer die Jungs gibts ein Autoraum wo viele Meter Autostrassen, unzählige Garagen und Autos in allen Grössen warten bewegt zu werden.
In einer historischen Küche können herrliche Kuchen aus Pappmaché verkostet werden und das Plumsklo im Flur wartet auf die Kinder mit einer Lebensgrossen Puppe auf, die einige Kinder erschreckt wenn diese sie Tür zum Klosett öffnen.

Alles in einem ein herlicher Ort, wo man für gerade mal 1 Euro den ganzen Tag nach Belieben toben, spielen, kuscheln und basteln kann.
Und zur Krönung ist das Haus ganz und gar nicht auf Komerz ausgelegt, sind im Eintrittspreis doch noch einige Bastelvorlagen enthalten. Und damit das nicht genug ist wird man auch nicht gezwungen dortige Getränke oder Speisen zu kaufen, sondern hat extra einen Raum in dem man seine mitgebrachten Dinge verzehren kann.
Die Mitarbeiter des Hauses sind allesamt Menschen die eine wiedereinführung in das Arbeitsleben nach längerer Arbeitslosigkeit bekommen. Ein Beispiel das in Deutschland gerne Schule machen könnte.

Dienstag, Februar 27, 2007

Svenska för Invandare SFI-Kurs

Um im täglichem Leben eine Chance zu haben, melden sich die meisten Einwanderer beim nächsten LärCenter ( eine Art Hochschule für Allerlei ) an, um dort in den Genuss eines SFI- Kurses zu kommen. Miriam und ich haben uns direkt nach dem Einzug angemeldet und dürfen nun täglich die Schulbank drücken. Alle möglichen Nationen findet man in diesem Center und so ist es sehr interessant, die vielen verschiedenen Sprachen zu hören. In unserer Klasse sind Menschen aus Russland, Bosnien, Litauen, Burundi, Japan, Zentral-Afrika, Polen, Irak, Pakistan und zu guter Letzt 2 Deutsche, wir!.
Es macht ungeheuer Spass die Grammatik nun mal von einer anderen Seite aus zu lernen. Hatten wir uns in der Volkshochschule an das Werk "Tala Svenska" gehalten kommen nun viele Themen aus einem ganz anderen Bereich auf uns zu. So lesen wir Stücke aus verschiedenen Romanen oder Zeitungen, hören Radio oder Hörbücher. Dazu kommt, das unsere drei Lehrerinnen zwar hervorragend deutsch oder englisch sprechen, es aber in keinster Weise anwenden. So wird nur schwedisch gesprochen. Auch in den Pausen ist es uns geboten nur schwedisch zu kommunizieren. Das macht Laune und routiniert ungemein.

So ist es denn auch kein Wunder, das wir bereits nach einer Woche grosse Fortschritte machen. Dies wurde uns heute in einem spontanen Test gezeigt. Kaum Fehler.

Die einzige Nummer die ich wohl nie in meinen alten Kopf bekomme, sind die Abwandlungen der Verben in den verschiedenen Zeiten...... hatte ich schon mit deutsch meine Schwierigkeiten. Die deutsche und schwedische Grammatik ähneln sich zum Glück. Die Leute aus den arabischen Ländern haben da wohl wesentlich grössere Probleme.

Hier hat der Frühling übrigens nicht mal im Ansatz Einzug erhalten. Momentan halten sich die Temparaturen so bei Minus 5 Grad im Tagesmittel. Schnee ist satt vorhanden und der fiese Ostwind lässt nun endlich etwas nach. Uns hat man jedoch noch den Winteranfang hier prophezeit. Was war denn das nur bisher??? Das Warming-up etwa??
Wir als Flachlandfuzzies aus dem Münsterland haben was Winter angeht ja nun mal überhaupt keine Ahnung. Lediglich meine Kindheitserinnerungen aus demSauerland lassen da noch mehr erwarten...

Wir überlegen derzeit, ob wir uns an die Übersetzung des Blogs wagen sollen. Wenn ich die Statistik der Webseitenbesuche einsehe, fallen die vielen Besuche aus Schweden auf. Liegt sehr warscheinlich an dem Aufkleber auf der Heckscheibe meines SMARTS. Das Auto ist hier sowas von ungewöhnlich das die Leute sich andauernd danach umdrehen oder uns sogar darauf ansprechen.

Dienstag, Februar 13, 2007

Resumé des ersten Monats

"Hat sich wenig getan in eurem Blog, die letzten Tage", sagte ein Freund mir gestern.
Stimmt! Aber es liegt sicherlich auch daran, dass sich alles einspielt und die überschlagenden Ereignisse der ersten Tage nun von Alltag und Routine abgelöst werden. Das bedeutet nicht, und das sage ich mit Nachdruck, dass sich hier nichts Neues ereignet.

Nach dem ersten Monat können wir auf jeden Fall sagen, das wir zu keiner Minute den Schritt nach Schweden bereut haben. Und auch den Zweiflern, die uns noch im Dezember sagten, dass wir spätestens nach einer Woche zurückkommen, sei gesagt, " Da habt ihr euch mal dammich vertan!!" Wenn wir abends das Ritual der Tagesschau abhalten, sind wir froh, hier und nicht da zu sein. Die Ruhe und Gelassenheit der Schweden zieht einen regelrecht in den Bann und lässt einen nicht mehr los. Sicher, für Pauschaltouristen, die die Erfüllung ihres Lebens darin sehen, mit einem Bändchen am Arm von Vollrausch zu Vollrausch zu taumeln und von deutschen Amateuren zu deutscher Musik, deutschem Essen und vor allem deutschem Bier veralbert zu werden, ist Schweden der blanke Horror. Neulich gab es im Fernsehen ja mal wieder einen Bericht von welchen, die die Entscheidung Schweden getroffen hatten nachdem sie sich exakt 2 Wochen mit diesem Land beschäftigt hatten.
Und so kam es dann auch, dass sie sich vor der Kamera zum Volldeppen machten.
Jedem der herkommen möchte sei auf dieser Stelle der Hinweis gegeben, Sprache ist die wichtigste Grundlage für einen gelungenen Start. Und die Dekadenz zu besitzen, den hier lebenden Menschen deutsch abzuverlangen, finde ich persönlich untragbar und dennoch sehr deutsch.

Man bekommt ja in der ganzen Welt Currywurst und Wienerschnitzel, warum sprechen die dann nicht auch deutsch, die wollen mich als Facharbeiter mit meiner tollen deutschen Art ja schon seit Jahren hier haben und wo verdammt ist eigentlich der Rote Teppich wenn ich zu den Behörden gehe. Das kann ja wohl nicht wahr sein.(Ironie, nur für den Fall das jemand dies nicht erkennt)

Also mit solch einer Einstellung bekommt man in jedem Land die dicksten Brocken in den Weg geschmissen. Hier sieht man es gern, wenn man sich in der Landessprache unterhält, unabhängig davon, ob der Wortschatz nun 200.000 oder 2000 Worte umfasst. Uns hat man in jeder denkbaren Situation über die schwedische Sprache alle Türen geöffnet, hat sich Zeit genommen und uns hier und da geholfen, das richtige Wort zu finden.
Ich mag es nur nicht, wenn solche "Auswanderer" zurück nach Deutschland gehen um dort die Meinung zu vertreten, hier sei alles schlecht. Wir bewundern jeden, der den sicheren Hafen Deutschland verlässt und sich darauf vorbereitet hat, im Ausland bei Null anzufangen. Ohne Dolmetscher, Einführungsagenten oder sonstige Kindermädchen. Wenn man sich alles selbst erarbeitet, ist es wesentlich schöner die Früchte zu ernten.

Dann möchte ich einmalig auf eine besondere Situation in den Foren im Internet hinweisen.
Das Petra und Andrea ( die Autorinnen des Buches Schwedentraum ) mittlerweile zu unseren Freundeskreis zählen, kann man sicherlich aus den letzten Beiträgen erkennen.
Petra hatte auf ihrer Webseite ein Forum, in dem sich Schwedenneulinge, alte Hasen und die, die sich irgendwo dazwischen befinden, rege austauschen und Tipps und Hinweise finden zum Thema Auswandern nach Schweden. Dieses Forum wurde aber in letzter Zeit von einigen, sagen wir mal höchst merkwürdigen Gestalten, aufgesucht und regelrecht unterwandert. Diese Personen giften in den Foren alles an, was sich herwagt. Die Art dieser Personen ist oft dermaßen persönlich und teilweise übelst rassistisch, was die ganze Angelegenheit nur noch schlimmer werden lässt. Ja selbst Sympathisanten finden diese üblen Schreiberlinge, die dann, 180° entgegengesetzt ihrer sonstigen Beiträge, nach Antworten suchenden Neulingen, anfeinden. Oder solche, die ihr ganzes Wissen aus irgendwelchen Fernsehberichten, Zeitungsartikeln oder Stammtischabenden erwirtet haben und dieses als ihr eigenes verkaufen ohne es überprüft und gegenrecherchiert haben. Peinlich! Und was mir dabei am meisten aufstößt, ist die Tatsache, dass sie sich mit Allwissenheit beseelt fühlen und keine außer ihrer eigenen Meinung zulassen. Dies geht mittlerweile so weit, dass langjährige Besucher dieser Foren, sich aus den Internetplattformen völlig zurückziehen. Und das nur weil einige INTERNETHOOLIGANS ihr Unwesen treiben. Schade eigentlich.
Jedem seine Meinung, bitte. Aber bitte auch in einem Ton der sich gehört. Natürlich ist es etwas nervig, wenn Forenneulinge die meistgestellte Frage zum x-ten male mit einem neuen Post versehen. Dennoch müssen diese Leute nicht an- oder niedergemacht werden.
Das Schwedentraum-Forum ist auf jeden Fall erstmal geschlossen. Mal sehen wie sich diese Sache weiterentwickelt.



Dass die Schweden viel mehr mit ihren Kindern zusammen erleben, war uns ja bekannt, aber dieses Phänomen des Sportlovet kannten wir bisher noch nicht. Da gibt es in der dritten Februarwoche eine Woche Ferien, wo die Eltern aufgerufen werden, sich sportlich mit ihrem Nachwuchs zu beschäftigen. Das geht dann so weit, dass der Sportplatz um die Ecke mal eben 20 cm hoch geflutet wird, um den Kiddies und natürlich auch den Eltern die Gelegenheit zu geben, im improvisierten Eisstadion Hockey zu spielen oder einfach nur einige Runden zu ziehen. Dies macht auf dem nahe gelegenem See mit fast 12km Länge natürlich ebenfalls wahnsinnig Spaß, doch muss man dafür mal eben 2 km laufen und der Sportplatz ist eben um die Ecke. Wer sich an alte ?Ferien auf Saltkrokan? Filme erinnert, kennt vielleicht noch die übergroßen Drachen mit denen sich die Personen vom Wind über das Eis schieben lassen. Etwas technisierter und im Material ausgefeilter, kommen diese Drachen hier auch zum Einsatz. Und beim Spaziergang am Sonntag über den See, düsten einige "bedrachte" Personen so an uns vorbei. Lediglich die Routine im Umgang mit Eis macht uns noch etwas zu schaffen. Denn wenn mal der Boden unter einem knackt und knarrt, schießt uns das Adrenalin durch die Adern. Den Schweden kümmert`s nicht.

Eisige Wintertemperaturen machen das Leben hier sehr angenehm. Die Tagestemperatur liegt so zwischen 4-8°C Minus und nachts ist es dann oft doppelt so kalt. Aber trockene Kälte. Auch wenn bei eisigem Ostwind ab und an die Gesichtszüge einfrieren, ist es doch angenehmer als die matschige feuchte 0°C Umgebung in Deutschland. Der Schnee bleibt mal länger als einen Tag liegen und die Straßen sind zwar weiß, aber gut befahrbar.



Mal was ganz anderes, für mich völlig untypisches. Ich hatte gestern mit Maeva zusammen eine Fahrt nach Jönköping (ca. 90km entfernt) gemacht, um dort noch etwas für die Aufenthaltsgenehmigung abzugeben. Danach haben wir für sie in einem Sportgeschäft Schlittschuhe gekauft. Zuhause zeigte sich dann, dass eine der Schnallen defekt war. Etwas enttäuscht darüber fuhren wir heute Morgen in den nächstgelegenen Ort in dem ein Sportgeschäft der gleichen Kette ansässig ist. Hier fragten wir ob es eventuell ein Ersatzteil zu kaufen gäbe. Die Verkäuferin schnappte sich den defekten Schuh (ohne den Kassenbon einzusehen) und kam kurz darauf mit einer neuen Schnalle zurück. Auf die Frage, wie teuer das denn sei, antwortete sie völlig selbstverständlich, dass das doch eine Reklamation sei und diese kostenfrei wäre. Den müsstest du mal in Essen oder Oberhausen versuchen!!!

Das einem hier entgegengebrachte Vertrauen ist sehr angenehm. Wir schließen das einfach darauf, dass hier gerade mal 9 Millionen Menschen auf der doppelten Fläche wie Deutschland wohnen. Jedoch kann ich nun verstehen, warum Touristen nicht immer gern gesehen sind. Denn manche von ihnen missbrauchen dieses Vertrauen z.B. beim Allemannsrätten (dem Recht auf freies Bewegen in der Natur einschließlich dem "wilden campen".
Also die Bitte eines neuen Schwedens: " Geht sorgsam mit der Natur um, dann haben alle Freude dran und es müssen keine Verbotschilder oder Gesetzte erfunden werden, die einem an dem Zugang der Natur hindern"







Dienstag, Januar 30, 2007

Der Winter ist da!

Heute kommen zu den Umzugsbildern ( irgendetwas hat da nicht so richtig funktioniert letztes mal) noch Fotos aus der neuen Heimat. Die Bilder wurden allesamt in unserem Dörfchen aufgenommen und diesmal allein von Miriam.

Der Rueckweg aus Deutschland war zum Glueck nicht so schlimm, wie es die Nachrichten vermuten liessen. Abends vor der Abreise gab es einige Bilder aus dem Norden Deutschlands wo zerknautschtes Blech in allen Variationen geboten wurde. Alex meinte schon, ich sollte doch noch ein Paar Tage im Muensterland bleiben, bis sich die Lage beruhigt hat. Doch mich zog es wieder nach Hause. In den zwei Wochen Schweden habe ich mich sehr an die Ruhe der Umgebung und die Ausgeglichenheit der Menschen gewöhnt. Die Hektik und die Ruecksichtslose Fahrweise auf deutschen Autobahnen kann einen das Vergnuegen am Reisen wirklich vermiesen.

Nun bin ich wieder zurueck bei meinen Lieben und freue mich ueber das herrliche Winterwetter und die einmalige Ruhe.
Das die Schweden äusserst Winterfest sind, zeigt sich bei der Gelassenheit im Umgang mit Eis auf den Wegen. Völlig cool ( im warsten Sinne ) ziehen sie Ihre Bahnen auf den Strassen auch wenn unter den Reifen blankes Eis ist. Vorteil der meisten Fahrer hier ist natuerlich die sogenannten Dub-Decks (Spike Reifen). Wenn ich mutig mit 60 ueber die Strassen fahre werde ich das eine oder andere mal von Autos inklusive Pferdeanhänger ueberholt. Respekt!!

Die nächsten Tage werde ich mich immer mal wieder fuer ein paar Stunden auf Fotosafari begeben. Die Motive scheinen hier erstmal nicht auszugehen.

Die Bilder vom Moment gibts diesmal wirklich sofort hier!!!

Mittwoch, Januar 24, 2007

Von Prüfungen und lieben Menschen!

Merkwürdiger Titel?? Nicht wirklich!

Heute morgen habe ich meine letzte Prüfung in Deutschland erfolgreich bestritten. Einige weitere stehen noch in Schweden an, das aber weit ... weit in der Zukunft.
Am Montag Morgen habe ich mich in Schweden bei herrlichem Schneewetter und klirrender Kälte ( für deutsche Verhältnisse ) in Bewegung gesetzt und obwohl ich die erste Spur in den Neuschnee gezogen habe, hat mein kleiner Smart sich doch ganz wacker geschlagen. Eigentlich sind die Wägelchen nicht für ihre Winterfestigkeit bekannt. Nach eineinhalb Stunden gemütlichen Zuckelns durch die verschneite Landschaft, kam ich dann auf die Autobahn und konnte Gas geben. Das Wetter wurde in Richtung Deutschland immer freundlicher und so kam es, das ich nach längerer Enthaltsamkeit sogar mal wieder die Sonne sehen durfte; ein seltenes Vergnügen die letzten Wochen.
Angekommen in Deutschland kehrte ich bei meinem Freund Alex ein, bei dem ich lebenslanges Asyl geniesse. Abends habe ich noch Schwiegereltern und Freunde besucht um dann spät zu Bett zu gehen. Am Dienstag habe ich mich dann um den Feinschliff der Präsentation gekümmert, die ich heute halten sollte.
Und heute bin ich dann frisch an eine meiner Lieblingsbeschäftigungen gegangen, dem Reden!
Das die letzte Prüfung nicht die schwerste für mich sei wusste ich bereits. Die Prüfer ( immerhin 5 Leute) hörten sich dann meinen Vortrag an und anschliessend wurden einige Fachfragen gestellt und beantwortet. Das "Tribunal" zog sich zur Beratung zurück und kam mit der erfreulichen Nachricht, das ich die Prüfung bestanden habe zurück.
Nun darf ich mich zu den anderen erlernten Berufen auch noch Fachinformatiker nennen.
Scheine sind ja nie weg, gelle ;o)
Somit hat für mich das Lernen erstmal ein Ende, habe ich in den letzten 2 Jahren doch einige Kurse zusätzlich zu der verkürzten Ausbildung bestritten. Mal sehen ob ich ohne Abendschule und Wochenendkurse überhaupt leben kann....

Heute werde ich abends das langersehnte zocken am PC mit Alex geniessen. Seit November habe ich keine einzige Minute am PC daddelnd verbracht und leichte Entzugserscheinungen haben sich breit gemacht. Denke mal ich werde gnadenlos den Hintern versohlt bekommen, weil ich zum einen nicht meinen Spiele-PC dabei habe und wegen der langen Abstinenz.

Liebe Menschen:

Für alle die, die irgendwann einmal vorhaben in Richtung Schweden zu ziehen sei versichert, das die Menschen in Schweden eine sehr angenehme und offene Art haben. Wir haben bisher wirklich durchweg nur positive Erlebnisse mit den Ureinwohnern Scandinaviens gemacht.
Das Grundvertrauen und die liebe Art wie man hier Neuankömmlingen begegnet ist umwerfend. An allen Stellen, selbst bei Behörden lässt man sich Zeit, hilft so gut es geht und behandelt man einen freundlich. Ich denke da gerade an die Schalterbeamten in Tyskland.......brrrr.
Liebe Menschen gibt es aber auch in Deutschland viel mehr als wir dachten. Der Abschied von Deutschland wurde uns durch viele Briefe, Mails, einfachen Gesprächen oder kleinen Präsente sehr persönlich gestaltet. Viele haben uns mit ihren besten Wünschen gesegnet. Und auch jetzt bricht der Kontakt nicht ab zu denen in der Heimat. Darüber freuen wir uns täglich.
Neuerdings bekommen wir viele Zusagen oder Mails ausserhalb dieses Blogs. Scheinbar kommt die Webseite besser an als ich dachte und der Blog wird täglich von vielen Besuchern gelesen. Dies gibt uns die Zuversicht, das unser Weg der richtige ist, in jeder Beziehung.

Wir würden uns weiterhin über nette Kommentare ( aber auch kritische sind gern gesehen ) und/oder E-Mails erfreuen.
Vieleicht ist schon aufgefallen, das wir weder Wohnadresse noch unsere Mail-Adressen hier veröffentlicht haben. Dies hat den einfachen Grund, das wir uns ein wenig vor SPAM-Mails und unangekündigten Besuchen schützen möchten. Den Autorinen vom Schwedentraum ist es da ja damals aners ergangen, als unangekündigt wildfremde Deutsche mit der Aussage " Wir haben euer Buch gelesen und wollten einfach mal für 4 Wochen zu Urlaub kommen, toll wie??" vor der Tür standen. Wir bitten um Verständnis.

Freitag, Januar 19, 2007

Erste Bilder aus dem neuem Zuhause

Hallo ihr im stuermischen Deutschland.

Wir haben erste Bilder aus unserem neuen Heim aufgenommen und wollen sie Euch hier kurz vorstellen.
Nach einer Woche des Einräumens ( verdammt in welchem Karton war denn noch mal....) haben wir uns gemütlich eingerichtet.

Bilder von Toiletten Bad und Gästezimmer haben wir uns gesprart da die Toiletten sicherlich nit soooo interessant sind und das Gästezimmer als einziges noch Kartons beherbergt.

Heute geht die Zweite Woche zuende und wir müssen sagen, das wir es uns schwieriger vorgestellt hatten. Wir hatten Trennungsängste befürchtet und gedacht, das wir die ersten Monate keinerlei Kontakt zu den Dorfbewohnern haben würden.
Doch es kam schnell anders. Miriam und ich gehen in verschiedene Sportkurse ( dazu sicherlich später mehr) Maeva hat schnell Anschluss gefunden so das sie bereits drei Mädchen hier ihre Freundinnen nennt.
Ab kommender Woche geht Maeva dann zwei mal die Woche zur Freizeitsbetreuung in ihrer Schule. Dann muss sie nachmittags den Kindern nicht mehr beim spielen zusehen sondern kann gut mitmischen.
Montag fahre ich dann noch mal fuer ein Paar Tage nach Deutschland. Die letzte Prüfung steht an.
Sollten also noch irgendwelche Wünsche schwedischer Spezialitäten bestehen schnell anrufen!

Hier der Link zu unseren Bildern.

Morgen spielen wir mit Petra und Andrea UBONGO.... ( Spiel mit Suchtfaktor)

Bis dahinn

Der Umzug nach Schweden

Sodele.... nach ein Paar Minuten zurück in Deutschland ( Da war doch noch eine letzte Prüfung am Mitwocch ) setzte ich mich brav an den PC und schreibe wie angekündigt etwas zum Thema Umzug.
Wir hatten bereits im November den nächsten Baumarkt aufgesucht und alle verfügbaren Umzugskartons gekauft, da ich der Meinung war, nur wenn die Kartons alle die gleichen Ausmaße haben, werden wir mit dem geplanten Raummaß des LKW`s (darf man neuerdings in Deutschland so schreiben ) auskommen. Unser Esszimmer hatten wir geplant als Lagerraum für die fertigen Kartons und zerlegten Möbel die wir nicht benötigten. Was Umziehen angeht sind Miriam und ich ein eingespieltes Team. Haben wir doch immerhin seit 1997 drei Umzüge sehr gut und durchdacht gemeinsam bestritten. Diesmal war alles wesentlich anders. Konnten wir früher doch "mal eben" ein weiteres mal zwischen Wohnung 1 und 2 pendeln um noch einen letzten Karton zu transportieren, hatten wir nun lediglich einen Versuch. Miriam und ich hatten im Vorfeld fest bechlossen, so großzügig wie möglich nicht benötigte Dinge bereits hier wegzuwerfen. Nun hatten wir ja Anfangs ein Haus mit 250qm im Auge und da benötigt man eine Menge Dinge, will sagen, alles sollte mit! Als wir im Dezember dann den Mietvertrag unterzeichneten fragte ich Miri Abends, ob wir alle Kartons die bereits fertig gepackt waren noch einmal öffnen sollen, oder ob wir erstmal allen Krempel mitnehmen und ab JETZT unseren Vorsatz einhalten sollen. Variante 2 war genommen und ich bestellte bei Rückkehr in Deutschland einen Container. Die Komoden und Schränke brauchten wir ja nicht weiter, da im neuem Heim Einbauschränke in jedem Zimmer vorhanden waren. Sammelanruf bei Verwandten und Bekannten. Braucht ihr noch?? könnt ihr das noch stellen??. Abholtermin vereinbart und Freude über die Reaktion, das viele unserer Dinge ein gutes neues Zuhause bekommen und nicht im Abfall landen müssen. Dann weiter ans Packen. Kurz vor Weihnachten sind wir mit dem gröbsten soweit durch, das wir bis auf Maevas Zimmer alles abgebaut haben. Miri und ich schlafen auf einer Matratze, Die Kleidung ist abgezählt und von Gemütlichkeit keine Spur. Irgendwie erinnert doch alles etwas an meine erste Junggesellenbude, mal vom Großformatposter eines Motorades abgesehen ;o)

Weihnachten haben wir uns aus Mangel an geselligen Ambiente bei unserer Verwandschaft eingenistet. Zwischen den Feiertagen dann noch mal gemütliches Weiterpacken, wobei das meiste eigentlich bereits fertig ist. Dann, Silvester wollten wir ursprünglich zu Freunden ins Ruhrgebiet, leider ist aber ein Verwandter von ihnen ins Krankenhaus gekommen und wir mussten die Feier abblasen. Aus der Not heraus machten wir vier dann ein Picknick auf der Matratze im Schlafzimmer bei Käsehäppchen, Sekt und Dinner for one. Ich nutzte die Gelegenheit und legte mich gegen 9 schlafen, weil ich morgens drauf meinen Smart nach Hamburg bringen musste. Mitternacht: alle nach draussen und Feuerwerk genießen, mit Nachbarn anstoßen und ein wenig plaudern. Dann noch mal für 2 Stunden ins Bett und anschließend nach Hamburg.
2. Januar. Heute darf ich den LKW abholen.... Merkwürdig irgendwie. Da arbeitet man monatelang auf diesen Tag hin und nun ist er da! Gegen 5 bringt Miriam Maeva und mich in einen Nachbarort zur Leihstelle. Der Lkw ist da und relativ schnell geht die Übergabe so das wir uns schnell in Bewegung setzten. Die Helfer hatten wir für 7 Uhr bestellt. Die ersten waren schon viel früher da, so das wir noch ein Paar Minuten zusammenstanden und klönten.Maeva und Timon ( das Kind unserer Freunde ) hatten Baggerspaß mit der Hebebühne des Lkw`s und daran auf der leeren Ladefläche herumzulaufen.
Der weitere Ablauf des Geschehens ist unglaublich gewesen. Als alle Helfer zusammen waren machten wir uns gemeinsam (inklusive der Kinder) ans Werk. In Sage und Schreibe 1 1/2 Stunden waren ALLE!!! Kartons, Möbel und sonstige Dinge aufgeladen. Das hätten wir nicht erwartet, Niemals. Gut 4 Stunden hatte ich eingerechnet. 3 mit Vielbeschäftigung und eine weitere fürs Feine. Zurrgurte anbringen, Lücken füllen und ähnliches, aber nun nach so kurzer Zeit konnte der Lkw abgestellt werden und wir gingen in den Garten um noch ein wenig zu grillen. Gegen 10 Uhr waren dann alle Helfer wieder auf dem Weg nach Hause.

Was hätten wir ohne Euch gemacht?? Ich war sprachlos, und alle die mich kennen wissen, das dieser Zustand sehr selten anzutreffen ist.Ich kann sicherlich nicht oft genug DANKE sagen. Danke für die riesige Hilfe, und Danke das ihr uns in dieser schweren Stunde so stark unterstützt habt.

Drei Uhr am 03. Januar. Aufstehen, die letzte Matratze aufladen und den LKW für die lange Fahrt fertig machen, heißt Tachoscheibe schreiben, noch einmal alle Spielgel kontrollieren, Maevas Stofftiere und Kissen einpacken. Miriam kann nicht weiter schlafen. Sie wollte eigentlich erst gegen 7 aufstehen. Wir fahren los. Erster Halt in Borken. Dort laden wir noch ein Paar Möbel von Hans, einem Freund auf, der sein Sommerhaus in Schweden hat. Gegen 5 gehts dann in Richtung Norden.Der Lkw beweist sich als sehr gut motorisiert. Dummerweise hat irgendjemand einen Geschwindigkeitsbegrenzer einbauen lassen so das dieses Gefährt selbst im freien Fall nicht mehr als exakt 85 km/h erreicht. Die Fahrstunden erwähne ich an dieser Stelle nur Ansatzweise. Wenn ich präzise von Lenk- und Ruhezeiten berichten müsste, könnte mir das den Führerschein kosten.Fähre problemlos, Dänemarks Autobahnen wie immer sehr eintönig, Öresundbrücke schon in der Abenddämmerung. Mist! wollte ich hier doch schon am frühen Nachmittag sein.
Dann am Ende der Brücke die Mautstation. Bezahlen, Schranke geht auf und...... Oh Nein!! Ein Zöllner winkt uns zur Seite.Der Horror. Genau das war meine größte Angst!. Ich sehe mich schon den Lkw abladen allein und bei Regen. Ih begrüße mit meinem Sonntagsschwedisch den Herrn und versuche so selbstbewusst und freundlich wie nur irgend möglich zu sein.Ahh.... Umzug, wie?? " Machen Sie mal bitte auf". Er schaut hinein und........ fertig!! Das wars. Er fragt noch wo es denn hingehen soll und stellt fest das er in diese Gegend ja immer im Frühjahr fährt um dort zu fotografieren. Schöne Weiterfahrt dann noch und ach ja " Välkommen till Sverige"

Dann spät........ sehr spät abends Ankunft bei Hans Sommerhaus. Abladen der Möbel, noch eine kleine Tasse Bier und ab in die Federn. Maeva war dermaßen auf, das sie nicht einmal bemerkt hat das sie aus dem Bett gefallen ist.Alex, der seit der Fähre in Deutschland die ganze Zeit hinter mir her gefahren ist, träumt heute Nacht sicherlich vom Hertz-Schriftzug der sich in sein Auge eingebrannt hat. Wie zermürbend. Da hat er einen sportlichen Flitzer und darf mit 85 über viele Stunden einer weißen Wand hinterherfahren. Ein kleiner Erfolg. Sein Borcomputer begrüßt bei Halbzeit den neuen Fahrer, der wurch sein ökonomisches Fahrverhalten auffällt. (lol)

Morgens drauf nun nur noch eine kleine Strecke. Die 4 Stunden Fahrzeit sind wie im Fluge weg.Miriam und Murmur warten mit Rembrandt und dem Restgeviech schon auf uns. Sofort gehts ans auspacken. Hans und sein Bruder ( der im Nachbardorf von uns wohnt) kommen nach und im Nu sind die wichtigsten Kartons und Möbelstücke im Haus.Abends haben Alex und Hans bereits das sehr tückische Gästebett ( welches Kurzerhand noch schnell beim IKEA um die Ecke gekauft wurde ) aufgebaut. Somit hat Hans schon mal sein Nachtlager fertig. Maevas Zimmer wird eingeräumt und Miriam und Schwiegermutter bekamen ihr Bett im Schlafzimmer. Alex und ich übernachteten kurzerhand bei Inger in Trädet.
Morgens drauf fuhren Hans und Murmur schon früh zurück nach Deutschland. Sie wären gerne länger geblieben, doch Hans musste seine Tochter Tags drauf zum Flughafen bringen. Wir leerten nach und nach den LKW und gegen Nachmittag war auch der letzte Karton im Haus verschwunden.Samstag morgen.Alex und ich fahren wieder in Richtung Deutschland. Bis Hamburg benötigte mein Pfeilschneller Lastwagen wieder mehr Stunden als gedacht.Irgendwann Sonntags kam ich dann in Schweden an. Ich hatte kurzerhand ein Hotel in Dänemark aufgesucht denn die vergangenen Tage forderten jetzt ihren Tribut.So genial habe ich ewig nicht mehr geschlafen.
Unter dem Strich gesehen, war unser Umzug ein voller Erfolg.Einzig anzumängeln wäre, das ein weiterer Besitzer der Klasse 2 sinvoll erscheint.

Bilder vom Umzug gibts nach langem Lesen dann jetzt hier!

Montag, Januar 08, 2007

Angekommen!!!

Hallo Familie Freunde und Bekannte!

Wir sind heile angekommen und haben die Masse an Umzugskartons bereits ausgepackt.

Am Dienstag Abend haben wir in Sage und Schreibe 1 Stunde und 15 Minuten den kompletten Hausstand in den LKW geladen. Dank der vielen und hochmotivierten Helfer ging das sehr reibungslos. Danach haben wir die Grillsaison eröffnet. Gegen 23 Uhr waren wir dann im Bett.
Morgens um halb drei fing der Tag dann an und Maeva und ich fuhren nach Borken um ein Paar Möbel von Hans aufzuladen. Gegen viertel vor 5 fuhren wir dann Richtung Schweden.

Der LKW hatte eine Menge Power, leider aber auch einen Geschwindigkeitsbegrenzer der das Fahrzeug sogar im freien Fall auf exakt 85km/h maximum hält. Somit waren wir dann knappe 19 Stunden Fahrzeit unterwegs. Die Nummer hätte mich den Fuehrerschein kosten können, zum Glueck ging aber alles klar. An der Öresundbruecke dann der Schock.
Schoenen guten Tag, haben Sie etwas zu verzollen? Oh, Nein. Genau davor hatte ich den meisten Horror. Machen Sie bitte mal die Klappe auf.....
Nachdem ich dem freundlichem Zollbeamten erklärt hatte, das wir umziehen und alles unser Hausstand sei, schaute er nur kurz in den Laderaum um dann zu sagen, das alles ok sei.
Nach kurzem Smalltalk lies er uns dann weiter fahren.

Auf der Fahrt nach Hause noch schnell bei IKEA anhalten ( Der Laderaum hatte ja wieder Platz nachdem wir Hans Möbel abgeladen hatten) und noch schnell ein Gästebett und ein neues Sofa gekauft, dann flugs nach Hause und abladen. Hans Bruder Göran wartete bereits mit Hans vor Ort und wir konnten mit dem Abladen beginnen. Die Möbel hatten wir alle am gleichem Abend schon stehen und die ersten Kartons bereits ausgepackt. Miriam und Murmur nahmen sich Kueche und Schlafzimmer vor wir anderen die uebrigen Räume.

Am nächsten Morgen fuhren dann Hans und Schwiegermutter wieder zurueck nach Deutschland. Alex, Miri und ich machten uns ans weitere Abladen.
Samstags habe ich dann den LKW zurueck nach Deutschland gebracht. Alex begleitete mich bis zum Öresund und gab danach Gas. Der nette HERTZ Schriftzug vom LKW hatte sich nach den vielen Stunden hinter mir her zuckeln fest in die Netzhaut eingebrannt und er musste mit seinem sportlichem Auto 85 fahren. Respekt!!

Am Sonntag Morgen kam ich zurueck und Miriam hatte es bereits sehr wohnlich gemacht im Haus. Nachmittags bekamen wir gleich unseren ersten Besuch von Petra und Andrea, den Autoren des Buches Schwedentraum. Bei Kaffe und Kuchen , später Rödvin sassen wir gemuetlich zusammen.

Heute haben wir die letzten Behördengänge hinter uns und uns hier in der Bibliothek angemeldet, dem Ort aus dem die nächsten Postings kommen werden.
Leider können wir noch keine Foto`s hochladen, da es hier verboten ist Datenträger anzuschliessen. Bilder vom Umzug reichen wir also nach.


Allen Helfern, ob gross oder klein (Timon war höchst motiviert) sei gedankt. Ohne Euch hätte dieser Umzug nicht so reibungslos funktioniert.

Wir melden uns wieder.

Montag, Januar 01, 2007

JETZT GEHTS LOS!!!

Das ich morgen noch einige Fotos vom Aufladen des LKW ins Netz einstelle, wird wohl nichts, da wir uns dafür entschieden haben, doch alle Geräte morgen früh abzubauen und erst in der neuen Heimat die Bilder und Berichte einzustellen.
Da wir nicht genau wissen, wie lange es dauert, bis wir einen Telefon- respektive Internetanschluss haben sagen wir hier mit erst einmal bis bald.

Unser Umzugsvehikel wird etwa so ausehen :o)

Sonntag, Dezember 31, 2006

Von alten und neuen Bräuchen

Als wir das Haus in Schweden gefunden hatten, waren die weiteren Termine hinfällig und wir konnten uns auf Dinge wie Anmeldung, Personennummer und Bankkonten kümmern. Inger (unsere Gastgeberin) hatte uns gefragt, ob wir denn mit den schwedischen Bräuchen vertraut wären und ob wir abends mit zum Santa Lucia Fest in die Kirche kommen wollten. Natürlich wollten wir, hatten wir doch viel über diesen Brauch gelesen aber noch nie live gesehen. Abends in der Kirche von Trädet die sehr festlich mit hunderten Kerzen ausgeleuchtet war, fiel als erstes die sehr angenehme Wärme auf. Viele Familien saßen gespannt auf den Bänken und erwarteten die Sängerinnen die unglaublich nervös im Vorraum der Kirche auf ihren Auftritt warteten. Dann wurde es Still in der Kirche und leise, ganz leise kamen die Mädchen nach und nach den Mittelgang entlang und sangen das Lucia-Lied. Sehr ergreifend kann ich nur sagen, sehr ergreifend! Die anwesenden Eltern konnten wirklich stolz sein auf ihre Mädchen. Anschließend gingen wir zusammen ins Gemeindehaus um dort einige freundliche Bewohner aus Trädet kennen zu lernen.

Tags darauf erledigten wir weitere Behördengänge und waren selbst erstaunt darüber, wie gut wir mit unserem schwedisch weiterkamen. Abends durften wir mit Inger und Stig nach Ulricehamn zur Bowlingbahn, wo sich die Landwirte der Umgebung regelmäßig treffen um zu spielen und sich auszutauschen. Wir hatten einen Heidenspaß, denn mit Bowling haben Miri und ich so viel am Hut, wie die Kuh mit Gerätetauchen. Dennoch waren wir begeistert bei der Sache und gaben uns alle Mühe, unsere Nation gebührend zu vertreten.

Dann gaben einige junge Damen ihre Version von Lucia zu besten. Alter Schwede? was genial. Diese Mädchen hatten Stimmen wie Engel. Sie gehen von Veranstaltung zu Veranstaltung und werden sehr gut dafür entlohnt.

Was ebenfalls sehr angenehm auffiel, war der Lichterglanz in allen Häusern, ja sogar teilweise in Ställen. Jedes Fenster, egal welcher Größe beherbergte eine Lichterpyramide die die sonst allgegenwärtige Dunkelheit durchbricht. Verständlich, dass die Schweden im Winter hohe Stromkosten haben, denn die Beleuchtung ist die ganze Nacht eingeschaltet.

Zurück in Deutschland hatten wir unser Sippentreffen bei Miriams Familie. Dieses alljährliche Ereignis ist einer der letzten Wünsche von Opa Heinz gewesen der vor einigen Jahren darum gebeten hatte, seine Schäfchen alle bei sich zu haben um mit ihnen nett gemeinsam Advent zu feiern. Das kommt dermaßen gut an, das wir diese Tradition gerne beibehalten. Seid gewiss, ihr Verwandten, das wir nächstes Jahr auch dazu kommen werden. Ein Highlight dieses Tages ist das Schrottöddeln, bei dem jeder etwas einpackt (natürlich in hässliches Papier) das er absolut nicht gebrauchen kann und was dazu das Prädikat besonders grottenhässlich bekommen würde. Dann wird um den Schrottstapel gewürfelt (genaue Spielregeln gerne auf Anfrage). Unverständlicherweise gibt es jedes Jahr ein Teil auf das alle scharf sind. Und in der Tauschrunde geht der RUN auf genau dieses Teil los. Es gibt immer viel zu lachen. Dann singen wir gemeinsam Adventlieder. Und Knecht Ruprecht zieht seine Runden.

Weihnachten haben wir uns aufgrund steigender Gemütlichkeit in unseren Räumen kurzerhand bei allen eingenistet die uns in irgendeiner Weise Asyl gaben.

Der heilige Abend war ein 4 Generationen Treffen. Uroma, Oma, Mutter und Kind
saßen zusammen am Tisch.

Maeva bekam einen lang gehegten Wunsch erfüllt, als der Weihnachtsmann eine Anlage unter dem Baum versteckte.

Erster und zweiter Weihnachtstag haben wir bei meiner Sippe im Sauerland verbracht. Alle vereint an einem Tisch wurde gelacht, gequasselt und die Stunden gingen wieder mal zu schnell vorbei. Als mein drei Vetter vorbei kamen haben wir noch viel zu erzählen gehabt.

Alles in einem waren es sehr besinnliche Tage in denen sich jeder große Mühe gab, den Abschiedsschmerz weitestgehend zu unterdrücken. Dafür Danke, denn besinnliche Tage bringen eh die Eigenschaft mit sich, das man nahe am Wasser gebaut hat. Natürlich flossen hier und da Tränen des Abschieds, dennoch waren es weit weniger als Anfangs befürchtet.

Heute am Silvesterabend sitzen wir drei im Schlafzimmer auf der Matratze ( das Bett ist bereits abgebaut ) und schauen traditionell Dinner for one. Eine schöne Tradition..

Wusstet ihr, das in Schweden am heiligen Abend nicht Michel von Lönneberga, sondern Donald Duck läuft?!. Und die Tatsache, das die Schweden es lustig finden, das wir Michel Michel nennen und nicht wie er dort heißt EMIL.

Alle Kartons sind gepackt, alle Möbel zerlegt, so beenden wir das Jahr 2006. Morgen werden wir noch einmal durch das Haus putzen. Ich werde meinen Smart nach Hamburg bringen um ein Auto zu haben, wenn ich den LKW zurückbringe.

Euch allen einen sanften Rutsch ins neue Jahr und das Eure Wünsche und Vorsätze für 2007 wahr werden.

Ich werde versuchen, am Dienstagabend noch einen Post zu schreiben, wo das Aufladen des LKW`s dokumentiert wird, verspreche es allerdings noch nicht!

Donnerstag, Dezember 21, 2006

Neue Adresse vorhanden

Wenn uns nun jemand mit alten Schwede anspricht können wir höchstoffiziell mit JA antworten. Aber vielleicht erstmal alles der Reihe nach.

Wir sind am Samstag den 09. Dezember aufgebrochen um nun in Schweden nach einer Bleibe zu suchen. Unser Hausverkauf hatte sich ja sehr hingezogen und eine Doppelbelastung wollten wir uns nicht antun. Nun, da das Haus, und somit einige Sorgen aus dem Kopf waren konnten wir uns mit vollem Elan auf Häusersuche machen.

Miriam hatte in den vergangenen Monaten immer wieder das Internet durchstöbert und bei hemnet.se und blocket.se allerlei Häuser oder Wohnungen gesucht und gefunden. So hatten wir einen sehr enggestrickten Terminplan für die Woche in Schweden. Die Reise war sehr angenehm, weil einerseits das Wetter mitspielte und zum anderen die Straßen frei waren. Dazu kam der Luxus, das unser Freund Hans und ein elektronisches Buchungssystem auslieh mit dem man bevorzugt auf der Fähre und der Öresundbrücke behandelt wird und es bequem vom Konto abgebucht wird. Geniale Sache dieses Ding (Wir legen es uns auf jeden Fall auch zu!!!). So kamen wir sehr entspannt nach nur 11 Stunden Fahrzeit in Trädet an wo uns Inger und Stig Fagerson sehr lieb begrüßten. Hier hatten wir diesen Sommer auch eine Woche verbracht. Inger hatte den Kamin angefeuert und bei einem leckerem Rotwein verbrachten wir dann noch ein paar Minuten am Feuer um uns dann hinzulegen. Sonntags hatten Miriam und ich Zeit für einen kleinen Spaziergang. Dann fuhren wir nach Sandhem, wo das erste potenzielle Kaufobjekt stand. Ein sehr großes (255qm) Haus mit viel Platz Drumherum und guter Lage.

Uns viel nur auf, das auf der Straße zum Haus viel Müll an den Seiten lag. Vorzugsweise Bierdosen. Keine Vorurteile dachten wir uns und freuten uns auf Montagmorgen, wo wir auch ins Haus durften.

Wie verabredet warteten der Makler des Hauses und seine Mitarbeiterin auf uns.

Beim Betreten des Hauses fielen wir allerdings ungebremst zu Boden mit unseren Träumen. Ein Gestank der an eine öffentliche Bahnhoftoilette in Großstädten erinnerte bohrte sich ungnädig in die Nasen. Der Grund war schnell gefunden. In dem Haus lebten ca 10-15 Katzen seit 2 Wochen allein. Dazu kam die mindesten gleiche Anzahl Hausratten in einem Käfig der für vielleicht 3 dieser Spezies gedacht war. Die untere Hälfte des Rattenkäfigs, also die Kunststoffwanne stand bis zur Hälfte gefüllt mit den Ausscheidungen und die Ratten sahen dementsprechend gesund aus. Wir sind beileibe nicht zimperlich, aber beim Gedanken, das die Holzwände und Böden, die ja offenporig sind, diesen Gestank über Monate abgeben würden, ließ uns das Haus in einem neuen Licht erscheinen. Nun muss man aber sagen, und das haben wir erst im Nachhinein herausgefunden, das die Familie die hier lebte arge Probleme im täglichen Leben hatten. Auch der Makler lies uns wissen, das diese Gegend nicht zu den ersten Adressen im Lande gehört. Nachdem wir das Haus als nicht Eickhofftauglich verlassen hatten, hat und die Mitarbeiterin des Maklers noch eine weitere Immobilie gezeigt, die uns wesentlich besser gefiel. Hier war die Lage wesentlich besser, die Nähe zur Schule gegeben ( das war eine Auflage die das neue Zuhause erfüllen musste!) und die Substanz völlig gesund. Ein Gutachten lag ebenfalls vor, das, und daran könnten sich die deutschen ein Vorbild nehmen, jede Kleinigkeit aufführte und den aktuellen Zustand dokumentiert. Leider sollte es mit diesem Haus auch nicht klappen, da ungewiss war , ob und wann der derzeitige Bewohner ( der momentan in Finnland ohne Anbindung ans Mobil oder Festnetz verweilte) denn mal das Haus verlassen würde. Nach Umzug sah es für uns dort nicht aus. Und mein Bauch sagte: Wenn Du in Januar vor verschlossenen Türen stehen möchtest, nimm es! Uns war es schien ein wenig peinlich der guten Dame vom Makler auch hier abzusagen. Enttäuscht und etwas abgeschlagen gingen wir in eine Pizzeria im nächsten größeren Ort, bestellten unser Essen und wurden im perfekten deutsch angesprochen.

Ihr seit Deutsche, stimmts? Fragte uns der Pizzabäcker. Ich schaute ob ich irgendeinen Hinweis an mir trug, war ich doch der Meinung das ich eigentlich sehr deutlich und gut auf Schwedisch bestellt hatte. Euer Akzent verrät euch, fuhr er fort. Habe selber 18 Jahre bei Nürnberg gewohnt, lies er uns mit stark Bayrischen Einschlägen wissen. So kamen wir kurzerhand ins Gespräch und er sagte uns wie übel der Ort doch sei, den wir gerade unverrichteter Dinge verlassen hatten. Das baute uns dann etwas wieder auf. Wahid, so sein Name, nannte uns zum Abschied noch einige Plätze an denen man mit Kindern nach Wohn -und Arbeitsplatz suchen könnte. Danke dafür. Solche Informationen bekommt man hier nicht gleich im ersten Gespräch.

Neuer Tag, neues Glück.

Eine Hausbesichtigung in einem kleinen Ort stand auf dem Plan. Wir hatten uns mit dem Hausverwalter Kenneth verabredet und trafen uns am Haus. Sehr gepflegt, war der erste Eindruck. Dieser bestätigte sich beim öffnen der Eingangstür. Hell, freundlich und gut aufgeteilt, waren Attribute die bei beiden fielen. Kenneth nahm sich Zeit und erklärte uns alles am Haus und zur Technik. Das er selbst dieses Haus gebaut habe und darum so gut bescheid wisse, lies er uns voller Stolz wissen. Miri uns ich waren uns schnell einig. Diese Immobilie hatte für uns unzählige Vorteile.

Maevas Schule liegt keine 50 Meter von der Haustür entfernt, der Ort hat alles was er braucht, die Natur ist reichlich vorhanden und 3 größere Städte sind innerhalb 15 Minuten zu erreichen. Er liegt nahe dem Hornborga-See, einem Naturreservat das alljährlich tausende Ornithologen lockt, um das seltene Schauspiel des Brauttanz der Kraniche zu erleben, die hier jeden Frühling zu zehntausenden verweilen, bis das die Brut flügge geworden ist.

Hierzu werde ich bestimmt ausführlich berichten sobald es so weit ist.

Wir durften uns dann noch zur Krönung eben noch die Tapeten aussuchen die für uns angebracht werden. Was soll das Kosten?, so meine Frage. Völlig verdutzt sagte uns Kenneth, das das doch wohl zum Service gehöre, wenn man eine Wohnung beziehe, das diese Grundrenoviert sei. Die Kosten bräuchten wir nicht tragen, das mache der Hausbesitzer. Nun waren wir platt. Wir suchten die Tapeten aus und er nahm uns noch mit und lud uns zum Mittagessen ein, wo wir dann seine Frau kennen lernen sollten, die Zufällig nebenan in der Schulbibliothek arbeitet. Sie begrüßte uns ebenfalls sehr freundlich und erzählte uns vom Ort und deren Einwohner und den Highlights der Region. Dann schlug sie vor doch noch mal eben zur Schule zu fahren, damit sie uns diese zeigen könne. Wir also ins Auto und ab ins Dorf in die Schule. 60 Kinder 8 Lehrer! Das liest sich doch schon mal gut dachten wir. Und wie der Zufall es will, bekommen wir noch eine Kurze Audienz bei der Rektorin, die Miriam sofort fragt, ob es zufällig sein könne, das sie sich hier einmal beworben habe, das Gesicht käme ihr so bekannt vor. Uns Tatsächlich, genau an diese Schule hatte Miri im Frühjahr eine Bewerbung als Vorschullehrerin geschickt. Klein ist die Welt!

Es mag zwar etwas poetisch klingen, aber ich sagte abends zu Miri.

Wir sind in die Ferne gefahren und nach Hause gekommen.

Dieses Gefühl hatte sich eingebrannt, da doch alle sehr zuvorkommend und freundlich zu uns gewesen waren. Sie hatten sich viel Zeit genommen und wenn mal ein Wort nicht gleich parat war, auch mal geduldig gewartet bis wir es entweder umschrieben, oder das Wörterbuch zur Hilfe genommen hatten.

Nur eben ein Bild von außen. War doofes Wetter, aber weitere werden GANZ SICHER folgen.

Montag, Dezember 18, 2006

VHS die letzte!

Die Ereignisse
schlagen nun nur so auf uns ein. Dadurch bin ich leider mächtig zurück mit den Dokumentationen der letzten 2 Wochen. Hier ein kurzer Bericht über das Lernen fremder Sprachen.

Seit 2004 bemühen wir uns immer wieder einen Kurs "Schwedisch für Anfänger " zu bekommen, leider meist ohne Erfolg, da schwedisch scheinbar nicht unbedingt zu den bevorzugten Fremdsprachen an den Volkshochschulen gilt. Es gab Kursangebote in Bocholt, Borken, Coesfeld und Dülmen die allesamt Aufgrund mangelnden Interesses abgesagt wurden. Irgendwann kamen wir durch Zufall auf die VHS Wesel die seit längerem Kurse anbietet.
Schnell angemeldet und trotz des langen Weges sehr erfreut, das der Kurs stattfinden wird.
Wir waren dort eine kleine Gruppe 10-14 Personen im Schnitt, die altersmäßig bunt gemischt war. Unsere Dozentin war mit einem Schweden verheiratet und liebt das Land, was uns in den Genuss vieler Randinformationen brachte, die man in keinem Reiseführer findet. Am 05. Dezember war dann Semesterende und wir saßen bei schwedischen Leckerbissen gemütlich zusammen und lernten noch ein wenig.
Leider können wir im nächsten Semester nicht weiter mit euch lernen :o(
Danke an Doris für die Geduld mit uns, für unzählige heitere Momente und für das feste Fundament der schwedischen Sprache. ( Wir haben in den letzten Tagen in Schweden immer wieder Komplimente bekommen, das wir doch sehr gut sprechen.)
Den Mitschülern sei gedankt für die sehr familiäre Atmosphäre und natürlich ebenfalls für die heiteren Momente. Wir hoffen Euch in euren Semestern mal zu Gast zu haben.



PS: so konzentriert wie auf dem Bild waren wir nicht immer !!

Sonntag, Dezember 03, 2006

Advent, Advent....

Wenn der Rest der Vorweihnachtszeit so harmonisch und erlebnisreich wie die ersten drei Tage im Dezember verlaufen wird, dann werden die restlichen Tage trotz Umzugsstress eine schöne Zeit.

Am ersten Dezember habe ich meinen letzten Arbeitstag gehabt und stehe nun mit voller Kraft und freiem Kopf den Umzugsvorbereitungen gegenüber. Samstag morgen habe ich meinen Freund besucht und herrliche Fotos vom Sonnenaufgang gemacht. Abends hatten wir ein kulinarisches Fest in Form eines Julbords bei unseren schwedischen Freunden Rosi und Hans.

Seit mehr als einem Jahr treffen wir uns nun regelmäßig zu geselligen Abenden und schlemmen, klönen und spielen Mah-Jong als Brettspiel. Ein Julbord (wortwörtlich mit Weihnachtstisch übersetzt) ist eine Rundreise durch schwedisch Nationalgerichte und kulinarischer Besonderheiten. Rosi hatte sich wahnsinnig viel Mühe gemacht und uns erwartete ein reich gedecktes warmes Buffet deren einzelne Komponenten jedes für sich eine große Sünde wert ist. Jansons Frestelse (Jansons Versuchung), Braune Bohnen mit Sirup-Essig Soße, Julskinka (Weihnachtsschinken) selbstgemachte Kötbullar (kleine Fleischklöse mit besonderem Geschmack) leckere warme und kalte Salate, schwedisches Knäckebrot, und viele andere Leckereien.
Als Gernesser sind wir drei vollends verwöhnt worden.

Hans holte zur Feier des Tages noch einen sehr edlen Aquavit vom Eis, was das Essen dann wirklich abrundete. Wir gingen nach dem Mahl noch kurz ein Paar Schritte in die Innenstadt um uns noch ein wenig die Füße auf dem Weihnachtsmarkt zu vertreten. Leider sind bei den derzeitigen Temperaturen weihnachtliche Vorfreuden nur schwierig zu wecken, würde man sich statt dem Glühwein doch eigentlich lieber ein Eis mit Sahne bestellen.



Nach der Rückkehr vom Markt machten wir uns an das beliebte Mah-Jong spielen, das zum einem irrsinnig Spaß macht und zum anderen die Konversation in Schwedisch übt. Und wie kann es auch anders sein, Maeva und Rosi (TEAM Unschlagbar) haben auch dieses mal wieder böse abgeräumt. Vier Augen sehen eben doch besser als zwei und dazu kommt das das Team als einziges einen völlig nüchternen und somit außer Konkurrenz stehenden Spieler in Maeva hat (Protest!!!) Wir haben wieder viel über die Sitten und Bräuche der Schweden gelernt. Dank Hans und Rosi bekommen wir viele Informationen, die es in keinem Reiseführer gibt. Zum Glück fahren die beiden mindestens 5 mal im Jahr für ein Paar Tage nach Schweden, so dass wir hoffentlich unsere lieb gewonnenen Abende dort weiterführen können.

Heute haben wir dann Maeva noch eine große Adventsüberraschung zukommen lassen können.
Schwiegereltern hatten eine Rheinfahrt auf einem Ausflugsdampfer inklusive Nikolausbesuch gechartert. Maeva wusste von nichts. Umso überraschter war sie dann als wir am Rhein endlang spazierten und uns das Schiff ins Blickfeld kam. Darauf hin schwärmten wir Erwachsenen von einem so netten Bötchen und sagten man könne es sich ja mal ansehen. Die Fahrt über den Rhein wurde heute extra Kindergerecht gestaltet und so saßen wir Weihnachtliche Lieder singend und schauten in die Landschaft. In Xanten stieg dann der leibhaftige Nikolaus zu uns ins Schiff. Nun waren die Kinder baff. Er begrüßte jeden Gast persönlich und unterhielt sich ausgiebig mit den Kindern, sang mit ihnen und überreichte ihnen ein kleines Präsent. Im Anschluss an die Rheinfahrt mussten wir uns etwas sputen, denn Maeva hatte ihren Großen Auftritt als erste Tanne in einem Weihnachtlichen Krippenspiel im Rahmen des Weihnachtsmarktes in Burlo. Die Kinder hatten Spaß wie Bolle und für uns Eltern und Verwandte war es ein schönes Erlebnis. Der Weihnachtsmarkt hatte leider wieder kein Vertrag mit dem Wettergott. Im letzten Jahr musste er wegen des Schneechaos ausfallen und heute begann es zu regnen und stürmen. So mussten die Zelte teilweise mit menschlichen Gegengewichten beschwert werden damit sie nicht zu Lenkdrachen wurden. Schade für alle, die sich wie in jedem Jahr so viel Mühe mit dem Aufbau und Ausschmückung gemacht haben. Aufgrund des Wetters waren die Besucherzahlen auch nicht so stark. Vielleicht ja wieder im nächsten Jahr?! Wäre den Veranstaltern und Burlo zu wünschen.

Nun sind wir alle müde und müssen die vielen Eindrücke des Wochenendes mit viel Schlaf bewältigen. Also Gute Nacht Euch allen da draußen und eine schöne Adventszeit.




Samstag, Dezember 02, 2006

Eine Woche voller Ereignisse


Auch im Münsterland gibt es schöne Augenblicke wie dieser heutige Sonnenaufgang zeigt. Der Himmel hat buchstäblich gebrannt.
Nach einer Woche voller Ereignisse, hunderte Telefonate, letzter Arbeitstag und vieler Umzugskartons freuen wir uns heute ganz doll auf ein Julbord ( Adventsessen) zu dem wir drei heute bei schwedischen Freunden geladen sind. Dort wird hoffentlich wieder viel gelacht, lecker gegessen und unvergessliche Momente erlebt. Einzelheiten kommen dann morgen Abend.

Montag, November 20, 2006

Happy Birthday Hundi!



Heute hat ein Familienmitglied Geburtstag.
Rembrandt, unser Border-Collie wird heute 5 Jahre alt. Wir haben den Tag gebührend mit Leberwurstbrot und Leckerchen begonnen und er schaute mal wieder nicht schlecht, als er von jedem ein persönliches Ständchen gesungen bekam. Vor lauter Freude wusste er gar nicht wohin mit sich selbst. Wünschen wir ihm ein langes (Hunde)Leben.

Außerdem habe ich heute die schriftliche IHK-Prüfung als Fachinformatiker für Systemintegration absolviert. Die Ergebnisse lassen zwar sicher auf sich warten, aber ein gutes Gefühl habe ich dennoch. Kamen doch nur die Themen, in denen ich ziemlich Sattelfest bin!
Eine weitere Hürde ist genommen!!

Sonntag, November 19, 2006

Der Abschied ist die Geburt der Erinnerung.

Auf einmal ist die Freude groß.
Ich reise ab. Ihr seid mich los
und werft mir Steine hinterher.
So fällt der Abschied mir nicht schwer.

So sagte einst der Deutsche Frantz Wittkamp.

In diesen Tagen, nun da die Frage um Haus und Umzug geklärt sind kommen die Tage des letzten Males. Das letzte mal das Auto waschen in der langjährig besuchten Autowaschanlage, das letzte Nachbarschaftsfest im Kreise der lieben Bewohner um einen herum (Schade das die direkten Nachbarn gesundheitlich verhindert waren!). Das letzte Mal Computerreparatur beim Bekannten der in regelmäßigen Abständen mit Feuereifer seinen PC in seine Bestandteile zerlegt und dann nicht wieder zum laufen bekommt....

Irgendwie erdrückend die Stimmung, wenn einem jeder zweite kein bis demnächst sondern ein bedauerndes lebe wohl und viel Erfolg in der Ferne zum Abschied sagt. Der Terminkalender platzt aus allen Nähten, will man doch zumindest dem engsten Freundes- und Bekanntenkreis gerecht werden noch einmal gemütlich beisammen zu sein um den Abschied persönlicher und nicht evtl. unter vielen zu gestalten. Und so kommt es das Miriam und ich immer mehr Termine absagen müssen um uns auf die zu konzentrieren, die uns all die Jahre die Treue gehalten haben. Nun haben wir keinen allzu großen Freundeskreis, dennoch treten Leute auf den Plan, die meinen sich nun aber mal so richtig verabschieden zu müssen. Sorry an all die, denen wir dies nicht ermöglichen können, wir müssen den engsten Freunden den Platz einräumen der ihnen zusteht.

Traurig ist natürlich schon, dass ein lieb gewonnenes Treffen mit meiner Sippe im Sauerland nicht mit uns stattfinden kann, sind Miri und ich doch zu dem Zeitpunkt in Schweden für die letzten Erledigungen. Zu Weihnachten haben wir uns eingenistet. Wir werden von heiligem Abend bis Silvester beinahe ununterbrochen bewirtschaftet. :o) Das ist natürlich sehr praktisch.

Wir versuchen unseren Freunden derzeit unser letztes Mal sehr individuell und so schön wie möglich zu gestalten. Meinen besten Freund brauche ich nicht in Deutschland verabschieden!! Er kommt beim Umzug mit nach Schweden und hilft dort abladen. Und so lange er Futter in ausreichender Menge (und das ist mehr als manch Pottwal verdrückt!!) bekommt, bleibt er wohl auch da! Mit langjährigen Freunden dürfen wir dann noch unser letztes deutsches Sylvester verbringen und nachdem wir den Jahreswechsel gebührend gefeiert haben müssen wir ja auch schon einladen. Am 2 Januar gilt es dann abends aufzuladen. Und wenn mein Nachbar sein Versprechen vom Nachbarschaftsfest wahr macht gibt?s dann nach getaner Arbeit das erste Grillfleisch des Jahres in unserer Einfahrt für alle die geholfen haben und alle die, die sich verabschieden wollen.

Wenn Tränen des Abschieds nach Freundschaft schmecken

und vertraute Augen leise zu dir sprechen:

wir sind füreinander da,

beginnt das Neue mit einem Lächeln.

Montag, November 13, 2006

Was andere Menschen bewegt zu gehen....

Hier nur kurz ein Link zu Auswanderungsgründen....... sehr Interessant


Auswanderungsgründe



Nicht alle dort genannten Gründe entsprechen unseren Beweggründen. Einige sind aber zutreffend andere höchst amüsant!

Samstag, November 11, 2006

Ein Haus zu kaufen ist nicht schwer, es lozuwerden dagegen sehr!


Heute möchte ich etwas zum Thema Hausverkauf schreiben. Wir hatten ja bereits erwähnt, dass wir im Januar 2006 einen Makler bestellt hatten, den Wert unseres Hauses festzustellen und es marktgerecht anzubieten. Gesagt, getan. Ein Expose zu unserem Hexenhäuschen (siehe Bild) war schnell erstellt. Das der Markt an Häusern gut gesättigt ist, war uns klar. Gab es doch im Dezember 2005 letztmalig Eigenheimzulage und der eine oder andere zog den Kauf oder Bau einer Immobilie vor um staatliche Subventionen zu erhalten. Auch die Jahreszeit sei erfahrungsgemäß nicht die beste. Aber im Frühling gäbe es ganz bestimmt wieder Käufer.

März....April....Mai....

Nichts! Absolut nichts. Kein Anruf, kein Makler. Ist ja noch viel Zeit!

Juni....Juli....

Ein Anruf des Maklers! >> Sie müssen unbedingt den Preis dem Markt anpassen!<<

X Euro??? Hui. Das ist aber eine Menge. >> Nun, man müsse sich ja dem Markt angleichen und außerdem sei es ja ein altes Haus<<

August....

Ein Brief:

>>....möchten wir sie darauf hinweise.....Aufgrund der schlechtem Marktlage....wir von der Maklertätigkeit zurücktreten wollen....<<

Hmmm. Nun denn! Auf eigene Faust.

Wir schreiben einen DIN A3 großen Zettel mit einigen Angaben zum Haus und hängen ihn ins Fenster. Am nächsten Tag!!! ruft jemand an und fragt ob er das Haus vielleicht einmal besichtigen dürfe. Nun sind wir platt! Wie kann ein solch kleiner Zettel solche Wirkung haben? Think big, denke ich mir! Ich erstelle ein Fensterfüllendes Plakat und gebe dort die wichtigsten Angaben an. Miriam inseriert in einem regionalen Infoblättchen und wir erstellen neue Anzeigen in diversen Internetimmobilien-Plattformen.

Die Wirkung lässt nicht lange auf sich warten und die ersten Familien melden sich für Besichtigungen der Immobilie an.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf eine besondere Spezies Mensch hinweisen.

Dem HOMO-FRESSTUNIX, einer Gattung Mensch die ihren Lebensinhalt darin sieht, vorzugsweise Samstags oder Sonntags durch die Landen zu ziehen und sich bei Haus/Wohnungsverkäufern einzunisten und sich dort unter dem Vorwand der Ernsthaftigkeit aufs netteste bewirten und unterhalten zu lassen, um sich dann, direkt nach Kaffe und Kuchen und nettem zusammensitzen, auf Nimmerwiedersehen aus dem Staub zu machen. Ein merkwürdiges Volk. Dieses ist nur noch von der Fraktion der merkwürdigen Anrufer zu Toppen. Oder wie würden Sie reagieren wenn ein Anrufer der sich ohne Namen nennt als erste Frage (wirklich!)nennt?: >>Sagen Sie, haben ihre Nachbarn etwas dagegen wenn meine Frau und ich uns ausschließlich nackt im Haus und auf dem Grundstück aufhalten, wir sind bekennende Nudisten!<< Ähhmm.... wie bitte, denke ich. Ich schlage vor, er solle doch mal probeweise seinen Lurch raushängen lassen um die Reaktion der (meist älteren und streng katholisch-westfälischen) Nachbarschaft zu testen.... Leider ohne Erfolg. Es wäre mir ein Fest gewesen!!!

Nun denn. Wir hatten unsere 4 Familien die ernsthaftes Interesse zeigten zusammen. Wäre doch gelacht, wenn darunter nicht ein Käufer wäre. Weit gefehlt. Es gibt ja noch andere Unwegsamkeiten die man so gar nicht bedenkt.

Und so ließen die Anrufe nicht auf sich warten....

Ja, hallo. Hier Familie X. Ähhmm.. also die Bank meint, wir sollen doch erstmal die 15 Autos die wir in der Finanzierung haben und die Ratenkäufe bei Neckermann, Quelle und Otto -=(unbezahlte Schleichwerbung)=- begleichen, bevor wir ein Haus kaufen. Dürfen wir in 7 Jahren noch einmal bei ihnen anrufen??

Guten Morgen, Familie Y hier. Nach reichlicher Überprüfung ihrer Immobilie haben wir festgestellt dass die Hälfte des Kaufpreises angemessen wäre. Sie müssen ja schließlich verkaufen, oder??

Und dann noch die, die 3 Wochen nach Besichtigung feststellen, dass das Haus ja so gar nicht ihren Vorstellungen entspricht. Bei einer Anzeige in der steht: Baujahr 1923, 102qm , 410qm Grundstück, kann man meiner Meinung nach auch gerne von einem modernen architektonischem Tempel ausgehen, dessen pflegeleichter Mini-Garten für zwei Deck-Chairs und einen Grill konzipiert ist.

Was zur ....??? Denke ich mir. Miriam und ich sind am Tiefpunkt.

Dann doch ein Licht am Horizont. Eine der 4 Familien erbittet einen weiteren Termin zum Messen der Räumlichkeiten. Eine nette Familie mit 2 Kindern im beinahe erwachsenen Alter und Hund, der sich bei der Besichtigung brav bei der Nachbarin vorstellte. Und eine neue Familie kündigt sich an. Die zweite stellt sich sehr schnell als jung, seriös und ernsthaft interessiert heraus. Es scheint als sei dieses Paar ideal für dieses Haus. Und man wird sich einig. Diese beiden haben demnächst unsere jetzige Adresse in der Visitenkarte. Auch über den Verkauf von Gartengeräten und diverser anderer Kleinigkeiten ist man sich schnell einig, können wir doch mit deutschen Telefonanlagen in Schweden nichts anfangen und bei den Raumhöhen müssten alle Gardinen gekürzt werden.

Die Familie mit dem zweiten Besichtigungstermin halten wir uns als AS im Ärmel. Man weiß ja nie.... ;o)

Und so kam es, das wir im November nach Klärung einiger Unstimmigkeiten zusammen beim Notar sitzen und den Kaufvertrag unterzeichnen. Das Poltern der Steine von Miriams und meinem Herzen dürfte man bis nach Australien gehört haben

Nun steht unserem Umzug nach Schweden nichts mehr im Wege....obwohl....Nein einfach nicht daran denken!! Wir hatten Ende Oktober einen echten Tiefpunkt, sahen wir unsere komplette Auswanderung dahin ziehen, weil sich das Haus nicht verkaufen ließ. Und darüber hinaus hatten wir uns keinerlei Gedanken über einen Job in Deutschland ab Januar 2007 gemacht. War unser Umzug doch beschlossene Sache.

Wir wünschen an dieser Stelle unseren Käufern Carmen und Jörg einen guten Start in Burlo, eine so gute Nachbarschaft wie wir sie erleben durften und viele wunderbare Jahre in ihrem kleinem Juwel.

By the way: Ich habe die Tage dann mal den LKW bestellt, der unser Hab und Gut nach Schweden transportieren wird. Die Erlebnisse hierzu würden diese Geschichte sicherlich in Länge, Amüsants und Bitterkeit Toppen, doch ich habe mir vorgenommen, das Klagen einzustellen. Nur soviel. Das beste Umzugsunternehmen in Punkto Bezahlbarkeit, Zuverlässigkeit und Seriosität ist man immer noch selbst!

Schöne Tage bis zum nächsten Eintrag

Bis dahin sagen Frank, Miriam und Maeva

Donnerstag, November 02, 2006

Warum denn nur Schweden?

Hallo. Wir sind die Familie Eickhoff. Miriam und Frank mit Tochter Maeva, Hund Rembrandt, Hase Flocke und Wellensittich Bibo. Wir wohnen im Münsterland in einem kleinem Hexenhäuschen. Ich, Frank bin in den letzten 13 Jahren als Soldat in Borken stationiert gewesen und habe nun nur noch ein Paar Tage Dienstzeit. Miriam meine Frau ist gelernte Erzieherin und Floristin. Und trotz guter Ausbildung ist hier in der Umgebung an Arbeit in beiden Berufen nicht wirklich zu denken. Maeva unsere 8 jährige Tochter geht zur Zeit (wie passend) in die Astrid Lindgren Schule in Borken-Burlo.


>>Warum geht ihr denn gerade nach Schweden? Da ist es doch immer kalt, im Winter monatelang dunkel und die Schweden sprechen doch so ein unverständliches Kauderwelsch! <<

Mal einige Klischees genauer betrachtet:

Nicht alle Schweden sind groß, blond und haben blaue Augen.

Soweit wir das beurteilen können, ist die Anzahl an Blonden nicht höher als hier in Deutschland.

Nein! Es ist nicht NUR Winter in Schweden!!! Zugegeben, die Winter in Schweden sind nicht vergleichbar mit dem Matschwetter das wir hier Winter nennen und er dauert auch länger als hierzulande. Doch wer älter als 30 ist und sich an seine Kindheit erinnern kann, hat eine Vorstellung von Wintern in Skandinavien. Dieses zu pauschalisieren wäre aber auch gefährlich, denn im äußersten Norden Schwedens können auch mal schnell minus 40°C herrschen!
Es gibt wunderbare Sommer, goldene Herbsttage und verschneite Wintertage. Der Frühling ist etwas kürzer als hier, wobei--- Ich erinnere daran dass in diesem Jahr (2006) der Frühling exakt 1 Tag gedauert hat.

Die Sprache ist kein unverständliches Kauderwelsch. ( schon mal mit nem echtem Schwaben gesprochen oder mit einem Niederbayern??). Die schwedische Sprache basiert auf den gleichen Wurzeln wie die deutsche. Und wer sich einmal einen schwedischen Zeitungsartikel durchgelesen hat wird auch ohne jegliche Kenntnisse zumindest die Satzinhalte verstehen können. Wer dann noch ein wenig englisch in Petto hat, hat fast schon gewonnen, denn:
Wie sagt unsere liebe (und das meine ich ehrlich Doris!) Dozentin der VHS immer >>Svenska är lätt<<

Das es Schweden sein wird, wohin es uns irgendwann einmal zieht, war relativ schnell geklärt. Miriam hat die Liebe zu Schweden mit in die Ehe gebracht. Solange ich (und ich glaube irgendwer) sie kennt, sammelt sie Elche und alle möglichen anderen Dinge aus dem Norden. Bei mir war es immer der Wunsch Richtung Alaska auszuwandern. Doch nachdem ich zu Armeezeiten sehr viel Kontakt zu Bewohnern der neuen Welt hatte, hat sich das ziemlich schnell erledigt. Ich möchte hier niemanden vor den Kopf stoßen, deshalb belasse ich es bei dieser knappen Aussage ;-). Als weitere Alternative kam dann Island auf. Ich mag es nun mal etwas kühler und vor allem weniger dicht besiedelt. Nur erklär mal einer Floristin, dass sie die nächsten 20 Jahre nur Eisblumen züchten soll. Und bei der Begründung, wie man solche Blümchen zu einem Strauß bindet gingen mir schnell die Argumente aus! Also Schweden. Diese Idee begleitet uns nun seit gut 11 Jahren. Irgendwann mal gehen wir da hin.

Als im Jahr 2004 die aktive Zeit bei der Bundeswehr zu Ende ging, haben wir erstmals konkret darüber gesprochen, ob der Termin nach der Bundeswehrzeit vielleicht nicht ideal sein könne. Maeva ist noch jung genug um sich gut in einer neuen Umgebung einzufinden, wir alle sind flexibel genug um die Sprache schnell zu erlernen (man wird ja nicht jünger ) und mit einer Abfindung und Übergangsgeldern vom Staat fällt man wesentlich leichter! Im Dezember 2005 stand es dann fest! Wir gehen nach Schweden, liebe Familie und Freunde.

Für die einen ein >>Na, mal wieder ein neuer Splin?<< -und für andere ->> Oh Gott, nu seid ihr bald für immer weg<<

Sicher, es fällt nicht leicht Freunde und Familie gut 1000km weit hinter sich zu lassen. Auch das Haus zu verkaufen, das man mit viel Liebe, Schweiß und Blut zu einem schmucken Juwel gemacht hat und viele gewohnte Dinge einfach über Bord zu schmeißen und in einem fremden Land als Ausländer in der Hackordnung ganz, ganz unten anzufangen. Aber, und es wird von unserer Seite immer ein aber geben, Deutschland macht es einem sehr einfach mit seinen verschrobenen Gesetzen, seiner müden Politik und den noch müderen Politikern, mit seinen Aussichten für Schüler, Angestellte und derzeitige und kommende Rentnergenerationen, den scheinbar wahllosen Auflagen an Steuern, Gesetzten und Vorschriften, der Feindlichkeit gegenüber Kindern, behinderten oder alten und kranken Menschen dieses Land als auswanderungswürdig erscheinen zu lassen. Natürlich sind wir Wirtschafts- und Sozialflüchtlinge. Das geben wir gerne zu. Aber ist es verwerflich, wenn man etwas im Alter von dem Kuchen abhaben möchte, den man sein Arbeitsleben lang gebacken hat? Und ist es verantwortungslos, sein Kind in einem besseren Schulsystem aufzuziehen und vielleicht mehr als die Chance auf Sozialgelder zu bieten? Ich gebe zu bedenken das die demographische Kurve in Deutschland nicht rosig für kommende Generationen aussieht und in Schweden der Trend zum Viertkind!!! geht.

Genug des verbitterten Gemaules ( typisch deutsch).

Unsere deutschen Freunde dürfen sich sicher sein, das wir sie auch über sie Entfernung pflegen werden. Eine richtig gute Freundschaft verträgt auch große Abstände!

(Was ist denn heute eine Flugstunde? Und für knapp 40 Euro kann man bei frühzeitiger Buchung hin und zurück kommen.)

Wir freuen uns darauf nun so langsam in die wirklich heiße Phase zu gehen.

Im Januar 2006 haben wir einen Makler bestellt unser Haus zu verkaufen. Unsere Vorstellung vom Kaufpreis wurde ziemlich schnell zerstört, da der Markt an gebrauchten Häusern übersättigt ist. Als Ende Oktober dann feststand, wer letztendlich das Haus kaufen würde, waren wir doch etwas erleichtert, sahen wir die Zeit doch schon davon rennen. Und weder Miriam noch ich hatten uns ernsthaft Gedanken über einen Job ab Januar hier in Deutschland gemacht, stand doch fest, dass wir auswandern.

Wohin wird es gehen??

Nun zumal haben wir uns in den Landstrich zwischen Vännern und Vättern, den zwei größten Seen Schwedens verguckt. Die Landschaft ähnelt ein wenig dem Sauerland mit seinen Hügeln und Wäldern, nur das die Hügel etwas weiter auseinander gezogen sind. An Wassermangel werden wir in der Region auch nicht leiden, kommt doch auf jeden 10 Einwohner ein See. (grob zumindest)

Wir haben nun kurz vor der Auswanderung die Kommunen Habo und Mulsjö im Visier. Dort floriert derzeit die Wirtschaft, Arbeit und sehr gute Schulen sind vorhanden, den Dialekt der Region kann man leicht erlernen ( die Geschwindigkeit wohl nie ), die Infrastruktur ist ausgezeichnet und die Verkehrsanbindung innerhalb Schwedens ist gut. Vom Flughafen Göteborg sind es gerade mal 1,5 Stunden, der Schnellzug X2000 fährt durch die Region und vom Südzipfel Schwedens, sollte man mit der Fähre Travemünde/Trelleborg kommen sind es lediglich 4 Autostunden, bei schwedischer (also sehr disziplinierter und angenehmer) Fahrweise.

Als Goldkörnchen hat uns ein Freund (gebürtiger Schwede) zu einem Kontakt in der Region verholfen, der bei der zuständigen Arbeitsvermittlung angestellt ist und, welch ein Glück, ebenfalls gebürtiger Deutscher ist. Dieser hat unsere Ansökan (Bewerbungen im Stil einer Vita) bekommen und tastet die Firmen vor Ort an.

So werden wir im Dezember noch einmal eine Woche nach Norden fahren um die letzten Behördengänge und Vorbereitungen vor Ort zu treffen.

Haben Sie /hast Du es wirklich bis hierher geschafft zu lesen ohne einzuschlafen?? Respekt!

Dann steht nun der Verdienst an, mal etwas an Bildern zu sehen.

Bitte hier klicken um Bilder aus dem letzten Schwedenurlaub zu sehen.

Bis in Kürze!

Frank